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Heppenheim Illegale Burg wird abgerissen

Über Jahre hinweg hat ein Privatmann im südhessischen Heppenheim eine Burg schwarz gebaut - am Mittwoch haben die Behörden begonnen, einen illegalen Bau auf dem Areal niederreißen zu lassen.

07.03.2012 13:51
Hier sind die Mauern der Burg von Volker Sieradzki in den Weinbergen bei Heppenheim noch unversehrt. Foto: dpa

Über Jahre hinweg hat ein Privatmann im südhessischen Heppenheim eine Burg schwarz gebaut - am Mittwoch haben die Behörden begonnen, einen illegalen Bau auf dem Areal niederreißen zu lassen.

Einer über mehrere Jahre schwarz gebauten Burganlage im südhessischen Heppenheim rückt der Abriss-Bagger zu Leibe. Am Mittwoch wurde der Kräutergarten direkt neben der illegal errichteten Burg niedergerissen. Der Landkreis Bergstraße will in einigen Wochen die gesamte Anlage an dem schmalen Weg in den Weinbergen dem Erdboden gleichmachen lassen.

„Sie haben zehn Jahre bewusst schwarz gebaut“, sagt Kreisbeigeordneter Matthias Schimpf (Grüne) dem selbst ernannten Burgherrn Volker Sieradzki. Die Anlage Marke Eigenbau sei zudem gefährlich, betonte Schimpf. Sicherheitsstandards würden nicht erfüllt.

Als der Kompaktbagger sich mit seiner Schaufel an den Kräutergarten macht, fallen Wände an dem steilen Hang ohne Probleme um. Ein Beispiel auch für Werner Rühmkorff von der Naturschutzbehörde des Kreises, dass die Statik der Burganlage deutlich zu wünschen übrig lässt.

Der Imker Sieradzki schaut zu, schüttelt den Kopf und kann das Ende seiner Burganlage nicht fassen. „Ich kann den Aufruhr beim besten Willen nicht verstehen“, beteuert der 45-Jährige. In der vergangenen Zeit seien so viele Menschen gekommen und hätten die Burg aus Lehm, Holz und Steinen bewundert. Der Kräutergarten hätte Schülern etwas beibringen können. Eine zweite und dritte Burg, dann noch eine Solaranlage - das alles wäre nach Sieradzkis Vorstellung ein wahrer Naturerlebnispark geworden.

2003 mit dem Bau begonnen

Im Jahr 2003 habe er mit dem Kräutergarten in Spiralform angefangen. „Seitdem ist das aktenkundig.“ Zwei Jahre später sei es mit der Burg losgegangen. Warum die Behörden sich nun zu diesem Ende entschlossen haben und es keine andere Möglichkeit gibt, ist dem Imker zu hoch.

Nach Auffassung von Sieradzki ist das Niederreißen der Burg wahrscheinlich teurer, als der in Selbsthilfe und aus gebrauchtem Material entstandene Bau der gesamten Anlage. Dem hält der Kreisbeigeordnete Schimpf entgegen, dass der 45-Jährige alles in Schwarzarbeit erledigt hat. Laut Landkreis gab es wegen der illegalen Bauten zwischen Sieradzki und Behörden zwar immer wieder Kontakt, aber keine Entscheidung. Nun sei aber die Beseitigungsverfügung für den Kräutergarten durchgesetzt worden. (dpa)

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