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Hanau Plattform für Kulturliebhaber und Kreative

Ein Kataster soll einen Überblick über alle kulturellen Angebote in der Stadt bieten.

Der Hanauer Künstler und Designer Lars Contzen hat die Tapete wieder hip gemacht, und auch seine anderen Entwürfe, egal ob für Möbel oder Häuser, sind international gefragt. Das autonome Kulturzentrum Metzgerstraße in der Altstadt wiederum bietet seit mehr als 30 Jahren alternative Kultur und präsentiert Anfang Februar die Berliner Band Shirley Holmes, die „Heavy Chansons“ spielt. Und in der kleinen, aber feinen Galerie Fototreppe 42 im Stadtteil Großauheim stellt Jochen Stenger zeitgenössische Fotografie aus. 

Contzen, das Kulturzentrum und die Galerie gehören zu den derzeit 400 Einträgen im Kulturkataster Hanau, das jetzt im Netz gestartet worden ist. Die Plattform soll rasch wachsen und möglichst alle kulturellen sowie kreativen Angebote in der Stadt vereinen, darüber informieren und die Akteure vernetzen. Einige Einträge, zum Beispiel die Brüder-Grimm-Festspiele, sind schon lange über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, andere selbst für Hanauer Kulturschaffende noch Geheimtipps.

Ziel sei es, die Aktivitäten und Veranstaltungen in ihrer ganzen Vielfalt abzubilden, etwa die städtischen Museen, Kunstkurse, aber auch die Kreativwirtschaft, die ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sei, sagt OB und Kulturdezernent Claus Kaminsky (SPD). Das Kulturkataster soll dazu beitragen, dem eigenen Anspruch als Kulturhochburg im Osten des Rhein-Main-Gebiets gerecht zu werden. Das Projekt geht auf den Kulturentwicklungsplan der Stadt zurück, den das Parlament 2015 beschlossen hat. Darin wurde der Auftrag formuliert, eine Übersicht zu schaffen. Zuvor war der Kulturetat im Zuge des kommunalen Rettungsschirmes um etwa 20 Prozent gekürzt worden. Mehr Effizienz und privates Engagement sollen die Einschnitte nach dem Willen der Stadt kompensieren.

Das neue Portal zeigt mit Hilfe von Google Maps zunächst die Standorte. Wer auf diese klickt, bekommt weitere Informationen, etwa Name, Webadresse, Kontaktmöglichkeiten, und kann über einen Link zu den aktuellen Facebook-Einträgen des Angebots gelangen. Darüber hinaus sind die Angebote in 17 Kategorien eingeordnet, darunter Livemusik, Bildung, Tanzen, Kino, Fotografie, Galerien und Literatur. Für die Rubriken gibt es eigene Google-Maps-Übersichten.
Das Kataster wird in erster Linie vom Verein Kultiv betreut, einer Initiative für Kultur und Kreativwirtschaft, sowie Wolfgang Kischel, der im städtischen Fachbereich Kultur arbeitet.

Kischel spricht von einem „atmenden Projekt“. Er und der Kultiv-Vorsitzende Timo Kaufhold appellieren an die Kulturschaffenden, sich zu melden und im Kataster einzutragen.
Willkommen seien Angebote für ganz unterschiedliche Zielgruppen, der Tanztee des Seniorenbüros genauso wie der Hip-Hop-Kurs, der kleine Verlag genauso wie die große Werbeagentur. Es gehe nicht zuletzt darum, Gleichgesinnte und mögliche Kooperationspartner zu finden, erklärt Kaufhold. Geplant sind auch Treffen, bei denen sich die Akteure austauschen – und Vorschläge für das Kataster machen können. Dieses müsse sich noch sowohl quantitativ als auch qualitativ entwickeln, räumen die Macher ein. Sie legen nach eigenen Worten Wert darauf, dass die Plattform offen ist und die Teilnehmer einen gewissen Vertrauensvorschuss bekommen.
Allerdings werde jeder Eintrag vor der Veröffentlichung geprüft, so Kischel, damit zum Beispiel keine rechtsextremen Inhalte Platz finden. 

www.kulturkataster.kulturnetz-hanau.de

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