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Hanau Kompromiss im Parkplatzstreit

Parkplätze an der Wallonisch-Niederländischen Kirche in Hanau sollen einem Platz mit Kunstwerk weichen. Im Streit um die Erneuerung des Areals zeichnet sich jetzt ein Kompromiss ab.

Stadtentwicklung in Hanau
An der Wallonisch-Niederländischen Kirche soll ein großer Platz gestaltet werden. (Archivbild) Foto: Rolf Oeser

Am Rand des Platzes an der Wallonisch-Niederländischen Kirche soll es künftig 46 Stellplätze geben statt wie jetzt 62. Die 120 Parkmöglichkeiten direkt an der Kirche weichen einem 7800 Quadratmeter großen Platz mit einem Kunstwerk von Claus Bury – einem begehbaren Sitzplan der Hanauer Neustadt – und 35 Bäumen. Die neue Platzgestaltung greift den historischen Renaissancegrundriss wieder auf.

Im Streit um die Erneuerung des Areals, das in Marktplatznähe liegt, deutet alles auf diese Lösung hin. Die Vertreter der Fraktionen sprachen sich am Montagabend im Struktur- und Umweltausschuss für den Entwurf B 1 aus, den das Planungsbüro „Die Landschaftsarchitekten“ entwickelt hat. SPD, BfH sowie FDP, die mit den Grünen eine Koalition bilden, signalisierten, im Dezember im Parlament für die vom Magistrat favorisierte Variante zu stimmen. Auch von CDU und ALF gab es positive Signale. Der Umbau soll 2019 beginnen. Robert Erkan vom Forum Gemeinsames Hanau (FGH) kündigte an, der geplanten Vorlage nicht zuzustimmen. Auch Grünen-Fraktionschef Stefan Weiß äußerte sich sehr kritisch. Laut Koalitionsvertrag dürfen sich die Grünen in Streitfragen aber nur enthalten.

Die Umgestaltung des Platzes ist Teil des Stadtumbaus. Nachdem Entwürfe ohne Parkplätze vorgestellt worden waren, protestierten die Marktbeschicker. Sie befürchten Umsatzeinbußen, weil viele Kunden die nahe gelegenen Parkplätze nutzen würden. Eine Anwohnerinitiative wiederum kämpft für einen komplett autofreien Platz.

OB Claus Kaminsky (SPD) bezeichnete die Pläne mit den 46 Kurzzeitparkplätzen als „fairen und guten Kompromiss“. Der gesamte Entwurf sei sehr gelungen, der Platz werde in Zukunft viel besser genutzt werden. Sollten sich die Sichtweisen ändern, könnten die Parkflächen mit wenig Aufwand aufgelöst werden, so Kaminsky. Stadtrat Thomas Morlock (parteilos) versprach den Anwohnern, den Verkehr zu beruhigen. So will er etwa die Parkplätze an der Französischen Allee längs und etwas weiter weg von den Balkonen anordnen. Der Erhalt der Flächen solle auch ein Signal an die Kunden des Markts und Einzelhandels sein, so Morlock.

Erkan gab zu bedenken, der Weg von den Parkhäusern zum Marktplatz sei kaum länger als vom Kirchplatz. Der Kompromiss helfe niemandem richtig weiter. Wer an der Kirche künftig einen Parkplatz suche, werde wegen der relativ geringen Platzzahl oft keinen finden. Siegfried Jorda von der Anwohnerinitiative sprach von einer „rückwärts gerichteten“ Politik, die sich den finanziellen Interessen einiger weniger beuge. Statt einer „grünen Lunge“ werde es weiter viel Lärm und Abgase geben. Weiß sagte, es gehe nicht um Befindlichkeiten, sondern um Fakten. Kernfrage sei: Reichen die Parkplätze in Marktnähe auch ohne jene in der Französischen Allee? Laut Weiß lässt sich die Frage klar mit Ja beantworten.

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