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Hanau Geld für Haus des Jugendrechts

Die schwarz-grüne Landesregierung will im Landesetat Mittel für die Schaffung eines Hauses des Jugendrechts in Hanau bereitstellen, um die Jugendkriminalität zu verringern.

Jugendkriminalität
In Frankfurt gibt es bereits ein Haus des Jugendrechts. (Archivbild) Foto: Andreas Arnold

Die Pläne für das von der Stadt Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis geforderte Haus des Jugendrechts werden konkreter. Die schwarz-grüne Koalition will einen Änderungsantrag für die Landesetats der nächsten beiden Jahre beschließen, der für das Projekt 255 000 Euro für 2018 und 205 000 Euro im Jahr 2019 vorsieht. Das Geld wird unter anderem für zwei Planstellen für Staatsanwälte, einen Wachtmeister und Servicemitarbeiter gebraucht. Laut Antrag, über den nächste Woche entschieden wird, orientiert sich die Kalkulation an anderen Häusern des Jugendrechts.

In den Einrichtungen arbeiten Staatsanwaltschaft, Polizei, Jugendgerichtshilfe und Jugendamt eng zusammen, um schnell auf Straftaten Jugendlicher reagieren zu können. Häuser des Jugendrechts gibt es bereits in Wiesbaden und Frankfurt, wo bald das dritte entstehen soll und ein viertes im Gespräch ist.

Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Häuser Jugendkriminalität verringern könnten, heißt es in dem Antrag. Ziel sei es, junge Menschen „frühzeitig – möglichst vor oder an der Schwelle der Delinquenz – durch einen verstärkt präventiv ausgerichteten Ansatz zu erreichen“ und ihnen zu helfen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Das Jugendamt sorge dafür, dass die notwendige pädagogische Kompetenz einfließe.

Die Forderung von Stadt und Kreis nach einem Haus des Jugendrechts ist auch eine Reaktion auf mehrere große und gewalttätige Auseinandersetzungen in Hanau und Gelnhausen, die im Frühjahr für Aufregung und bundesweite Schlagzeilen sorgten. Damals wurde ein 38-Jähriger so brutal geschlagen, dass er auf einem Auge fast blind ist. Wegen schwerer und gefährlicher Körperverletzung hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen verdächtigen Jugendlichen erhoben. Er soll einer Gruppe angehören, die sich in Anlehnung an den früheren kolumbianischen Drogenboss Escobar-Gang nennt.

Hanau und der Main-Kinzig-Kreis planen für das Projekt hohe eigene Investitionen, etwa in den Standort. Infrage kommt ein Gebäude der städtischen Baugesellschaft am Schlossplatz in der Altstadt. Stadt und Kreis arbeiten – in Abstimmung mit Polizei und Staatsanwaltschaft – auch deshalb zusammen, weil auffällige Jugendliche aus dem Altkreis Hanau häufig im Hanauer Stadtgebiet agieren und Jugendkriminalität in kleineren Städten mitunter ebenfalls ein Thema ist. So beschäftigte vor ein paar Jahren eine Gruppe aus Erlensee immer wieder die Justiz. 

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