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Grube Messel Neues aus der Vergangenheit

Ein Senckenberg-Buch zur Grube Messel ist erschienen. 28 Wissenschaftler berichten über neueste Ergebnisse - von der Entstehung bis zu den weltberühmten Fossilienfunden.

Fossil
Der Rhynchäites Messelense, ein ibis-artiger Vogel aus dem Eozän, als Fossil aus der Grube Messel. Foto: imago stock&people

Erst vor drei Wochen kam die Entwarnung. Der Grabungsstopp in der Grube Messel bei Darmstadt wurde nach über einem Jahr aufgehoben. Das Moratorium war verhängt worden, weil der Hessische Denkmalschutz befürchtete, die Unesco-Welterbestätte könnte durch die Grabungen zu Schaden kommen. Und das, wo man laut der Senckenberg-Gesellschaft in Frankfurt davon ausgehen kann, dass noch mehrere Generationen mit der Erforschung der Fossillagerstätte beschäftigt sein werden.

Allein in den vergangenen 30 Jahren wurden in der Grube Messel tausende neue Funde gemacht und in hunderten wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. Diese neuen Ergebnisse sind Anlass für das neue Senckenberg-Buch „Messel – Ein fossiles Tropenökosystem“, herausgegeben von Stephan F. K. Schaal, Krister T. Smith und Jörg Habersetzer. Darin geben 28 internationale Wissenschaftler auf über 350 Seiten Einblicke die Entstehung des Messel-Kraters, fossile Farberhaltung, die Evolution der Echoortung, den Kolibri-Urahn, kopflose Ameisenfresser und neuartige Untersuchungs- und Erhaltungsmethoden. Auch den weltberühmten Urpferdchen und dem Primatenjungen „Ida“ sind mehrere Kapitel gewidmet.

1988 erschien das erste Senckenberg-Buch zur Grube: „Messel – Ein Schaufenster in die Geschichte der Erde und des Lebens“. „Mit diesem zweiten Messel-Buch in deutscher und in englischer Ausgabe wird dem naturinteressierten Leser vorgestellt, was Bio- und Geowissenschaftler seit den 70er Jahren an den einzigartigen Fossilien des Messeler Ölschiefers erforscht haben“, heißt es im Vorwort der Herausgeber. Mit den über 390 Bildern könne man sich aber auch einfach nur an der Schönheit der 48 Millionen Jahre alten Fossilien erfreuen. Die abgebildeten Fossilien seien im Wesentlichen Bestandteil der Senckenberg-Sammlung. Auch Funde des Hessischen Landesmuseum Darmstadt und von weiteren Museen sowie Privatsammlern werden gezeigt.

Ausdrücklich bedankt sich Herausgeber und Leiter der Abteilung Messelforschung am Senckenberg Forschungsinstitut Stephan Schaal bei den Mitstreitern, die für den Erhalt der Grube kämpften, als diese vor 30 Jahren zur Mülldeponie werden sollte: „Nicht auszudenken, welche Schätze uns entgangen wären.“

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