Lade Inhalte...

Gießener in türkischer Haft Foltervorwürfe gegen die Türkei erhoben

Die Mutter des in der Türkei inhaftierten Patrick Kraicker hat Foltervorwürfe erhoben. Ihr Sohn habe berichtet, mit verbundenen Augen geschlagen und gefoltert worden zu sein.

30.05.2018 12:40
In Haft
In Haft (Symbolbild). Foto: dpa

Die Mutter des in der Türkei inhaftierten Patrick Kraicker hat Foltervorwürfe erhoben. In einem Telefongespräch habe ihr Sohn gesagt, dass ihm die Augen verbunden wurden, dann sei er geschlagen und gefoltert worden, sagte Claudia S. der „Gießener Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch).

Der Gießener befindet sich seit März in türkischer Haft. Er sei von türkischen Sicherheitskräften unter dem Vorwand der „Unterstützung einer Terrororganisation“ in der kurdischen Region nahe der türkisch-syrisch-irakischen Grenze festgenommen worden, schreibt die Initiative „Free Patrick - Freiheit für Patrick“, die eine Petition auf der Plattform Change.org. gestartet hat. Dem 29jährigen werde vorgeworfen, dass er die Grenze nach Syrien überqueren wollte, um sich dort der kurdischen YPG anzuschließen.

Patricks Mutter habe einen kurzen Anruf von ihrem Sohn erhalten, erklärt die Initiative auf ihrer Facebook-Seite. Dabei habe er mitteilen können, was ihm widerfahren sei. Die Initiative appelliert in der Petition an das Auswärtige Amt sowie an Verantwortliche in Politik und Gesellschaft, sich für „eine bedingungslose Freilassung von Patrick Kraicker einzusetzen und eine sichere Rückkehr in seine Heimatstadt Gießen zu gewährleisten“. Außerdem hat sie ein Spendenkonto eingerichtet, um einen Rechtsanwalt zu finanzieren. Die Online-Petition haben bisher rund 1.600 Menschen unterschrieben.

Eine Anfrage des Evangelischen Pressediensts (epd) beim Auswärtigen Amt zum Fall Patrick Kraicker blieb bislang unbeantwortet. Nach Darstellung von Familienangehörigen habe Patrick in der kurdischen Region lediglich wandern und die Großeltern eines Jugendfreundes besuchen wollen, schreiben seine Unterstützer in der Petition. Patrick Kraicker sei weder kurdischer Herkunft noch habe „er sich bislang in irgendeiner Weise politisch aktiv für die Belange der Kurden eingesetzt“. Unter den Gießener Kurden sei er unbekannt. Seine Unterstützer weisen zudem türkische Medienberichte zurück, nach denen Patrick in der Bundeswehr gedient haben soll. (epd)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen