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Gesundheitspolitik Hessen setzt auf E-Health

Da der Druck auf das Rettungswesen in Hessen steigt, setzt die Landesregierung auf E-Health. Sie fördert Innovationsprojekte mit 1,5 Millionen Euro im Jahr. Diese sollen die Qualität verbessern.

Telenotärzte
In Aachen arbeiten der Telenotärzte erfolgreich seit 2014. Foto: Jana Frömbgen

Der Main-Kinzig-Kreis ist nicht der einzige, der den Telenotarzt testen möchte: „Derzeit überlegen mehrere hessische Landkreise, solche Projekte umzusetzen“, sagt die Pressesprecherin im Gesundheitsminsterium, Esther Walter. Außer dem Kreis Main-Kinzig sei auch der Kreis Marburg-Biedenkopf mit vorne dran. Ein konkreter Start-Termin stehe noch nicht fest. „Das Hessische Gesundheitsministerium befindet sich derzeit in Verhandlungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und den Krankenkassen, um geeignete Rahmenbedingungen für solche Projekte zu schaffen.“ Sobald eine Einigung erzielt sei, sei eine finanzielle Unterstützung im Rahmen des neuen Landesprogramms „Förderung von Innovationsprojekten in Telemedizin und E-Health“ möglich. „Die Hessische Landesregierung stellt hierfür 1,5 Millionen Euro jährlich zur Verfügung.“

Nach Darstellung der Ministeriumssprecherin steigt derzeit der Druck auf das deutsche Rettungswesen. „Der Telenotarzt schafft als Ergänzung zur Boden- und Luftrettung die dringend notwendige Entlastung der Ressourcen und eine Absicherung der Versorgungsqualität.“

Grundsätzlich stehe Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) der Telemedizin „absolut positiv“ gegenüber, betont Walter. Speziell in ländlichen Regionen sei der Einsatz elektronischer Kommunikation „ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der hochwertigen medizinischen Versorgung der Bevölkerung in der Zukunft“. Im Rettungswesen könne sie Wege verkürzen und Leben retten.

Ein Beispiel dafür sei die in Hessen entwickelte IT-Applikation „Interdisziplinärer Versorgungsnachweis“ (IVENA). In dem Online-Meldesystem zeigen Kliniken ihre freien Kapazitäten oder Versorgungsengpässe online an. So können Rettungdienste Notfallpatienten schneller ins passende Krankenhaus bringen. Dieses System hätten die Bundesländer Niedersachsen und Brandenburg sowie österreichische Krankenhausträger inzwischen übernommen.

Wie die Sprecherin betont, genießen Daten- und Patientenschutz oberste Priorität. Technik werde nicht den persönlichen Kontakt ersetzen. Doch sie eröffne einem Allgemeinmediziner im ländlichen Raum die Möglichkeit, einen Spezialisten zuzuschalten, oder der Pflegekraft einen Arzt. Das verbessere die Qualität der Behandlung, erspare schlussendlich auch dem Patienten lange Wege und Zeit.

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