Lade Inhalte...

Gesundheitspakt 3.0 in Hessen Coaching soll jungen Ärzten die Praxis-Übernahme erleichtern

Hessen unterzeichnet den „Gesundheitspakt 3.0“. Ziel ist unter anderem junge Ärzte zu coachen, um ihnen eine Praxis-Übernahme zu erleichtern.

Arzt
Ein Arzt trägt ein Stethoskop um den Hals. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

Fachkräftesicherung und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Kliniken und niederlassenen Ärzten: Das sind die neuen Schwerpunkte des dritten sogenannten Gesundheitspakts, den Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) und die Akteure am Montag in Wiesbaden unterzeichnet haben. Wie bei den beiden Vorgängerpakten geht es vor allem darum, alle Betroffenen an einen Tisch zu holen, um die Gesundheitsversorgung im Sinne des Patienten zu verbessern. Für die Koordination sei das Ministerium zuständig, sagte Grüttner. Verbindlichkeiten gibt es keine. Die vereinbarten Vorhaben basierten auf reiner Freiwilligkeit: „Wir setzen auf den Dialog.“ Hier einige Beispiele:

Ärztemangel Um zwei Gruppen soll das Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin an der Frankfurt Universität verstärkt werben: junge Ärztinnen in der Babypause und Klinikärzte, vor allem Anästhesisten, die sich beruflich umorientieren wollen. Direktor Ferdinand Gerlach und seine Mitstreiter wollen sie darin unterstützen, sich mit eigener Praxis niederzulassen; möglichst auf dem Land. Dabei geht es nicht mehr nur um Allgemeinmediziner, sondern auch andere Fachgruppen. Ausländische Ärzte sollen ergänzend zu den allgemeinen Sprachkursen praxisbezogene Schulungen bekommen. Diese sind auch für Pflegekräfte offen.

Pflegemangel Die Tätigkeit in der Kranken- und Altenpflege soll attraktiver werden. Dazu wollen die Paktpartner einen „Dialogprozess“ mit hessischen Arbeitgebern starten. „Geprüft“ wird die Entwicklung gesundheitsfördernder Angebote wie Rückenschule oder Stressbewältigung. Der Einsatz neuer Technik soll in der Pflege weitergehen und eine gemeinsame Initiative für die Anwerbung internationaler Kräfte die Unternehmen entlasten.

Sektorenhürden Die Kommunikation zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten oder Pflegeheimen soll besser werden. Speziell geht es dabei um Informationen bei Einweisungen ins Krankenhaus, Entlassungen und beim Medikamentenplan. „Geprüft“ wird die Entwicklung einer einheitlichen Software, mit der Kliniken und Arztpraxen sich austauschen können. Modellprojekte zur Notfallversorgung sollen fortgesetzt werden. Geplant ist zudem ein Onlineportal mit sämtlichen Daten zur Versorgung – angefangen von Ärzten, Kliniken, Apotheken, Physiotherapeuten bis hin zu ambulanten Pflegediensten, Selbsthilfegruppen. Bislang führt jeder seine Statistik separat – die Kassenärztliche Vereinigung die der Niedergelassenen, das Sozialministerium weiß alles über die Kliniken. Landkreise und kreisfreie Städte sollen eine regionale Strategie zur gesundheitlichen Versorgung erstellen, die Daten können dabei helfen. Bei akuten Versorgungsengpässen springt eine „Task Force“ ein, über deren Ausgestaltung es laut Grüttner allerdings noch keine konkrete Vorstellung gibt.

E-Health Der Einsatz neuer Techniken wie Telemedizin soll in den nächsten Jahren eine große Rolle spielen. Sowohl in der Pflege als auch beim Rettungsdienst oder der Kommunikation zwischen ambulanten und stationären Anbietern.

Öffentlicher Gesundheitsdienst In den Gesundheitsämtern wird das ärztliche Personal knapp. Ein Grund dafür ist die im Vergleich zu Klinikärzten schlechte Bezahlung. Hier besteht bereits jetzt die Möglichkeit, Zulagen zu gewähren, sagt Jan Hilligardt, Direktor des Hessischen Landkreistags. Mancher Landkreis biete auch Stipendien an. Es gehe aber auch darum, die Tätigkeit überhaupt bekanntzumachen: „Es ist wichtig zu informieren, dass es dieses Berufsfeld gibt.“

 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen