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Gesundheit Sorge um Schutz der Patientendaten

Hessens Sozialminister und Krankenkassen fordern bessere gesetzliche Regeln für den Einsatz von E-Health. Sonst übernehmen Google und Co den Gesundheitsmarkt.

Arztbesuch
Ein Arzt untersucht einen Patienten. Foto: Bernd Weissbrod

Der Teledoc trägt einen Tele-rucksack. Darin befinden sich Geräte für das Messen von Blutdruck, Blutzucker oder auch den Puls. Ein anderes Unternehmen ermöglicht 600 Kliniken, ihre Daten auszutauschen: 37 Aussteller sind es insgesamt, die am Mittwoch im Frankfurter IHK-Gebäude präsentieren, wie der Einsatz moderner Technik die Akteure im Gesundheitswesen unterstützen kann. Zehn von ihnen kommen aus Hessen.

„Inzwischen gibt es schon einige Möglichkeiten“, sagt Sozialminister Stefan Grüttner (CDU), Schirmherr und erstmals Mitveranstalter des fünften E-Health-Kongresses der Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main mit rund 300 Teilnehmern. Seit einem Jahr habe das Thema an Schwung gewonnen. Was bislang nur theoretisch diskutiert wurde, sei serienreif. Nun gelte es, die politischen Rahmenbedingungen anzupassen.

Wem gehören die Patientendaten?

Wem gehören die Patientendaten? Das ist die Hauptfrage, die Grüttner und Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker- Krankenkasse in Frankfurt, schnellstmöglich von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geklärt haben wollen. Dem Patienten, müsse die Antwort lauten, nicht Google oder Apple.

Einheitliche Schnittstellen seien notwendig, um einen reibungslosen und sicheren Datenaustausch zwischen Kliniken, Ärzten und Patienten zu gewährleisten. Etwa beim Entlassungsmanagement. Und digitale Patientenakten, die sämtliche Informationen vereinen – auch über die Medikamente, die er nimmt.

Im Vergleich zu anderen Ländern wie Österreich oder den baltischen Staaten hinke das medizinisch gut versorgte Deutschland beim Einsatz digitaler Technik hinterher, sagt Baas: „Wir müssen es schaffen, den Anschluss zu schaffen.“ Das Potenzial sei „exorbitant groß“. Aber auch die Gefahr, dass private Drittanbieter den Markt an sich reißen „und der Arzt Handlanger dieses Systems wird“.

Wie der Minister betont, ist die Förderung innovativer Unternehmen ein weiterer Baustein der digitalen Strategie der Landesregierung. Dazu zähle der Breitbandausbau. Oder das vor wenigen Monaten eröffnete Kompetenzzentrum für Telemedizin und E-Health an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen. Es berät Akteure im Gesundheitswesen zu Themen wie Datenschutz und -sicherheit, intersektorale Kommunikation und technische Standards. „Derzeit wenden sich vor allem Arztpraxen dorthin“, sagte Grüttner. Datensicherheit genieße höchste Priorität. „Sowohl der Transfer als auch der Speicherort müssen allerhöchsten Anforderungen genügen.“ Und E-Health sei kein Hobby von Technikfreaks: „Ziel ist alleine, die Versorgung der Patienten zu verbessern.“

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