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Gesundheit „Alles lässt sich an den Füßen ablesen“

Johann Georg Schilling behandelt in seiner Praxis in Maintal-Hochstadt auch Patienten mit Parkinson. Er bevorzugt Heilmittel auf pflanzlicher Basis in Verbindung mit Massagen.

Sporttherapeut Johann Georg Schilling
Sporttherapeut Johann Georg Schilling in seiner Praxis. Foto: Monika Müller

Um zu wissen, was mit einem Patienten nicht stimmt, muss sich Johann Georg Schilling nur dessen Füße anschauen. „Alles lässt sich an den Füßen ablesen“, sagt der 78-Jährige und zeigt eine gerahmte Übersicht der Fußreflexzonen, bei der jede einzelne Zone des Fußes mit einem anderen Körperteil oder -organ korrespondiert. Mit den eigenen Füßen hatte Schilling als 22-Jähriger erstmals Probleme. Der seinerzeit engagierte Judoka aus Offenbach bekam Nagelpilz. Sein Hausarzt zog ihm zwei Zehennägel, der Nagelpilz kam wieder. Da begann Schilling erstmals, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Als die Großmutter den kleinen „Hans“ zum ersten Mal mit in den Wald zum Sammeln von Kräutern und Wurzeln nahm, war er vier Jahre alt. Es machte ihm großen Spaß zu lernen, wie die Produkte von Mutter Natur in nützliche Salben, Pulver, Tinkturen und Breie verwandelt werden. „Es war die Kriegs- und Nachkriegszeit, da war alles, was die Natur noch bot, wichtig, um Hunger zu lindern und Krankheiten zu besiegen“, erinnert sich Schilling. Im Alter von 15 Jahren begann er Schulungen in Pflanzenkunde zu besuchen, absolvierte Lehrgänge für Chiropraktik und Akupressur und machte auch ein Diplom als Sport-Therapeut.

Geübt hat Schilling zunächst am eigenen Körper, und der bot ihm dazu reichlich Gelegenheit. Mit Mitte 40 bekam Schilling Rheuma, das in Gicht überging. Er ging zum Arzt. Der empfahl ihm eine Klinik in Bad Nauheim. „Können die mir helfen?“, fragte Schilling. „Nicht wirklich, sie werden mit Kortison vollgepumpt“, antwortete ihm der Arzt. Schilling half sich wieder selbst, stellte unter anderem seine Ernährung radikal um, aß eine Zeit lang nur noch Karotten und Kartoffeln. Bei der Suche nach einem geeigneten Gegenmittel dachte Schilling an ein Rheuma-Pulver, das Hildegard von Bingen vor fast 1000 Jahren entwickelt hatte. In dem Pulver enthalten waren Steinbrech, Pfeffernelke, Gartenraute und Petersiliensamen.

„Aber es gibt ja keine Überlieferungen zu Mengenangaben“, so Schilling. Also begann er zu probieren. „Das ging voll in die Hose.“ Im wahrsten Sinne des Wortes, der Forscher am eigenen Körper bekam Hämorrhoiden. Er konzentrierte sich auf Steinbrech und Gartenraute und bekam so die Gicht in den Griff. Aber mit Anfang 50, so Schilling, „kam der Datterich“, Parkinson. Mit dazu kam Vergesslichkeit, erstes Anzeichen von Demenz. Sein langjähriger Hausarzt sagte, es gebe keine Mittel gegen Parkinson. Rund 25 Jahre später weiß Schilling: „Man kann diese Krankheit stoppen und die Symptome in den Griff kriegen.“

Nagelpilz, Gicht, Parkinson, Demenz – für Schilling sind das alles Folgeerkrankungen, die miteinander zusammenhängen und eine Hauptursache haben: eine mangelhafte Durchblutung. Schilling experimentierte wieder. Er entwickelte eine Salbe, die bei regelmäßiger Akupressur und Massagen an verschiedenen von Arthritis oder Arthrose betroffenen Körperpunkten die Symptome lindern kann und er braute eine Tinktur auf Kräuterbasis, die die Krankheit zurückdrängt. Die Tinktur regt die Dopamin-Produktion in den durch Parkinson brachliegenden Nervenzellen wieder an.

Seit Ende der 90er Jahre behandelt Schilling in seiner Praxis in Maintal-Hochstadt auch Patienten mit Parkinson. Mit teils großartigen Erfolgen. „Es macht einfach Spaß, wenn ein Patient am Anfang von seiner Frau geführt wird und später alleine mit dem Auto kommt.“ Nicht immer bekommt es der Therapeut gedankt, wie Hans-Jürgen Kessler zu berichten weiß. Kessler kam vor etwa 20 Jahren mit schlimmen Magenproblemen in die Praxis von Schilling. Als er erfuhr, welche Wunderdinge Schilling vollbringt, spornte er ihn an, eine eigene Website einzurichten, um die großen Taten einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Bereitschaft der Patienten, öffentlich von ihren Behandlungserfolgen zu berichten, sei aber gering. „Niemand will sich outen und mit der Krankheit in Verbindung gebracht werden, schon gar nicht, wenn er sie überwunden hat“, sagt Kessler. Immerhin eine Handvoll Erfahrungsberichte und Videos auf der Website geben aber Auskunft über Schillings Behandlung.

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