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Geplanter Neonazi-Aufmarsch Büdingen verbietet Fackeln bei Nazi-Demo

Neonazis planen einen "Fackelmarsch" durch Büdingen. Nun untersagt die Stadt jedoch den Einsatz von Fackeln. Neben Brandschutz geht es auch um das historisch vorbelastete Datum des geplanten Protests. Derweil rufen immer mehr Initiativen und Parteien zu Gegenkundgebungen auf.

Demonstration der NPD-Jugendorganisation in Huenfeld. (Archivbild 11/2012) Foto: Martin Weis

Wenige Tage vor einer für Samstag geplanten Neonazi-Demonstration in Büdingen (Wetteraukreis) schließen sich immer mehr Parteien und Gruppierungen den Aufrufen zu Gegenkundgebungen an. Am Mittwoch kündigte auch die hessische Linkspartei an, sich an den Protesten gegen die rechte Demonstration zu beteiligen. „Es ist die Lehre aus der Geschichte und der klare Auftrag an uns, jede Form von Faschismus, Rassismus und Antisemitismus zu bekämpfen“, sagte die Landesvorsitzende der Linken, Heidemarie Scheuch-Paschkewitz. Man rufe dazu auf, in Büdingen „ein klares Zeichen für ein friedliches und solidarisches Miteinander zu setzen“.

Die bekannte rechte Szene-Aktivistin Melanie Dittmer aus Nordrhein-Westfalen plant für Samstag ab 17 Uhr einen „Fackelmarsch“ durch Büdingen, um gegen die Aufnahme von Flüchtlingen zu protestieren. Zu der Demonstration werden rund 200 hessische NPD-Anhänger und Neonazis aus der militanten Kameradschaftsszene erwartet.

Rund 200 Neonazis erwartet

Eine Mitarbeiterin des Büdinger Ordnungsamtes sagte der Frankfurter Rundschau am Mittwoch, man habe den Neonazis das Mitführen von Fackeln mit einer Verfügung untersagt. Man rechne aber noch mit einer Klage der Organisatoren vor dem Verwaltungsgericht Gießen.

Neben der Brandschutzgefahr in der engen Büdinger Altstadt ist der Aufzug mit brennenden Fackeln politisch fragwürdig, weil am Samstag vor genau 83 Jahren NSDAP-Anhänger mit Fackeln durch das Brandenburger Tor in Berlin gezogen waren, um die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler zu feiern.

Unterdessen rufen auch mehrere Frankfurter Antifa-Gruppen dazu auf, sich den Rechtsradikalen in Büdingen in den Weg zu stellen. Ein lokales Bündnis aus Bürgern, Parteien und Kirchengemeinden plant bereits ab 16 Uhr eine Gegenkundgebung am zentral in Büdingen gelegenen Großendorfparkplatz. Die Veranstalter erwarten zu der Kundgebung bis zu 500 Teilnehmer.

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