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Fulda Unwetter tobt über Hessen

Geflutete Keller, überschwemmte Straßen und ein von den Wassermassen mitgerissenes Auto: In Hessen kämpfen die Einsatzkräfte stundenlang gegen starke Gewitter.

14.05.2018 06:04
Überschwemmungen nach Unwetter
Die überschwemmte B49 nahe Ermenrod (Feldatal/Vogelsbergkreis). Foto: dpa

Blitz, Donner und Starkregen: Heftige Frühlingsgewitter haben am Sonntag über Hessen getobt. „Von 20.30 bis 22.30 Uhr hatten die Rettungskräfte im Vogelsbergkreis unheimlich viel zu tun“, sagte ein Sprecher der Polizei in Fulda. Straßen standen unter Wasser, Keller liefen voll, Schlamm wälzte sich Abhänge herunter.

Die Unwetter trafen ganz lokal einzelne Gemeinden. Die Feuerwehr im Vogelsbergkreis berichtete am Morgen von 126 Einsätzen, fast 700 Einsatzkräfte waren vor Ort. Verletzte gab es aber nicht.

Autos von Wassermassen mitgerissen 

Mit am stärksten betroffen war die Orte Grebenhain und Feldatal sowie rund zehn weitere Gemeinden. Mehrere Autos wurden von Wassermassen und Schlammlawinen mitgerissen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen berichtete. In Feldatal wurde ein Auto vom Wasser gegen eine Hauswand geschleudert. „Das Ausmaß der Schäden wird wohl erst bei Tageslicht deutlich“, sagte der Sprecher. 

Im Feldataler Ortsteil Köddingen wurde eine komplette Baustelle einschließlich Baumaterial weggefegt, als sich eine Flutwelle durch den Ort schob. Das Dorf war am Abend fast von der Außenwelt abgeschlossen. „Das wird eine lange Nacht“, sagte Feldatals Gemeindebrandinspektor Rüdiger Klaus am Abend. 

Zugverkehr gestört 

Ein Geröllabgang an einem Bahnübergang stoppte am Abend den Zugverkehr in Rülfenrod. In Ilbeshausen schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein, es wurden aber nur Dachziegel getroffen, kein Brand entstand. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht. Die Aufräumarbeiten waren noch nicht überall beendet, in Feldatal war auch am Montagmorgen noch eine Straße unpassierbar.

In mehreren Orten stand das Wasser bis zu einem Meter hoch in den Straßen, zum Beispiel in Nösberts-Weidmoos. An einer Bundesstraße wurden mit Sandsäcken, Schotter, Strohballen und einem Misthaufen Wasserbarrieren errichtet. Ein Wohnmobil wurde von der Feuerwehr mit einem Quad aus den Fluten gelotst. „So etwas habe ich in meiner 25-jährigen Dienstzeit bei der Feuerwehr noch nicht erlebt“, sagte Grebenhains Gemeindebrandinspektor Mario Henning.

Am Ortsschild von Ermenrod schwappten Schlamm und Wasser über die Fahrbahn. Mit Frontladern, Schaufeln und Besen räumten Feuerwehrleute die Straße frei. In der Gemeinde Gemünden wurde das Feuerwehrhaus von Otterbach überschwemmt. Mit Sandsäcken und Holzbarrieren versuchten die Feuerwehrleute, den örtlichen Bach im Zaum zu halten.

Zahlreiche Einsätze im Kreis Marburg-Biedenkopf

Die Feuerwehr im Kreis Marburg-Biedenkopf zählte 85 Einsätze. Keller und Tiefgaragen liefen voll, Bäume stürzten um. Die Einsatzkräfte mussten weit mehr als 50 Mal ausrücken. Auch hier waren Straßen überflutet und Keller vollgelaufen. „Zum Glück gab es aber keine Personenschäden“, sagte ein Sprecher der Leitstelle.

Der Deutsche Wetterdienst mit Sitz in Offenbach hatte tagsüber vor Unwettern in den betroffenen Landstrichen gewarnt. Am Montag soll hier und da aber schon wieder die Sonne scheinen. (dpa)

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