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Friedrichsdorf Wohnen statt Therapieren

Ein Berliner Investor hat Pläne für die Gebäude der Salus-Klinik präsentiert, die in Bad Nauheim einen Neubau plant. Die Hochhäuser können stehen bleiben.

Salus-Klinik
Die Salus-Klinik wird Friedrichsdorf verlassen. Foto: Michael Schick

Es gibt verschiedene Interessenten“, sagt Ralf Schneider, Geschäftsführer der Salus-Klinik in Friedrichsdorf. Die Einrichtung für Suchterkrankungen und psychosomatische Störungen plant einen Neubau in Bad Nauheim; Das Areal im Friedrichsdorfer Ortskern steht deshalb zum Verkauf.

Einer der Interessenten, die Berner Group aus Berlin, ist inzwischen auch bei der Stadt vorstellig geworden. Sie möchte die Klinikgebäude zwischen Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße, Landgrafenplatz und Hugenottenstraße in Wohnungen umwandeln, darunter auch die beiden zwölf- beziehungsweise achtstöckigen Hochhäuser. Der Zwischenbau allerdings soll abgerissen werden.

Geplant sind vor allem kleine Wohneinheiten, 80 Apartments und 40 sogenannte Mikro-Apartments, sprich Ein-Zimmer-Wohnungen. Die Rede ist von Generationenwohnen und seniorengerechtem Wohnen. Das Erdgeschoss des Gebäudes an der Hugenottenstraße soll gewerblich genutzt werden. Auf der 1300 Quadratmeter großen Nutzfläche kann sich die Berner Group Büros, Galerien und andere Geschäfte vorstellen.

Das derzeit wenig ansprechende Äußere möchte der potenzielle Investor mit einer Begrünung der Fassaden verschönern. Auch die Flachdächer sollen begrünt werden. „Ziel ist es, das gesamte Areal in ein attraktives Wohn-, Arbeits- und Lebensquartier, das parkähnlich in die vorhandene Bebauung eingebettet werden soll, umzugestalten“, heißt es in der entsprechenden Vorlage des Magistrats.

Um ihre Pläne umzusetzen, muss die Berner Group 221 Parkplätze nachweisen. Nach der Baugenehmigung aus dem Jahr 1977 sind derzeit lediglich 116 Stellplätze vorhanden. 70 zusätzliche Plätze möchte der Immobilien-Dienstleister aus Berlin in einem zweigeschossigen Parkdeck schaffen. Außerdem sind zehn Car-Sharing-Plätze und einige oberirdische Parkplätze vorgesehen.

Die Mitglieder des Friedrichsdorfer Bauausschusses haben bereits ihre grundsätzliche Sympathien für die Pläne des Investors signalisiert. Allerdings haben sie auf Antrag des CDU-Stadtverordneten Stephan Schlocker der Stadtregierung auch den Auftrag erteilt, mit der Berner Group über öffentlich geförderte Wohnungen und öffentliche Stellplätze auf dem geplanten Parkdeck zu verhandeln.

„Das werden wir prüfen“, sagt der Leiter der Stadtplanung, Ulrich Nützel. Aus Sicht der Stadt gebe es bislang „keine Bedenken“, was das Vorhaben der Berner Group angeht. Für die Umwandlung der Klinik-Gebäude in Wohnungen sei kein langwieriges Bebauungsplanverfahren nötig. Auch das geplante Parkdeck füge sich planungsrechtlich in die vorhandene Bebauung ein.

Die Salus-Klinik will ihren Standort in Friedrichsdorf mangels Erweiterungsfläche aufgeben und für 40 Millionen Euro in Bad Nauheim einen Neubau errichten. Man wäre gerne in Friedrichsdorf geblieben, bedauert Geschäftsführer Ralf Schneider. „Es gab aber keine Erweiterungsmöglichkeiten.“ Vor allem die psychosomatische Abteilung soll an dem neuen Standort ausgeweitet werden. Derzeit bietet sie 36 Therapieplätze. „Das wollen wir verdoppeln“, sagt der Geschäftsführer.

Ziel sei es, Mitte nächsten Jahres mit dem Neubau in Bad Nauheim zu beginnen, so Schneider. Der Umzug aus Friedrichsdorf ist für Mitte bis Ende des Jahres 2019 geplant.

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