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Friedberg Wetterauer Kreisspitze ist bald wieder komplett

Der Kreistag wählt Matthias Walther aus Nidda zum hauptamtlichen Kreisbeigeordneten.

Matthias Walther
Der Diplom-Logistiker Walther(2.v.r.) wird neben Stephanie Becker-Bösch der zweite Hauptamtliche. Foto: Privat

Der 44 Jahre alte Matthias Walther (CDU) ist zum zweiten hauptamtlichen Beigeordneten des Wetteraukreises gewählt worden. Für den Kandidaten von CDU und SPD stimmten am Mittwoch 42 der 76 anwesenden Kreistagsabgeordneten. Die große Koalition, die gestern mit 46 Abgeordneten vertreten war, votierte somit nicht geschlossen für Walther. Der Bewerber der Grünen, der Friedberger Kreistagsabgeordnete Thomas Zebunke, erhielt zwölf Stimmen.

Die Wahl des in der Kreispolitik noch unbekannten Walther aus dem Niddaer Stadtteil Geiß-Nidda verfolgten ungewöhnlich viele Zuschauer auf der Tribüne im Friedberger Kreishaus. Rund 40 Gäste sahen, wie Landrat Jan Weckler (CDU) ihn vereidigte und ihm die Ernennungsurkunde überreichte. Der verheiratete Familienvater zweier kleiner Kinder wird das Amt am 17. September antreten. Noch arbeitet der Diplom-Logistiker als Senior-Projektcontroller für Terminalbauprojekte beim Flughafenbetreiber Fraport. In der Kreispolitik ist der stellvertretende Ortsvorsteher von Geiß-Nidda bislang noch nicht aktiv gewesen. Walther wird sich künftig um die Kreisfinanzen, die Bereiche Umwelt, Landwirtschaft und Bauordnung kümmern. Außerdem übernimmt er die Verantwortung für die beiden Eigenbetriebe Abfallwirtschaft und Informationstechnologie des Kreises.

Die Wahl Walthers ist zu erwarten gewesen. Der Wahlvorbereitungsausschuss hatte sich am 9. August mehrheitlich für ihn ausgesprochen. Insgesamt seien vier Bewerbungen eingegangen, berichtete der Ausschussvorsitzende Oliver von Massow (CDU).

Die Opposition kritisierte die Wahl Walthers scharf. Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Rückl nannte sie eine Farce. Die Mehrheit für den Niddaer Kommunalpolitiker habe ungeachtet weiterer Bewerbungen festgestanden, äußerte er. „Das Geld können wir uns sparen.“ CDU und SPD benötigten „Versorgungsposten“ für ihre Parteien, so der Wölfersheimer Grüne. Die beiden Parteien hatten die Position eines zweiten hauptamtlichen Kreisbeigeordneten nach der Kommunalwahl 2016 wieder eingeführt, nachdem die Ampelkoalition von SPD, FDP und Grünen in der Wahlperiode zuvor mit nur einem Kreisbeigeordneten ausgekommen war.

Kritik an gut dotierte Position

Walthers neue Stelle ist in der Besoldungsgruppe B5 für kommunale Wahlbeamte eingruppiert. Folglich dürfte sein Bruttojahresgehalt künftig bei mehr als 110 000 Euro liegen.

Die Vorsitzende der Fraktion Die Linke/Piraten, Gabi Faulhaber, monierte, dass sich der Landkreis nach der Haushaltskonsolidierung unter dem Schutzschirm des Landes, den der Landkreis im Frühjahr 2017 verließ, eine solch gut dotierte Position wieder geleistet habe. Die Landtagsabgeordnete aus Karben forderte den Kreis deshalb auf, auch mehr Geld für soziale Belange auszugeben wie die Schülerbeförderung, die Schuldnerberatung und die psychosoziale Beratungsstelle.

Büdingens Bürgermeister Erich Spamer, der den Freien Wählern im Kreistag vorsitzt, warf CDU und SPD vor, sie förderten durch diese Art der Postenverteilung die Politikverdrossenheit. „Wenn die Bürger nicht mehr zur Wahl gehen, ist das zum Teil auf Ihr Verhalten zurückzuführen“, sagte Spamer. Einen Antrag der Freien Wähler, dass sich die Kandidaten Walther und Zebunke vor der Wahl im Kreistag vorstellen sollten, lehnten CDU und SPD am Mittwoch ab.

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