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Friedberg Antifa-BI von Rechtsextremen bedroht

Rechtsextreme überhäufen den Verein Antifaschistische Bildungsinitiative mit Hassparolen. Doch die Antifa-BI lässt sich nicht einschüchtern.

Andreas Balser, Vorsitzender der Antifaschistischen Bildungsinitiative. (Archivbild) Foto: Rolf Oeser

Andreas Balser, Vorsitzender des mehrfach für sein Engagement ausgezeichneten Vereins Antifaschistische Bildungsinitiative (Antifa-BI) mit Sitz in Friedberg, hat am Montag im Postfach des Vereins eine Hasspostkarte voller Beleidigungen und Drohungen vorgefunden. Er habe bereits bei der Polizei Anzeige erstattet, teilt er mit.

„Rotgrüne, linke Landesverräter“ gelte es per Todesstrafe „auszurotten“, „bewaffneter Widerstand“ sei „Recht und Pflicht“ und Ähnliches ist aus dem Gekritzel auf der anonymen Postkarte zu entziffern. Adressiert ist sie an die „Rotfaschistenverbrecher“ der Antifa-BI.

„Viele Politiker und Einzelpersonen wie Journalisten und Schülervertreter haben in den letzten Monaten ähnliche Briefe erhalten, und einige haben sich nicht getraut, dies zur Anzeige zu bringen“, sagt Balser. Und diese Postkarte sei eine richtige persönliche Bedrohung. „Ich setze darauf, dass der demokratische Rechtsstaat diesen Menschen, der andere auf so feige Art und Weise bedroht, festsetzen wird.“

Auch auf dem Facebook-Auftritt des AfD-Kreisverbands Wetterau werden der Vereinsvorsitzende und der Verein angegriffen und beleidigt: „So ne kleinen Antifaschlümpfe wie dich sollte man nach Sibirien in den Steinbruch verfrachten bis ihr tod umfallt“, steht da wörtlich.

Der Verein lasse sich nicht einschüchtern, er werde auch weiter gegen menschenverachtende Ideologien vorgehen und für Demokratie und Menschlichkeit kämpfen, erklärt Balser. Die Methoden und den Umgangston der extremen Rechten lehne der Verein klar ab und setze dem kritische Bildungsarbeit und Kulturangebote entgegen.

AfD distanziert sich

Klaus Hermann, AfD-Kreisvorsitzender in der Wetterau, distanziert sich „ausdrücklich“ gegenüber der Frankfurter Rundschau von den Hassparolen auf dem AfD-Facebook-Auftritt. „Wir werden das löschen. Das ist nicht in Ordnung und nicht die Sprache der AfD. Jemandem den Tod zu wünschen, ist nicht tolerierbar.“ Es sei stets schwierig, die Grenze zwischen Meinungsfreiheit, Beleidigung und Bedrohung auszuloten.

Sein Kreisverband habe durchaus einen kontrollierenden Blick darauf, was sich beim eigenen Facebook-Auftritt tut und wer sich da so tummelt. „Aber wir können das nicht rund um die Uhr kontrollieren. Dazu sind es viel zu viele Beiträge.“ Und die Leute, die da posten, hätten mit der AfD nichts zu tun.

Infos auf www.antifa-bi.de

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