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Weihnachten in Frankfurt Varieté auf dem Main

In der Vorweihnachtszeit wird das Flaggschiff der Frankfurter Primus-Linie zur schwimmenden Showbühne. Die Kombüse zeigt, was sie kann, und internationale Artisten präsentieren ihre Kunststücke.

Weihnachtszeit in Frankfurt
Die internationale Künstlertruppe kommt auf der „Nautilus“ mit wenig Platz zurecht. Foto: Primus-Linie

Während im Hintergrund die Frankfurter Skyline an der „Nautilus“ vorbeizieht, versucht Tim Becker seinen Freund Konstantin zum Sprechen zu bringen. Konstantin ist eine Ratte mit rotgefärbtem Irokesen. „Ick weeß es ooch nich“, blafft er in herben Berliner Akzent, als Becker ihn fragt, wie alt er sei. Becker ist Bauchredner - gemeinsam mit Konstantin und sechs anderen Figuren, darunter einem sprechenden Donut und einem zugedröhnten Hippie, führt er durch das Abendprogramm der „Weihnachtissimo“-Fahrt auf der Nautilus, dem größten Schiff der Frankfurter Schifffahrtsgesellschaft Primus.

„Weihnachtissimo“ ist eine Kombination aus schwimmender Varieté-Show und winterlichem Dinner. Seit 18 Jahren ist die Fahrt fest im Jahresprogramm der Primus-Linie verankert. Heutzutage gebe es kaum noch Varietés in Deutschland, sagt Anton Nauheimer, der Gründer und Geschäftsführer. „Einmal im Jahr wollen wir diese Tradition aufleben lassen.“

„Weihnachtissimo“ ist ihm eine Herzensangelegenheit. „Wirtschaftlich rentiert sich die Fahrt kaum“, erzählt er. Man komme gerade so auf die schwarze Null. Dabei muss derjenige, der mit der Nautilus zur weihnachtlichen Abendfahrt in See stechen will, eine beträchtliche Summe zahlen: 99 Euro kosten die billigsten Tickets, je nach Wochentag kann es noch teurer werden.
Dafür wird den Passagieren aber auch einiges geboten: Zwischen den Show-Einlagen der internationalen Künstler wird ein vorzügliches Drei-Gänge-Menü serviert. Dabei ist es erstaunlich, was der Küchenchef Steven Steingräber und sein Team in der engen Schiffskombüse auf die Teller zaubern. Auf der Karte stehen zum Beispiel Orangen-Fenchelsalat oder Kalbsrücken in Holzofenbrotkruse. Bei jeder Fahrt können außerdem vegetarische Alternativen vorbestellt werden.

Auch sonst wurde an nichts gespart: Ist man erst mal an Bord, sind alle Getränke umsonst, und das Dessertbuffet ist reichhaltig mit allerlei Törtchen und Pralinen bestückt. Bevor der Anker um 19.45 an der Anlegestelle am Eisernen Steg in der Frankfurter Innenstadt gelichtet wird, gibt es außerdem einen Sektempfang und kleine Häppchen. „Billiger ging es bei dem Angebot wirklich nicht“, sagt Nauheimer.

Zumal ja noch die Gage der fünf extra angereisten Künstler bezahlt werden muss. Wie jedes Jahr sei es eine große Herausforderung gewesen, ein attraktives Programm zusammenzustellen, erzählt Nauheimer. Das liegt vor allem an den Platzverhältnissen auf der Nautilus: Die meisten Artisten brauchen Luft nach oben für ihre Nummern - die Decke im Schiff ist aber nur um die drei Meter hoch.
Mehr Platz braucht der Berliner „Bouncing-Jongleur“ Bertan Canbeldek zum Glück nicht. Er hat das Jonglieren einfach umgedreht: Statt die Bälle in die Luft zu werfen, lässt er bis zu sieben gleichzeitig in einem atemberaubenden Tempo über den Boden wirbeln. Mit dabei sind außerdem ein Handstandkünstler aus der Ukraine und eine Zigarrenschachtel-Jongleurin aus Russland.

Nach rund drei Stunden legt die Nautilus wieder am Eisernen Steg an. Wer dann immer noch nicht genug hat, kann den Abend bei einer Party an Bord ausklingen lassen. Auch hier sind die Getränke umsonst - nur Longdrinks und Schnäpse kosten extra.

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