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Veranstaltungstipp Villa Musica bietet kunterbuntes Programm

Das Programm der Mainzer Villa Musica ist kunterbunt und soll den hohen Standard der rheinland-pfälzischen Spitzenförderung in Sachen Klassik dokumentieren.

Klassik in Mainz
Ein musikalischer Mittelpunkt in Rheinland-Pfalz: die Villa Musica in Mainz. Foto: Villa Musica

Die Villa Musica hat eine Adresse, und keine schlechte. Auf der Bastion Alexander, einer historischen Festungsanlage in Mainz, steht das herrschaftliche Haus, das seinen Namen verdient. Doch im Grunde ist die Villa Musica nicht nur in der Hauptstadt, sondern überall in Rheinland-Pfalz präsent. Denn mit vollem Namen heißt sie „Villa Musica – Stiftung der Landesregierung Rheinland-Pfalz“, ihre Aufgabe ist die Förderung junger Musiker und die Veranstaltung von Konzerten im Bereich der klassischen Musik. 

100 Konzerte und dazu 21 Kinderveranstaltungen finden sich im neuen Programm der Stiftung, das jetzt in Mainz vorgestellt wurde. Die meisten dieser Konzerte sind über das Bundesland verteilt, etliche finden aber natürlich auch in Mainz selbst statt. Und einige direkt in der schmucken Villa auf der Bastion. 

Die Villa Musica ist dabei auch ein wenig Villa Kunterbunt. Denn das Programm ist denkbar breit aufgestellt: Es gibt neue Musik und alte, Kammermusik in großer Besetzung und in kleiner, Jazz und Grenzgebiete, Künstlergespräche; es treten große Namen wie der Geiger Pinchas Zuckermann und noch gänzlich unbekannte Stipendiaten auf. Alle arbeiten zusammen und profitieren, schließlich versteht sich die Villa Musica als Lehranstalt. 

„In der Spitzenausbildung ist sie einer der wichtigsten Akteure im Land“, sagte bei der Programmvorstellung Salvatore Barbaro (SPD), Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, er ist auch Vorstandsvorsitzender der Landesstiftung. Weiterbildung und Kultur – da ist die Villa Musica natürlich genau sein Thema. 

Auch wenn nur ein Bruchteil der Konzerte in Mainz und damit im Rhein-Main-Einzugsgebiet stattfinden, sind es zu viele, um sie aufzuzählen. Darum seien hier nur zwei Termine hervorgehoben. Zum einen: Der „Tag der Musik“, ein großes Sommerfest der Klassik im Landesmuseum Mainz. Bei freiem Eintritt gibt es hier in einem Sieben-Stunden-Marathon zu hören, für was die Villa Musica steht. 

Es treten unter anderem auf: Das von der Stiftung einst geförderte Schumann-Quartett, angekündigt als das „vielleicht beste junge Streichquartett Deutschlands; Niklas Liepe, ebenfalls Ex-Stipendiat, jetzt Dozent, er „verrückt die Grenzen der klassischen Musik“ mit progressiven Projekten wie dem New Paganini Project; Timothy Braun an der Violine und Irvin Venys an der Klarinette, sie werden zu den „High Potentials“ gerechnet von Alexander Hülshoff. Hülshoff ist künstlerischer Leiter der Villa Musica – und Cellist, als solchen kann man ihn am „Tag der Musik“ erleben. 

Der zweite zu nennende Termin ist kein Einzelereignis, sondern eine Reihe: Classic Clash heißt sie, unkonventionelle Ausflüge klassischer Musiker in nicht unbedingt klar umrissene Genres bietet sie, für die Programmgestaltung verantwortlich ist der Kultursender SWR 2. Eine „sehr individuelle Angelegenheit“ nennt die zuständige Redakteurin Sabine Fallenstein den ersten Abend dieser Reihe, auch wenn die Aussage sicher auf alle Termine zutrifft. 

Zum Auftakt stellen sich die „Progressive Strings“ des österreichischen Duos Bartolomey-Bittmann vor, Matthias Bartolomey am Violoncello und Klemens Bittmann mit Violine und Mandoline. Bartolomey ist Solo-Cellist in Nikolaus Harnoncourts Concentus Musicus. Im Duo zeigt er sein zweites Gesicht, aus dem Groove, Rock und poppiger Jazz lacht. Für den zweiten Termin von Classic Clash muss man bis ins nächste Jahr warten. Dann wird Bartosz Dworak mit seinem Ensemble nach Mainz kommen und „Klezmer aus Krakau“ im Gepäck haben. 

„Taykh“ heißt das Programm, das jiddische Wort für „Fluss“. Und fließend-flüssige Übergänge zwischen Klassik und Klezmer hat der Geiger Bartosz Dworak angekündigt, Klassiker wie Chopin, Debussy und Händel werden von ihm zu Klezmorim-Größen umfrisiert. Auch das hört sich nach einer „sehr individuellen Angelegenheit“ an.

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