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Töpfereien in Rhein-Main Tag der offenen Töpferei

Mehr als 500 Werkstätten und Ateliers in ganz Deutschland öffnen am „Tag der offenen Töpferei“ ihre Türen. Auch viele Keramiker aus der Rhein-Main-Region geben am Wochenende Einblick in ihre Arbeit : Von der Töpferscheibe bis zur Glasur, von erdig bis extravagant.

Am 12. und 13. März öffnen in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet Töpfereien ihre Türen Foto: Schweikhard-Limbeck

In jedem Haushalt finden sich unzählige Dinge aus Keramik, Ton, Porzellan, Steingut. Angefangen mit Badezimmerkacheln über Blumentöpfe, Vasen, Geschirr bis hin zu Skulpturen und Nippesfigürchen. Das Gros dieser Gebrauchs- und Dekor-Gegenstände dürfte fabrikgefertigte Fließbandware sein, aus dem Möbel- oder Kaufhaus, dem Baumarkt, dem Discounter. Die Ladenketten machen es uns einfach: Schönes Alltagsinventar gibt es überall und für wenig Geld. Das ist einerseits gut, weil sich auch Menschen mit weniger prallem Portemonnaie ihr Leben hübsch einrichten können. Andererseits ist es aber schade, denn all die billigen Keramik-Massenwaren verstellen den Blick auf ein Kunsthandwerk, ohne das es jene überhaupt nicht gebe: das Töpfern.

Um diesem zu mehr Geltung zu verhelfen, öffnen am 12. und 13. März mehr als 500 Töpfereien und Ateliers in ganz Deutschland ihre Werkstatttüren für Besucher. Immer am zweiten Wochenende im März, 2016 zum elften Mal, veranstalten Keramiker diesen bundesweiten „Tag der offenen Töpferei“, auch in der Rhein-Main-Region beteiligen sich heuer knapp zwei Dutzend Werkstätten. Zum Beispiel die Porzellanwerkstatt von Christiane Riemann in Frankfurt. „Wir möchten Besucher für unsere Keramik begeistern und zeigen, dass es Freude bereiten kann, ein handgefertigtes Unikat im Alltag zu benutzen“, begründet die Mitorganisatorin und Ansprechpartnerin für Hessen die Aktion. „Wir wünschen uns, dass die Leute auf Entdeckungsreise gehen und die Vielfalt an Techniken und Gestaltungsmöglichkeiten eines der ältesten Handwerke der Menschheit direkt vor Ort kennenlernen.“

Eines Kunsthandwerks, das mittlerweile „fast am Aussterben“ sei. Die Handwerksmeister fänden kaum noch Auszubildende, sagt Riemann, primär, weil junge Menschen bezweifelten, mit diesem Beruf ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können – was tatsächlich schwierig sei, auch bedingt durch die Massenfabrikate. „Da können wir preislich nicht mithalten.“ Viele Keramiker böten daher neben dem Verkauf ihrer Werke Kurse an, um ihre Existenz zu sichern. Viele – so wie Riemann – arbeiteten in Projekten mit Kindergärten und Schulen zusammen. Was einerseits allen Beteiligten Spaß mache, andererseits aber auch für das Töpferhandwerk sensibilisiere. „Wer das mal selbst probiert hat, weiß, was alles dahintersteckt.“

Das zu vermitteln, ist auch Ziel des „Tags der offenen Töpferei“. In Vorführungen und Mitmachaktionen kann das Publikum viel über das Material Ton erfahren und darüber staunen, was sich damit alles anstellen und gestalten lässt. Die Palette reicht vom filigranen Gefäß bis zum opulenten Intarsienkunstwerk, von der Salatschüssel über Schmuckstücke und Skulpturen bis hin zur Schlickermalerei. Etliches davon darf man in den offenen Töpfereien der Region ausprobiert, andere Dinge können nur beschaut und befühlt werden. Dinge, die man im Baumarkt oder Möbelhaus nicht findet.

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