Lade Inhalte...

Thomas Gsella Voll gegen die Schweine

Der frühere Titanic-Chefredakteur Thomas Gsella hat ein Buch über „Komische Deutsche“ geschrieben, aus dem er heute beim Stoffel dem Publikum vortragen wird.

Thomas Gsella und sein Buch. Komische Engländer sind aber auch drin. Foto: dapd

Am heutigen Dienstag liest der frühere Titanic-Chefredakteur Thomas Gsella beim Frankfurter Sommerspektakel „Stalburg offen Luft“ (Stoffel) aus seinem Buch „Komische Deutsche“. Natürlich hat ihm die Frankfurter Rundschau dazu knallharte Fragen gestellt.

Herr Gsella, welche spektakuläre Bühnenshow haben Sie für Ihren Auftritt geplant?Ich werde mich voraussichtlich hinsetzen, mit Tisch und Stuhl und Leselicht, und dann werde ich Texte vorlesen.

Unglaublich!Ja. Normalerweise zeige ich auch Bilder dazu, aber das geht diesmal natürlich nicht.

Natürlich. Wieso nicht?

Es wird im Park vermutlich nicht dunkel genug sein. Es sei denn, es regnet wie verrückt.

Sollen wir also Regen erhoffen, um Ihre Bilder zu sehen? Oder Sonne, damit das Publikum nicht im Morast versinkt? Das ist genau die Frage.

„Komische Deutsche“ – ist das eigentlich ein guter Buchtitel? Könnte man das nicht überall drüberschreiben?Wie man’s nimmt. Ich habe dafür Texte ausgewählt, die mit komischen Deutschen zusammenhängen. Gern auch mit Heinis, die sich nicht benehmen können, wie Karl-Theodor zu Guttenberg, Silvana Koch-Mehrin oder Angela Merkel.

Man muss allerdings sagen, dass auch Harry Potter in Ihrem Buch vorkommt, und der ist kein komischer Deutscher. Adolf Hitler genaugenommen auch nicht. Das stimmt, und bei Joanne K. Rowling ist mir das inzwischen auch aufgefallen.

Herr Gsella, werden Sie die Frage nach Gott auch im Günthersburgpark stellen?

Ja, und ich werde auf aktuelle Ereignisse reagieren und ein paar Texte zur Fußball-Europameisterschaft lesen.

Gesellschaftskritik wird aber auch nicht zu kurz kommen?

Natürlich nicht. Voll gegen die Schweine da oben. Das können Sie ruhig schreiben: Voll gegen die Schweine da oben.

Auf keinen Fall. Wir sind unabhängige Vertreter der freien Presse. Apropos: In „Komische Deutsche“ gehen Sie auf diesen brutalen Druck ein, der auf Autoren lastet (Thomas Mann, Kafka, Grass, Konsalik). Spüren Sie den selbst auch?

Selbstverständlich. Ich muss schon auf die Massagebank, so groß ist der Druck. Aber es ist ein großartiger Beruf.

Masseur?Nein, Autor.

Je nachdem. Autoren schreiben oft über schlimme Schicksale: Sie haben einen Text über Sekten verfasst, Sekten wie den ADAC. Werden Sie den auch im Park lesen, auf die Gefahr hin, dass ADAC-Mitglieder unter den Anwesenden sind?

„Die Sektenfalle“, ja, den Beitrag will ich auf jeden Fall lesen. Man kann dem Publikum heutzutage einiges zumuten, und die Leute leben ja auch nicht hinterm Mond. ADAC-Mitglieder wissen selbst, dass sie im falschen Verein sind.

????* * *

Hier noch’n Gsella-Gedicht aus „Komische Deutsche“, eine Strophe über Stefan Mappus, den früheren Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg:

Von Siemens war er kommen

Zur großen Politik

Und hat sich übernommenVielleicht war er zu dünn

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum