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Tattoo-Convention Frankfurt Asien großes Thema bei Tattoo-Messe

Die am Freitag beginnende Frankfurter Tattoo-Convention ist die weltweit größte Messe für Tätowierkunst. Unsere Autorin sprach mit Veranstalter Tommy Köhler. Er hat die Messe vor 21 Jahren ins Leben gerufen.

Selbst die Innenseite der Unterlippe lässt sich mit Tattoos verzieren. Foto: Reuters

Herr Köhler, zur 21. Tattoo-Convention in Frankfurt erwarten sie über 700 Tätowierer aus aller Welt. Hätten Sie das gedacht, als Sie vor 21 Jahren anfingen?

Nein, das ist unglaublich, wie sich das entwickelt hat. Bei der ersten Messe waren wir 30 Aussteller. Das hat eingeschlagen wie eine Bombe.

Wie kamen Sie auf die Idee, eine Messe für Tätowierer zu veranstalten?

Wir wollten der Öffentlichkeit zeigen, dass Tätowierer nicht im Keller arbeiten, wo das Blut an den Wänden klebt. Wir wollten uns mit dem, was wir können, präsentieren.

Hat das Tattoo heute die breite Masse erreicht?

Ja, das kann man so sagen. Vor 30 Jahren waren es eher Amerikaner oder Motorradfahrer, die sich tätowieren ließen. Im Rhein-Main-Gebiet gab es gerade einmal drei Studios. Heute sind Tattoos gesellschaftsfähig geworden. Ob Banker oder Politiker – fast jeder Zweite ist tätowiert.

Warum lassen sich Menschen tätowieren?

Viele wollen damit ihre Persönlichkeit ausdrücken. Außerdem fühlt es sich an wie eine zweite Haut und macht selbstsicherer. Manche können auch nicht so gut reden und lassen die Bilder sprechen oder sie orientieren sich an Vorbildern aus der Musikszene.

Angenommen, ich möchte mir ein Tattoo zulegen. Wie finde ich heraus, ob ein Tätowierer seriös ist?

Lassen Sie sich Bilder zeigen oder schauen Sie beim Tätowieren zu. Dabei verliert man auch die Berührungsängste. Wichtige Punkte sind außerdem: Arbeitet der Tätowierer steril? Passen Sie auf, dass er entweder Einwegmaterial benutzt oder das Werkzeug aus sterilen Verpackungen nimmt! Auch bei den Farben sollten Sie auf die Herkunft achten. Bestehen Sie auf Farben, die aus der Europäischen Union kommen. Seriöse Tätowierer sind außerdem Mitglied bei den Deutschen Organisierten Tätowierern.

Kann ich mich auf der Messe auch tätowieren lassen?

Ja, natürlich. Auf der Messe ist man anonym, kann sich umsehen und sich erst mal ein Air-Brush-Tattoo machen lassen, das wieder weggeht. Dann kann man schauen, wie fühle ich mich mit dem Tattoo? Wie reagiert meine Umgebung darauf? Und anschließend kann man sich eine echte Tätowierung stechen lassen.

Bei den Stars der Branche bekommt man auf der Messe allerdings sehr schwer einen Termin …

Die Fans reisen für bestimmte Tätowierer aus aller Welt an. Die bekannten Tätowierer sind meistens ausgebucht.

Welche Trends gibt es bei den Tattoos?

Tribals und Ornamente sind immer noch sehr angesagt. Das Arschgeweih ist out. Viele lassen sich Familienporträts oder ihre Haustiere tätowieren. Heute kann man da fast ein Foto auf die Haut zaubern. Auch Old-School-Motive wie Schwalben oder Herzen sind momentan besonders bei Frauen beliebt.

Die Tattoo-Convention hat ja immer Schwerpunkte. Was ist in diesem Jahr Thema?

Asien ist dieses Jahr das große Thema. Alleine 60 bis 70 Tätowierer kommen aus Asien, einer sogar aus Nepal. Und auch der japanische Künstler Naoki wird zum ersten Mal nach Frankfurt kommen.

Wie viele Tattoos werden im Laufe der Messe ungefähr gestochen?

Ich schätze zwischen 3000 und 3500.

Mit dem Alter werden Tätowierungen ja nicht unbedingt schöner …

(lacht) Tja, aus manchem Falter wird dann schon mal eine Taube. Die Schwerkraft nimmt mit dem Alter zu, keine Frage. Aber wer sein ganzes Leben tätowiert war, kommt damit klar.

Was kann man machen, damit das Tattoo so lange wie möglich schön bleibt?

Eine Tätowierung ist wie eine offene Schürfwunde. Am Anfang also mit Wundheilsalbe versorgen. Und dann immer mal eincremen.

Das Interview führte Jasmin Schülke.

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