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Tag des Denkmals Frankfurt Orte der Erinnerung

Beim Tag des Denkmals öffnen in Frankfurt „unbequeme Denkmäler“ ihre Türen. Zu diesen besonderen Sehenswürdigkeiten gehört das ehemalige Polizeigefängnis in der Klapperfeldstraße, ein düsterer Ort mit einer ebenso düsteren Vergangenheit.

Etwa fünf Quadratmeter groß sind die Zellen in dem ehemaligen Polizeigefängnis im Klapperfeld. Foto: Andreas Arnold

Beim Tag des Denkmals öffnen in Frankfurt „unbequeme Denkmäler“ ihre Türen. Zu diesen besonderen Sehenswürdigkeiten gehört das ehemalige Polizeigefängnis in der Klapperfeldstraße, ein düsterer Ort mit einer ebenso düsteren Vergangenheit.

Diese Frankfurter Sehenswürdigkeiten stehen in keinem Reiseführer. Sie sind düster, nicht mehr funktional, irgendwie beklemmend, aber denkmalgeschützt. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag lädt das Denkmalamt in zwei sogenannte „unbequeme Denkmäler“ ein: Das ehemalige Polizeigefängnis in der Klapperfeldstraße und einen sehr gut erhaltenen Hochbunker in Goldstein.

Die Zellen sind nur rund fünf Quadratmeter groß und durch die doppelt vergitterten Fenster dringt auch an sonnigen Tagen nur wenig Licht. Im Innenhof rostet der Stacheldraht vor sich hin. 1886 wurde in Frankfurt ein riesiges Polizeigefängnis gebaut. Frankfurt war gerade Preußen zugeschlagen worden und der preußische Polizeiapparat benötigte Platz für Zucht und Ordnung. 203 Zellenplätze gibt es seit jener Zeit in der Klapperfeldstraße. Der Gebäudetrakt hat die beiden Weltkriege „wie durch ein Wunder nahezu unbeschadet überstanden“, freut sich Lorena Pethig, Konservatorin im städtischen Denkmalamt.

Gefängnis der Gestapo

Der ursprünglich nur für einen zweitägigen Polizeigewahrsam errichtete Gefängnis blieb so gut erhalten, dass er offiziell bis ins Jahr 2001 genutzt wurde. Während des Nazi-Regimes diente der Bau als Gestapo-Gefängnis, in den 80er Jahren schließlich als Abschiebegefängnis. Die Verzweiflung und Ohnmacht der in dieser Zeit inhaftierten Menschen ist noch heute sichtbar. In die Zellentüren und Wände sind wütende Kommentare in vielen Sprachen geritzt oder aufgemalt. An einer Zellentür sind noch heute vergilbte Zeitungsausschnitte der No Angels angebracht. Konservatorin Pethig spricht von „einer Authentizität, die erschlägt“.

Nachdem der Gebäudetrakt zunächst abgerissen werden sollte, wird das sogenannte „Klapperfeld“ seit fünf Jahren von der Initiative „Faites votre jeu“ als kulturelle Begegnungsstätte für Lesungen, Konzerte und Barabende genutzt. Das Hessische Landesamt für Denkmalpflege denkt derzeit darüber nach, das mehr als 125 Jahre alte Gefängnis unter Denkmalschutz zu stellen.

Anbauten als Tarnung

Der Hochbunker in Goldstein ist zwar wesentlich jünger, steht aber bereits unter Denkmalschutz. „Erbaut 1941“ prangt an dem aufwendig gestalteten Eingangsbereich des zweigeschossigen Gebäudes. Der Hochbunker in der Goldsteinstraße ist einer von noch 36 übererdigen Bunkern in Frankfurt. Zehn davon stehen unter Denkmalschutz, weil sie auffällig gut erhalten oder besonders aufwendig gestaltet sind. Der am Sonntag für die Öffentlichkeit zugängliche Hochbunker ist beides.

Andrea Hampel, Leiterin des Denkmalamtes, spricht von einer „überraschenden Vielfalt bei der Ausgestaltung“. Das Gebäude besteht aus zwei Einheiten: Dem bombensicheren Trakt und den zur Tarnung dienenden Anbauten. Dazu gehört auch der laut Hampel „tolle Bimbsbeton-Dachstuhl“, der einem Wohnhaus nachempfunden ist. Der Bunkerbau ist bis ins Detail gut erhalten, vom Klappsitz für den Bunkerwart über den Sicherungskasten bis hin zum Maschinenraum mit den Filteranlagen.

Bis 1990 war der Bunker als Zivilschutznutzung ausgewiesen, 1993 hat Hans Hankel das große Gebäude gemietet und aufwendig saniert, um seiner Frau im Dachgeschoss ein Künstleratelier einrichten zu können. Am Sonntag wird das komplette Ensemble zugänglich sein: Die beklemmenden dunklen Bunkerräume und das helle und lebensfrohe Künstleratelier.

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