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Spielekritik Flucht

Spielfiguren
Bunte Spielfiguren: Das Angebot ist außergewöhnlich vielfältig – Neuheiten kann man in Darmstadt testen. Foto: Michael Schick

Flucht ist anders als „Furcht“ und „Festung“ ein kooperatives Spiel. Die bis zu vier Akteure versuchen also, gemeinsam gegen das Spiel zu gewinnen. Dabei ist man mit Figuren aus „Alice im Wunderland“ unterwegs: Der Hutmacher, Twiedeldum, Alice und Lewis fliehen vor „Dem Monster“. Das ist eine Karte, die gleich zu Beginn der im Uhrzeigersinn vierte Spieler auf der Hand hat. Die ganz einfache Regel lautet: Hat ein Spieler zu Beginn seines Zuges die Monsterkarte auf der Hand, hat die Gruppe verloren. Ziel ist also, dass sich die vier Spieler das Monster so geschickt hin- und her schieben, dass sie nie in diese Verlegenheit kommen.

Klingt einfach – ist aber extrem schwer. Dieses Logik-Puzzle mit Karten ist sogar so schwer, dass Autor Friedemann Friese verspricht: Wer scheitert, bekommt einen Ablauf zugeschickt, wie es funktioniert. Dass die Sache so schwierig ist, liegt an den anderen Karten. Die kommen, vorsortiert wie bei den anderen zwei Titeln der „Fast Forward“-Reihe, in einer bestimmten Reihenfolge vom Nachziehstapel. Und eine Karte mit einem so hilfreichen Text wie „Den nächsten Spieler überspringen“ (idealer Weise sollte das der sein, der gerade das Monster auf der Hand hat) kommt nur selten vor.

FAZIT: „Flucht“ ist ein Spiel für Knobelfans. Es erinnert an die in den letzten zwölf Monaten immer beliebter gewordene Spielidee der „Escape“-Spiele. Die funktionieren wie die „Escape-Room“-Events im realen Leben: Eine Gruppe muss unter Zeitdruck ein Rätsel lösen, um aus einem (nicht wirklich) verschlossenen Raum wieder heraus zu kommen. Gut, bei „Flucht“ geht es nicht um Zeitdruck. Viel mehr sollte man sich reichlich Zeit lassen. Denn man verbringt mit ziemlicher Sicherheit einen kompletten ersten Abend, um bis zur Karte mit der Ziffer 30 zu kommen. Dabei sind 90 Karten in der kleinen Box … Material für viele Spieleabende!

Da stört es auch nicht, dass, sobald man die Karten irgendwann einmal erfolgreich durchgespielt und das Rätsel gelöst hat, „Flucht“ nicht mehr spielen wird – man weiß ja, wie es geht. Dieser „Legacy“-Aspekt sollte einen angesichts des geringen Schachtelpreises aber nicht vom Kauf abhalten. Zumal: Man kann die Box ja einer anderen Spielerunde weitergeben, die alle Karten wieder von 1 bis 90 sortiert und für ihre „Flucht“ wieder bei Null anfängt.

Flucht, von Friedemann Friese: 1 – 4 Spieler (ab 12), Spielzeit Spielgruppen abhängig; ca 14 Euro (2f-Spiele); www.2f-spiele.de

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