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Spielekritik Festung

Spielfiguren
Bunte Spielfiguren: Das Angebot ist außergewöhnlich vielfältig – Neuheiten kann man in Darmstadt testen. Foto: Michael Schick

Festung ist sozusagen das Gegenstück zu „Furcht“. Will man dort vermeiden, hohe Karten zu bekommen, so sind sie für „Festung“ entscheidend. Auch dieses Kartenspiel funktioniert gemäß dem „Fast Forward“-Prinzip: Die Regeln tauchen als Karten nach und nach im Spiel auf. Los geht es mit der Aufforderung, Karten vom Nachziehstapel zu nehmen. Sollte darauf der Hinweis prangen, die Karte „Sofort in die Mitte legen“, tut man das. Die zweite Karte ist dann – Überraschung – die „Festung“. Darauf steht: „Wer die Festung am Spielende besitzt, gewinnt das Spiel.“ Klingt ganz einfach, aber: Wie erobert man die Festung?

Nun, das entblättert sich während der nächsten Karten, die alle mit Ziffern, zunächst einstelligen, versehen sind. Alsbald ist klar: Man erobert eine Festung, indem man eine höhere Summe vorweist, als der Verteidiger mit seinen verdeckt darunter liegenden Karten hat. Dabei kommt ein hübsch einfaches Prinzip zum Einsatz: Man darf immer nur Karten mit derselben Ziffer spielen. Deren Anzahl wird mit der Summer multipliziert – Beispiel: Drei „1en“ ergeben addiert 3, multipliziert mit der Anzahl drei ist das 9. Drei „8er“ sind 24, ergo 72. Was außerdem in dem Stapel mit 90 Karten auftaucht, sei an der Stelle nicht verraten – es gehört durchaus zum Spielvergnügen dieser „Fast Forward“-Reihe, bei den ersten Partien das Spiel und seine kleinen Regelfinessen zu entdecken, so etwa, dass es mehr als eine „Festung“ gibt und man taktisch geschickt auch mit kleinen Zahlen punkten kann …

Fazit: „Festung“ ist der merklich komplexere Bruder zu „Furcht“. Das liegt nicht, wie man denken könnte, an schwierigen Rechenvorgängen. Die Multiplikationsreihen sind dankenswerter Weise auf den Karten vermerkt. Vielmehr muss man taktisch klug seine Mittel einsetzen. Im richtigen Moment der Konkurrenz eine Festung abzuluchsen ist sinnvoller, als auf passende Zahlen zu hoffen. Denn natürlich unterscheidet sich „Festung“ nicht von anderen Kartenspielen: Fortuna ist stets mit im Spiel. Wer glücklich nachzieht, hat größere Chancen. Damit da ein steter Wechsel drin ist und die Sache für Kartenspezialisten nicht zu kalkulierbar wird, kommt eine clevere Mechanik hinzu, mit der nach einer Partie stets ein Teil der Karten aus dem Spiel geht. Was die fünf neuen vom durchnummerierten Nachziehstapel bringen … weiß man erst, sobald die Konkurrenz einen überrascht hat! Das sorgt für eine stetig steigende Spannungskurve. Selbst nach mehreren Partien kann man nur ungefähr ausrechnen, wie potent die Angreifer seien könnten.

Festung, von Friedemann Friese: 2 – 5 Spieler (ab 8), ca 25 Minuten; ca 25 Euro (2f-Spiele); www.2f-spiele.de

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