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„Small Places“ im Kloster Eberbach Ballett im Kloster Eberbach

Das Staatstheater Mainz hat sich für das Ballett „Small Places“ einen atemberaubenden Aufführungsort gesucht – die mehr als 20 Tänzerinnen und Tänzer treten insgesamt zwölf Mal im weltberühmten Kloster Eberbach im Rheingau auf.

Kloster Eberbach
In den mittelalterlichen Räumen wurden schon etliche Filme gedreht – etwa „Der Name der Rose“. Jetzt kommt Tanzmainz – und wohl zum ersten Mal überhaupt seit 800 Jahren wird im Kloster Eberbach getanzt. Foto: Andreas Etter

Vielleicht zum ersten Mal seit 800 Jahren wird im Kloster Eberbach getanzt. Sittenstreng und nüchtern waren sie, die Zisterziensermönche, die die imposante Abtei damals in großartiger Schlichtheit bauten, und sie hätten sich wohl kaum vorstellen können, was Ende Mai dieses Jahres hier aufgeführt wird: Das Staatstheater Mainz zeigt hier am Samstag nach Pfingsten die Uraufführung des Tanztheaterstücks „Small Places“, eine Produktion des Hauschoreografen Guy Weizman und seiner Partnerin Roni Haver.

Geprobt wird aktuell noch auf der anderen Rheinseite in Mainz, do ch die Planungen für die äußerst aufwendige Produktion laufen bereits. Vieles ist schwierig, so muss die Produktion beim Aufbau auch Rücksicht auf die Klosterbesucher nehmen, es ist auch schon ohne Tanztheater eine große Touristenattraktion.

Getanzt werden wird, so die Idee, im Kapitelsaal, dem Laienrefektorium und dem Kreuzgang des Klosters; die Ballettbesucher sollen mit einem Teil der 21 Tänzer umziehen. Insgesamt 70 Minuten dauert das Stück, das Staatstheater bemüht sich noch um Catering in den historischen Räumen. Ebenfalls noch unklar ist, ob die Veranstaltungsbesucher auch in die Basilika dürfen.

Warum überhaupt Eberbach? Die beiden Choreografen hätten sich für ihre aktuelle Arbeit „ein Gewölbe“ gewünscht, berichtet Honne Dohrmann, Direktor des Ensembles Tanzmainz. In Mainz und Umgebung habe es allerdings nichts Passendes gegeben. So fiel der Blick schließlich auf das berühmte Kloster, und nachdem auch der Intendant des Wiesbadener Staatstheaters keine Einwände gegen einen Auftritt in „seinem“ Revier hatte, fühlten die Mainzer bei der Klosterstiftung vor – die gab erstaunlicherweise grünes Licht für dieses Experiment. In der Basilika, sozusagen das Allerheiligste des Klosters, wird allerdings nicht getanzt. „Der Raum wäre aber auch viel zu groß gewesen für uns“, sagt Dohrmann. „Bei uns hat jede Vorstellung etwa 120 Besucher.“

Die Idee von Small Places ist ein Gang durch den menschlichen Geist und die verschiedenen Ebenen einer Persönlichkeit. Der Kapitelsaal, so erklärt Dohrmann, steht für den rationalen Teil, Regeln und Vernunft. Das Refektorium, in eine Rauminstallation verwandelt, symbolisiert die Emotionen, die Gefühlswelt bis zurück zur Kindheit.

Schnittpunkt ist der Kreuzgang, wo ein Schauspieler aus Texten des französischen Schriftstellers Georges Perec liest.

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