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Selbstversuch Schnee, juchhe!

Endlich wieder zwei Bretter unter den Füßen: In den hessischen Skigebieten beginnt die Saison. Unser Autor ist schon mal vorgefahren.

FR-Autor Martin Brust in Aktion. Foto: Martin Weis

Die Ersten zogen ihre Spuren am Donnerstagmorgen auf der Wasserkuppe noch im Pulver, bevor die Männer mit ihren großen Pisten-Bullys die weiße Pracht platt walzten und schön ordentliche Linien hinein malten. Auf dem höchsten hessischen Berg, zwischen Gersfeld, Poppenhausen und Ehrenberg in der Rhön gelegen, hat die Skisaison begonnen. Und nein, ich will nicht den Stab brechen über den Pistendienst – ohne deren Arbeit wäre Skilaufen nicht möglich gewesen.

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Zwar ist die Rhön großflächig weiß, aber wer sich auf die noch nicht freigegebene Piste begab, merkte schnell: Für eine Abfahrt reicht der Naturschnee wohl, aber überall schaut Gras durch und nach den ersten 100 Abfahrten käme dann wohl auch die Erde durch.

Ja, Schneekanonen sind ein Unding, auch wenn sie heute meist ohne Chemikalien auskommen. Aber der Energieverbrauch ist hoch, Speicherseen müssen gebaggert werden. Andererseits spart der Kurzurlaub auf den heimischen Bergen gegenüber dem Trip in die Schweiz oder nach Österreich ziemlich viel Benzin. Es ist also alles nicht ganz so einfach mit dem ökologisch korrekten Wintersport.

Fest steht nur, dass das weiße Pulver in hohem Maße abhängig macht. Mich jedenfalls. Wenn schon Winter und kalt, was ja eigentlich nicht unbedingt nötig ist (aber meist doch ganz schön), dann aber bitte mit Bewegungsspaß. Und der stellt sich für mich am meisten auf Skiern ein, vornehmlich denen, die zur rasanten Abfahrt taugen und gerne auch zum Aufstieg mit Fellen, das erspart Lift-Terror und Après-Ski-Gedudel.

Glücksmomente jenseits der Masse

Denn das wird leider im Mittelwie im Hochgebirge offenbar von den skifahrenden Massen gewünscht oder zumindest toleriert. Dabei gibt es auch im Hessischen selbstverständlich die Option auf skifahrerische Glücksmomente abseits der Piste und abseits der Masse. In den Mittelgebirgen muss man erfreulicherweise meistens keine Lawinengefahr fürchten.

Aber die Region um Gersfeld hat mehr zu bieten als viel Rummel in oft zu kleinen Skigebieten. Mehr Platz herrscht bei den Langläufern auf den Loipen – zumindest meistens. Am Wochenende ist dort auch gerne Hochbetrieb, zumal wenn die Saison gerade erst losgeht und auch diese Schnee-Junkies ihrem Affen Weißes geben müssen.

Dann gibt es da noch die Segler. Nein, nicht die mit den Flugzeugen, obwohl die Wasserkuppe für den Segelflugsport berühmt ist. Aber wir sind ja beim Oberthema Schnee und da gilt: Wenn selbst Papa und Mama schon lieber boarden statt Ski zu laufen, braucht die Jugend eine neue Abgrenzmöglichkeit.

Die heißt Kiten – an den Füßen Ski oder Snowboard, in den Händen einen Lenkdrachen, um sich herum gigantische Freiflächen, die frei von starken Winden angeströmt werden. Auch diesem Spaß lässt sich auf der Wasserkuppe ganz wunderbar frönen.

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