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Schauspiel Frankfurt Zwischen Heftigkeit und Zärtlichkeit

Patrycia Ziolkowska spielt am Schauspiel Frankfurt die Rolle der Alkmene in Kleists „Amphitryon“. Schon als kleines Kind übte die Welt des Theaters einen großen Reiz auf sie aus.

Schauspiel Frankfurt
Mit Leib und Seele Schauspielerin: Patrycia Ziolkowska. Foto: peter-juelich.com

Wer mit Patrycia Ziolkowska spricht, merkt sofort, sie ist mit Leib und Seele Schauspielerin. Sie spricht über ihren Beruf mit Freude, mit Begeisterung. Diese Faszination für das Theater begann bei ihr schon in der Kindheit.

Sie ist 1979 in Polen geboren, die Familie zog aber schon bald gen Westen ins Rheinland. Das Theater faszinierte sie von Anfang an, aber nicht so sehr als Zuschauerin – sie wollte mitspielen. Sie bewarb sich, unterstützt von ihren Eltern und einer Lehrerin, schon mit 17 Jahren an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum, und wurde angenommen. Sie ist dieser Lehrerin noch heute dankbar, „sie hat einen Nerv getroffen“, sagt sie. Ihre vier Jahre an der Schauspielschule waren „eine aufregende Zeit“. Mit 21 begann sie ihre sehr abwechslungsreiche Theater- und Filmlaufbahn.

Sie spielte in Hannover und Graz, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, drei Jahre an der Volksbühne in Berlin und drei Jahre in Bonn. Sie spielte vor allem klassische Rollen wie Schillers Johanna. Zu einem Höhepunkt wurde das Projekt „Molière. Eine Passion“ von Luk Perceval, eine sechsstündige Collage aus vier Molière-Stücken, zuerst 2007 bei den Salzburger Festspielen, dann an der Schaubühne in Berlin.

In Köln übernahm sie in der Regie von Karin Beier Rollen von Hebbel und Grillparzer. Ab 2009 war sie im Ensemble des Thalia-Theater in Hamburg, wo sie mit Perceval, Nicolas Stemann und Dimiter Gotscheff zusammenarbeitete. Sie zeigte in ihrem Spiel eine große Spannbreite des Ausdrucks zwischen Heftigkeit und Zärtlichkeit. „Sie wechselt die Stimmungen schneller als ein Gewitterhimmel seine Farben“, so beschrieb der Kritiker Andreas Wilink sehr poetisch ihre gestalterische Kraft.

2002 begann auch ihre Filmlaufbahn, eher eine TV-Laufbahn mit Tatorten und Serien, aber auch mit Spielfilmen.Wirklich interessante Rollen hatte sie zweimal bei Fatih Akin, der erst vor kurzem den Golden-Globe-Preis für den besten nicht-englischsprachigen Film gewonnen hat. Klein war noch ihr Auftritt in „Solino“ (2002), der Geschichte einer Gastarbeiterfamilie. 2007 aber hatte sie in dem Film „Auf der anderen Seite“ starke Szenen als deutsche Studentin Lotte, die um einer Freundin willen nach Istanbul kommt und in die Räder der türkischen Justiz gerät. Ein idiotisch zufälliger wie schicksalshafter Schuss trifft sie und sie bricht tot zusammen.

Nun also in Frankfurt die Alkmene in Kleists „Amphitryon“, eine der schönsten und schwierigsten Rollen der deutschen Theatergeschichte. Kleists Stück geht auf Molières Komödie „Amphitryon“ zurück. Der Gott Jupiter hat ein Liebesabenteuer mit Alkmene, der Gattin des Feldherrn Amphithryon. Er zeugt mit ihr den Halbgott Herakles. Um Alkmene zu schützen, erscheint er ihr in der Gestalt ihres Ehemannes. Bei den Bediensteten Sosias und Cleanthis übernimmt der Götterbote Merkur den Verführer.

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