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Schauspiel Frankfurt Welt voller Umbrüche

Das Schauspiel Frankfurt plant die Theatersaison 2018/2019 und stellt unserer Gesellschaft eine große Frage: „Wie sind wir geworden, wer wir sind?

Schauspiel Frankfurt
Emilia Galotti, erfolgreiche Inszenierung von David Bösch, läuft auch in der neuen Spielzeit. Foto: Thomas Aurin

Das Schauspiel Frankfurt hat für die Spielzeit 2018/19 eine große Frage gewählt: „Wie sind wir geworden, wer wir sind?“ Doch zuerst einmal blickt Intendant Anselm Weber auf seine im Sommer zu Ende gehende erste Spielzeit zurück, bevor er einen Ausblick auf die neue Saison gibt. 

„Es ist uns gelungen, alle Erwartungen zu erfüllen“, sagt Weber. Und dass er Erfolg eigentlich nicht in Prozentzahlen messe. Aber es ist dann doch zu verlockend, wenn sowohl Einnahmen wie auch Abonnentenzahlen gestiegen sind. „Und das Schauspiel kann mit 96,4 Prozent Auslastung in der laufenden Saison die besten Zahlen seit Beginn der Statistik vor 16 Jahren verzeichnen“, sagt Weber. 

Damit sei eine ökonomische Grundlage geschaffen, welche der kommenden Spielzeit zugute kommen werde. „Wir können in dieser Saison sehr viele Uraufführungen bieten“, sagt Weber. Neun Uraufführungen sind es. 

Die philosophische Frage der Spielzeit 18/19 sollen die neuen Stücke exemplarisch beantworten. „Es zieht sich ein roter Faden durch den Spielplan“, sagt Marion Tiedtke, stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin des Schauspiels. „Wir suchen gezielt nach geographischen, politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen, die unsere Gesellschaft erfahren hat.“

Dem Bruch demokratischer Werte, Wut und Hass geht etwa das Autorenduo Sarah Nemitz und Lutz Hübner im Auftragswerk „Furor“ nach. Es kettet die Schicksale eines Politikers und eines jungen Rechten durch einen Unfall aneinander und seziert das Wesen beider Personen in der folgenden Auseinandersetzung. 

Jean Raspails Buch „Das Heerlager der Heiligen“ wurde von Marion Tiedtke und Raspail eigens für das Schauspiel Frankfurt in eine Bühnenfassung übersetzt. Das bereits 1973 erschienene Werk Raspails zeigt ein apokalyptisches Bild der französischen Gesellschaft, die durch die Immigration von einer Million Inder in ihren Grundfesten erschüttert wird. 

Das sechsteilige Stück „The Nation“ des Niederländers Eric de Vroedt ist quasi „Netflix auf der Bühne“. Im entstehenden Stadtviertel „Safe City“ soll eine 24-stündige Sicherheitsüberwachung die reichen Bewohner vor dem Rest der Stadt abschirmen. Als am Tag der Grundsteinlegung ein Junge im ärmsten Teil der Stadt spurlos verschwindet, brechen Proteste auf den Straßen aus. 
Neben Politik und Gesellschaft ergänzen auch die Themen Terrorismus, Schulden und moderne Sklaverei den Spielplan des Schauspiels. Das Ensemble wird sich nicht verändern. 

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