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Schauspiel Frankfurt Schauspiel eröffnet mit O’Neill Theatersaison

„Der haarige Affe“ von Eugene O’Neill eröffnet die neue Saison am Schauspiel Frankfurt. Regisseur Thomas Dannemann spricht im FR-Interview darüber, warum das fast 100 Jahre alte Werk heute aktueller ist denn je.

Regisseur von "Der haarige Affe"
War vor seiner Theaterkarriere Raketentechniker und Marinesoldat: Regisseur Thomas Dannemann. Foto: Rolf Oeser

Das Original lässt sich auch als „Rückwärts-Evolution“ deuten.
Im Original schaut man aus der Weiterentwicklung des Hauptcharakters Yank wie auf einen Affen, ein anthropozentrisches Weltbild, wo man dann das Tier symbolisch zu etwas erklärt. O’Neill hat auch damit gespielt, die Sklaverei mit zu benennen. 

Kennt die Evolution nur eine Marschroute?
Abgesehen von großen Kriegen glaube ich tatsächlich, dass die gnadenlos nach vorne geht. 

Wie ist die Zusammenarbeit mit André Meyer, der Yank spielt?
Ich habe vor vielen Jahren schon mit ihm zusammengearbeitet und habe mich dann auch so auf die Begegnung gefreut. Damals war er aber ein zarter Bursche, da hat er bei mir die Thisbe im Sommernachtstraum gespielt.

Er ist ja auch eine Erscheinung, die allein physisch gut passt. 
Ja. Ich finde ihn irgendwie wie gespuckt für die Rolle des Yank. Mit Katharina Linder habe ich früher als Schauspieler oft auf der Bühne gestanden. Die Zusammenarbeit lief ganz reibungslos in der Konstellation. 
 
Vor Ihrer Theaterkarriere waren Sie Raketentechniker und Marinesoldat - was nimmt man da für das Stück mit?
Ich war vor meinem Studium bei der Marine. Da habe ich tatsächlich die eine oder andere Anekdote zum Besten gegeben. Wir waren da wirklich eine sehr lange Zeit auf einem kleinen 12-Mann-Deck. Wie da so die Mechanismen untereinander sind. Im ersten Teil des Stücks geht es ja um dieses Männerkollektiv, die in einem Schiffsbauch eingesperrt sind, die das versuchen, auszuhalten. Yank versucht den Zustand immer schönzureden. Dann hat O’Neill – das meine ich mit symbolistisch, es gibt ja gar nicht so viele Rollen in dem Stück – versucht, Stimmungen einzufangen. Wie Menschenmassen relativ schnell beeinflussbar sind in eine Richtung. 

Diese Stimmung möchten Sie musikalisch ausdrücken?
Wenn es gelingt, wird es auch ein musikalischer Abend. Wir haben da mit dem sehr tollen Komponisten Michael Wertmüller zusammengearbeitet. Mit drei Schlagzeugen möchten wir diese Stimmung auf dem Schiff zum Leben zu erwecken. Wir haben am Osthafen geprobt und versucht, eine möglichst wirkmächtige Bühne zu entwerfen. 

Die Schlagzeuge sollen die Maschinen darstellen?
Einmal die Maschinen. Dann ist es ja auch tatsächliche Arbeit. Das war mir auch wichtig. Diese Arbeit wollte ich mit so einem gewissen Kunstgriff abbilden.

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