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Rundgang durch Bad Homburg In Bad Homburg findet sich Kultur auf Schritt und Tritt

Liebevoll restaurierte Fachwerkbauten, barocke Stadthäuser, elegante Kurvillen – Bad Homburg ist eine Stadt von überraschender Vielfalt. Die Dorotheenstraße ist als Kulturmeile bekannt. Ein Rundgang.

Tourismus in Bad Homburg
Der Rundgang führt auch an der evangelischen Erlöserkirche vorbei, die im Inneren sehenswerte goldene Mosaike birgt. Foto: Michael Schick

Wir fangen unseren Rundgang  am Schlosstor an. Friedrich III. Jacob (1673-1746) führte ab 1708 die Bebauung der „Neustadt“ fort. Die Dorotheenstraße, nach seiner Gattin Elisabeth Dorothea benannt, als Parallele zur Louisenstraße angelegt, sollte einen repräsentativen Charakter erhalten und symbolisch die Beziehung Schloss – Neustadt darstellen. (. . .)

Das Anfang der 1980er Jahre behutsam restaurierte, barocke Sinclair-Haus, benannt nach Hölderlins Freund Isaac von Sinclair, (. . .) beherbergt heute das Museum Sinclair-Haus der Altana-Kulturstiftung (. . .). Von hier aus überrascht der Blick zur Rechten: Die dem Barock so wichtige Symmetrie ist nicht vorhanden. Das Pendant zum Sinclair-Haus musste 1903 der evangelischen Erlöserkirche weichen. (. . .)

Wenige Schritte weiter stehen wir vor einem ehemaligen Gotteshaus, das man beim ersten Blick kaum als solches wahrnimmt – es ist übergangslos in die Häuserflucht integriert. 1724 geweiht, sollte die französisch-reformierte Jacobus-Kirche den eingewanderten Hugenotten dienen. Das Schicksal des Baus ist der Wandel: Ab 1816 bis 1895 von der katholischen Gemeinde genutzt, wurde es, nach einem 1905 erfolgten Umbau, zum beliebten Mittelpunkt der sportlichen Aktivitäten des Homburger Turnvereins. 2012 vom Verein veräußert, wurde die Halle vom Galeristen Christian Scheffel, Gründer und Kurator der „Blickachsen“ erworben, der sie – denkmalgerecht – in einen Ausstellungsraum mit musealem Charakter verwandelt. (...)

Im Haus Dorotheenstraße 8 begann 1806 die Erfolgsgeschichte der Hutmacherfamilie Möckel. (. . .) 1882 kam es zu einer historischen Beauftragung: Edward, Prince of Wales, der spätere König Edward VII., ließ einen Hut nach seinen Angaben erstellen. Ein großer Erfolg! Der leichte Homburg eroberte die Männerwelt. (. . .)

Drei Häuser weiter wohnten zwei Generationen der Architektenfamilie Jacobi: Louis Jacobi (1836-1910) und sein Sohn Heinrich (1866-1946). (...) 1880 ließ Louis Jacobi das Familienhaus umbauen; die Fertigstellung der so ungewöhnlichen Kieselsteinfassade wurde mit allgemeiner Spannung erwartet. Einer der Sprüche, die sie zieren, mag eine vorweggenommene Antwort auf die Reaktionen sein: „Der eine macht’s / der andre betracht’s/ der dritte verlacht’s / was macht’s “ (…)

Das erste große, stadtbildprägende Gotteshaus, das im evangelischen Homburg nach Abriss der alten Stadtkirche entstand, war (…) eine katholische Kirche! Am 14. August 1895 konnte St. Marien, nach dem feierlichen Auszug der Gemeinde aus der Jacobus-Kirche, mit einem Festgottesdienst eingeweiht werden. Der Mainzer Dombaumeister Ludwig Becker (1855-1940) erreichte mit der Platzierung der neugotischen Kirche eine visuell markante Verbindung zur Louisenstraße, indem er den Kirchturm seitlich zum Kirchenschiff – in der Sichtachse der Waisenhausstraße – positionierte. (...)

Das klassizistische Gebäude auf der linken Straßenseite, ab 1819 als Amtshaus erbaut, beherbergt seit 1975 die Stadtbibliothek. Das in Buntsandstein gearbeitete Portal übernimmt mit seinem Dreiecksgiebel die damals beliebte Formensprache der Antike. (...) Das Café Hölderlix lädt zu mehr als nur einer Tasse Kaffee ein: Zeitunglesen und Zeitschriftenblättern sind „inbegriffen“ (...).

Das Haus mit der Nummer 34, wenige Schritte vom Fried-Lübbecke-Platz entfernt, ist als „Hölderlin-Haus“ bekannt. (...) Wieder am Fried-Lübbecke-Platz mit seiner wohltuenden Atmosphäre, biegen wir rechts in die Straße Am Mühlberg ein. Ein Türmchen ist das Kennzeichen eines Gebäudes, dessen Bewohner eng mit dem Bad Homburg der Nachkriegszeit verbunden waren – die Pianistin Emma Lübbecke-Job (1888-1982) und der Kunsthistoriker Fried Lübbecke (1883-1965). Sie fanden in Bad Homburg Zuflucht nach der Bombennacht, die im März 1944 ihr Haus in Frankfurt in Schutt und Asche gelegt hatte – und eine neue Heimat. (...)

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