Lade Inhalte...

Reiten in Hessen Wie man einen guten Reiterhof erkennt

Für Pferde schwärmen nicht nur junge Mädchen. Auch Erwachsene wollen Reiten lernen. Die FR gibt Tipps, was Anfänger bei der Wahl eines Reiterhofs beachten sollten und welche Angebote es im Rhein-Main-Gebiet gibt.

Reiten in Rhein-Main
Vor dem Ritt ins Gelände wird das reiterliche Können auf dem Platz unter Beweis gestellt. Foto: Renate Hoyer

Das Glück der Erde liegt bekanntlich auf dem Rücken der Pferde. Wer dieses Glück erleben will, macht sich meist entweder auf die Suche nach einem spontanen Ausritt durch die heimatnahen Felder oder sieht sich mit längerfristigen Absichten nach Reitschulen um. Was in vielen Fällen folgt, ist Enttäuschung oder Überforderung. Enttäuschung darüber, dass ein spontaner Ausritt – gerade wenn das reiterliche Können noch kaum bis gar nicht vorhanden ist – eher schwierig ist. Überforderung deshalb, weil man im Internet heutzutage von Angeboten für Reitunterricht schier erschlagen werden kann. Da fällt es oft schwer, einen (im besten Fall guten) Zugang zum Reiten zu finden.

Spontane Ausritte in der Umgebung sind dafür wahrscheinlich die kompliziertere Lösung. Tatsächlich wird man an den meisten Ställen, die geführte Ausritte anbieten, zu hören bekommen, dass ohne genügend Reiterfahrung ein Ausflug hoch zu Ross nicht zu Stande kommen wird. Vielerorts wird daher vor dem eigentlichen Ausritt zunächst eine Probe-Reitstunde vereinbart, um zu schauen, wie viel reiterliches Können bereits vorhanden ist. So handhabt es auch Claudia Schätzle von der gleichnamigen Reitschule in Darmstadt Weiterstadt. „Ich will einfach wissen, wie jemand auf dem Pferd sitzt, wie er damit klar kommt und ob er das Pferd im Gelände händeln kann, bevor ich mit ihm ausreiten gehe“, sagt Schätzle.

Ein Ansatz, der sicherlich gut und richtig ist. Denn der Reitwillige vergisst oft, was auch der erfahrene Reiter sich immer wieder vor Augen führen sollte: Pferde sind keine Sportgeräte, sondern Lebewesen. Und Pferde sind Fluchttiere. Gerade bei Ausritten durch Wald und Felder kann es daher immer wieder vorkommen, dass das Pferd erschrickt und unvermittelt zur Seite springt oder losrennt. Wer in solchen Situationen nicht sattelfest ist, findet sich schnell neben seinem Pferd wieder. Der Start in die Reitkarriere wäre damit nicht unbedingt geglückt und das lang ersehnte Reiterleben vielleicht auch schon gleich wieder vorbei.

Wer sich deshalb für den ersten Ausritt mit einer gemütlichen Schrittrunde zufrieden gibt, auf der auch mal jemand neben dem Pferd her läuft und es führt, wird am ehesten auf Ferienhöfen fündig, die oft auf Ausritte mit unerfahrenen Kindern (aber auch Erwachsenen) eingestellt sind. Will man aber schon ein wenig rasanter unterwegs sein, sollte man sich zuvor auf einige (oder auch viele) Reitstunden einlassen. 

Damit dieser Weg nicht mit der besagten Überforderung beginnt, können ein paar Auswahlkriterien Abhilfe schaffen. Oft müssen sich erwachsene Reitanfänger anhören, dass es im Kindesalter vielleicht besser gewesen wäre, mit dem Reiten anzufangen. Doch auch im Erwachsenenalter ist es noch immer möglich, das Reiten zu lernen. So lange das Drumherum stimmt. 

Eine gute Reitschule oder auch ein Reitverein sollte für den Anfang immer erst eine Probestunde für Neueinsteiger anbieten. Diese Stunden haben vor allem den Vorteil, dass sie die märchenhafte Vorstellung des Reitens in die Realität rücken. Der Reitwillige kann hier nicht nur herausfinden, ob er sich auf dem Pferderücken tatsächlich so wohl fühlt wie vorher gedacht, und ob er mit dem Ausbilder zurecht kommt. Er lernt auch, dass Reiten nicht bedeutet, einfach nur auf dem Pferd zu sitzen. 

Reiten will gelernt sein und dieser Lernprozess ist ein langer, um nicht zu sagen: ein lebenslanger Prozess. Idealerweise beginnen die ersten Reitversuche in einer Einzelstunde an der Longe oder - im Kindesalter - in geführten Kinderreitstunden, in denen die Anfänger in Ruhe ein Gefühl für das Pferd entwickeln können und sich auf dem Pferderücken zurechtzufinden lernen. 

Um zu sehen, wie es nach den Stunden an der Longe weitergeht, ist es immer hilfreich, sich auch die Gruppenstunden anzusehen. Oft ist der Ton mit erfahreneren Reitschülern schon ein anderer als mit Reitanfängern, und auch die Aufmerksamkeit des Ausbilders richtet sich jetzt nicht mehr allein auf einen Schüler. Die Gruppen sollten daher nicht zu groß sein, damit sich der Ausbilder jedem Reiter gleichermaßen annehmen kann. Dabei sollte er zum einen darauf achten, wie das Pferd unter dem Reiter läuft und darauf, ob er die richtigen Kommandos gibt, um mit dem Pferd zusammenzuarbeiten. 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen