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Parks in Frankfurt Fitness in der Idylle

Der von Carl Heicke entworfene Huthpark in Frankfurt lädt Mensch und Hund zur Bewegung im Grünen ein.

Viele Bäume im Huthpark sind mehr als hundert Jahre alt. Foto: Rolf Oeser

Merlin ist so etwas wie der Rudelführer. „Er ist der Häuptling“, sagt Halter Hans Bamberg über seinen 14 Jahre alten Podenco, einen iberischen Windhund. Gemeinsam mit Pako und Puki tobt Merlin im Huthpark, auf einer Wiese eigens für Vierbeiner. Bamberg sitzt derweil neben Petra Hughes auf seiner Stammbank am Wegesrand und genießt die Idylle, die den 18,65 Hektar großen Park im Frankfurter Stadtteil Seckbach umgibt.

Vögel zwitschern um die Wette. Jogger und Spaziergänger drehen ihre Runden. Seit fünf Jahren kommt Bamberg jeden Mittag in den Volkspark, trifft Freunde und hält nach Damen Ausschau. „Er ist ein Schwerenöter“, sagt Hughes über den ehemaligen Wirt der Bornheimer Gaststätte „Sporteck“. Der Witwer suchte eine Beschäftigung, seit er die Kneipe 2002 verkauft hatte. In Hund Merlin und dem Huthpark wurde er fündig. „Der Huthpark ist einmalig“, sagt Bamberg, der immer mehrere Stunden am Stück dort verweilt. „Wenn der Treffpunkt uns weggenommen würde, wäre das sehr schade.“

Von der Hundewiese zum Spielplatz. Dort gibt es neben einem Holzparcours samt Rutsche, Schaukeln und einer Tischtennisplatte auch eine Seilbahn. Mala schreit, als ihre Mutter sie auf eine wilde Fahrt schickt. „Halt dich fest!“, ruft Jacqueline Falkenmayer-Gaul ihrer Tochter hinterher. Die Flip-Flops der Dreijährigen baumeln im Fahrtwind, ehe die Gondel scheppernd auf der anderen Seite andockt. „Der Spielplatz ist immer gut besucht“, sagt Falkenmayer-Gaul, die den Park in den Sommerferien jeden Tag aufsucht. „Der Park ist sauber – und ruhiger als etwa der Günthersburgpark im Nordend“, zählt sie die Vorzüge auf.

Tatsächlich ist der 1910 bis 1912 nach Entwürfen von Gartenbaudirektor Carl Heicke errichtete Volkspark idyllisch. Weitläufige Wiesenflächen prägen die Anlage, die Ausblicke auf den Lohrberg und Richtung Maintal gewähren. Alleen aus Linden, Buchen und Eichen säumen den Rasen. Die Bäume stammen teilweise noch aus der Entstehungszeit des Parks, der ganz der Erholung der Bewohner in den angrenzenden Stadtteilen gewidmet ist. Auf einem Bolzplatz können Jugendliche kicken. Im Winter kann auf den Hängen prima gerodelt werden.

An der Idylle erfreut sich auch Lennart Ziegler. „Der Park sieht aus wie eine Pferdekoppel“, sagt der 27-jährige Doktorand aus Amsterdam. Der gebürtige Frankfurter spielte früher auf der Anlage des TV Heimgarten Tennis, mitten im Huthpark. Damals bot sich ihm ein anderer Anblick des Parks. Denn als Ziegler dort Bälle schlug, gab es einzelne Elemente der Anlage noch gar nicht.

Etwa das Café Bergstation im halbkreisförmigen Pavillon, der genau wie der Huthpark seit 1986 unter Denkmalschutz steht. Jahrzehntelang stand das Rondell leer und verfiel zusehends. Heute können Besucher auf der Sommerterrasse Kaffee und Kuchen oder saisonale Gerichte zu sich nehmen – und einen tollen Blick auf die offene Parklandschaft genießen.

Neuer Geräteparcours

Neu ist auch der Fitnessparcours, dessen Bau 2010 begann. An zehn Stationen können Besucher ihre Koordination und Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit trainieren. „Ich habe die Anlage vor drei Jahren entdeckt und finde sie supergut“, sagt Guido Schneider, der sich gerade an der Station „Armzug“ austobt. Der 47-Jährige hebt und senkt seinen Körper – wie in der Skizze angedeutet. „Das ist gut durchdacht, das kann ich nur empfehlen.“ Die Geräte seien so konzipiert, dass man sie als Frau und Mann nutzen könne, lobt der Eschersheimer und fügt hinzu: „Hier kann man alles machen, was zur Körperertüchtigung notwendig ist.“

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