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Oper Frankfurt Ein Star zu Besuch

Die bekannte US-amerikanische Sängerin Angela Meade hat Lust auf die Rolle der „Adriana Lecouvreur“ – und ist nun damit in der Oper Frankfurt zu erleben.

Oper Frankfurt
Angela Mead singt große Rollen an den großen Häusern dieser Welt – hauptsächlich an der New Yorker Met. Foto: Faye Fox

Die Star-Sopranistin Angela Meade wird in Frankfurt einen bizarren Tod sterben – und das insgesamt gleich fünf Mal in den kommenden Wochen. Ein vergifteter Veilchenstrauß, tödliches Geschenk einer Rivalin, trägt Schuld daran. Wohl keiner anderen großen Rolle ist ein so seltsames Ende zugedacht wie in der 1902 uraufgeführten Oper von Francesco Cilea. 

„Wir mögen das heute seltsam finden, aber die Leute waren früher poetischer“, sagt Meade und lacht. Sie sei, sagt sie, schon lange neugierig auf die Rolle der im 18. Jahrhundert unglaublich berühmten Pariser Schauspielerin Adrienne Lecouvreur gewesen, der man eine Affäre mit dem schönen Feldherrn Moritz von Sachsen nachsagt und die 1730 angeblich durch Gift starb. 

In Frankfurt aufzutreten, wo die Oper jetzt in einer Wiederaufnahme zu sehen ist, das sei für die US-Amerikanerin, die hauptsächlich an der Metropolitan Opera in New York singt, schon so ein bisschen „Ferien vom Alltag“, wie sie sagt. „Aber es ist schon ganz schön harte Arbeit für den Urlaub.“ Sie reise aber gerne, sagt sie, und besonders schön sei es, wenn ihr Mann oder Verwandte sie dabei begleiten könnten.

Meade hatte nicht gerade viel Zeit, um sich in die Frankfurter Produktion in der Regie von Vincent Boussard mit spektakulären Kostümen des Modeschöpfers Christian Lacroix einzuarbeiten. „Acht Tage, das ist schon flott“, sagt die Sängerin. „Ich glaube, das ist das Schnellste, in das ich mich jemals eingearbeitet habe.“ Da spricht der Profi – erwähnt werden sollte da vielleicht noch, dass sie während der Vorbereitungen unter anderem mit den Rollen der Alcina, der Norma, der Semiramide, der Giselda, der Leonore in Philadelphia, New York, Rotterdam, Berlin, Turin beschäftigt war.

Ja, der Star beherrscht sein Handwerk aus dem Handgelenk – doch das heißt nicht, dass Meade ihre Rolle locker aus dem Ärmel schüttelt. Sie hat sich nicht nur intensiv mit der Musik befasst, sondern auch mit der echten Adrienne und den historischen Quellen und berichtet voller Begeisterung von der faszinierenden Persönlichkeit, die das Vorbild für die Oper war. 

Meade ist eine Sopranistin von internationalem Rang. Ist das Begabung oder Training? „Das ist sicher beides“, sagt sie. „Wichtig ist ein stabiles Leben. Die Branche ist nicht einfach, nicht jeder geht gerne auf Reisen. Es gibt viele Faktoren. Talent, Ehrgeiz, auch Glück gehören dazu. Ich war zur rechten Zeit am richtigen Ort. Aber als Sänger müssen wir uns immer wieder neu beweisen.“

Ein Star ist Angela Meade zweifellos, eine Diva ist sie nicht, auch wenn manche sie so nennen. Den Begriff mag sie nicht besonders. „Heute sind wir von Promis besessen, die wir auf ein Podest stellen. Manchmal sprechen mich Fans im Alltag an und können gar nicht glauben, dass ich solche Sachen mache wie Einkaufen oder Spazierengehen. Ich bin im Nordwesten der USA aufgewachsen. Mein Vater war Förster, meine Mutter Sekretärin, und ich glaube, ich bin sehr geerdet.“ 

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