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„Open Doors“ Neu-Isenburg macht die Türen auf

Die Stadt Neu-Isenburg feiert am kommenden Wochenende ihr Musikfest Open Doors. Viele Besucher kommen von weit her, um die ganz besondere Atmosphäre zu genießen.

Open Doors Festival 2017 in Neu-Isenburg
Bei Open Doors wird ganz Neu-Isenburg zur Bühne – und die Frankfurter Straße zur Festmeile. Foto: Rolf Oeser

Elf Bühnen und 40 Bands an drei Tagen quasi für lau: Wo gibt es das heutzutage noch? Na gut, so ganz gratis ist das Festivalerlebnis bei den Open Doors in Neu-Isenburg diesmal nicht mehr zu haben: Wer was auf die Ohren bekommen will, sollte schon einen kleinen Button erstehen, den das Team der Kinderhilfestiftung auf der Festmeile in der Frankfurter Straße verkauft. Er kostet fünf Euro, zwei Euro davon gehen an die Kinderhilfestiftung.

Zum ersten Mal kostet Open Doors also was. Aber nun mal ehrlich: Fünf Euro für drei Tage Musik, Action, Spaß und Good Vibrations ist doch nicht zu viel verlangt! Wer den Button mit stolzer Brust trägt, kann sich am Freitagabend exklusiv mit den Gypsys samt Orchester – Streicher und Bläser – in der Hugenottenhalle feiern. Und an der After-Show-Party teilnehmen, die erstmals ein DJ in der Hugenottenhalle anheizt. Eben für alle, die von der Musik in den Straßen noch nicht genug bekommen haben.

Wer für den roten Ansteckbutton nichts übrig hat, muss sich nicht wundern, wenn das große Musikspektakel irgendwann nur noch ganz klein ist – oder ganz verschwindet. Denn es werde immer schwieriger, Sponsoren für solche Veranstaltungen zu akquirieren, sagt Michael Kercher, Geschäftsführer der Veranstaltungsagentur 12 Löwen, die das Musikfestival organisiert. 

Dieses Jahr konnte beispielsweise kein Sponsor für die Charity-Bühne beim Bier Müller gefunden werden. In Zeiten knapper Kassen sitzt das Geld auch bei der Stadt als Veranstalter des dreitägigen Events nicht mehr so locker – selbst wenn sie im Vorjahr anlässlich des 25. Open Doors noch einmal 75 000 Euro locker machte. Die Sicherheitsvorkehrungen werden ebenfalls immer teurer.

Ohne den freiwilligen Obolus von fünf Euro ist dann auch die Kinderhilfestiftung arm dran, die jedes Jahr von dem beliebten Fest profitiert. Und damit letztlich auch Kinder, die misshandelt oder missbraucht worden ist. Die Kinderschutzambulanz an der Frankfurter Uniklinik finanziert sich nämlich aus diesen Spenden, untersucht und behandelt auch beim kleinsten Verdacht.
Also nicht geizig sein, die Spendenbüchsen füllen und die Buttons kaufen! Nur so können, wie im vergangenen Jahr, 30 000 Euro an die Kinderhilfestiftung überwiesen werden.

Natürlich macht Open Doors auch seinem Namen wieder alle Ehre. Nicht nur „uff de Gass“, sondern auch drinnen sind Musiker zu Gange – und die Türen stehen für jedermann weit offen. Im Sonnenhof am Eichenbühl im Gravenbruchring, im Weltladen an der Lessingstraße 3, im Robert-Maier-Haus an der Wilhelm-Leuschner-Str. 28, bei Apfelwein Föhl, Marktplatz 1, und im Lighthouse Pub, Beethovenstraße 29, wird es eng und immer enger, wenn die Musiker loslegen.

In diesem Jahr steht eine besondere Tür weit offen: Der FKK-Verein Orplid ist zum ersten Mal Sponsor, lässt erstmals bekleidete Gäste auf sein wunderschönes, 3000 Quadratmeter großes Gelände an der Offenbacher Straße 246. „Mitmachen“ lautet dort das Motto am Samstag um 15 Uhr, wenn das „Trio Julietta“ auftritt, und natürlich sind besonders Kinder und Jugendliche angesprochen. „Nacktheit ist keine Pflicht“, versichert Dominik Stotzem, Koordinator bei den 12 Löwen.

Um die Verpflegung muss sich am Wochenende keiner kümmern. Die Frankfurter Straße verwandelt sich wieder in eine Genussmeile und bietet alles, was schmeckt und den Durst löscht. Jede Menge Stände und Foodtrucks reihen sich dort auf. Beste Gelegenheit, mal was zu probieren, was man noch nie gegessen oder getrunken hat.

Musik gibt’s am Freitag ab 18 Uhr, Samstag und Sonntag ab 14 Uhr bis spät in die Nacht an allen Ecken und Enden in der Stadt – in allen Stilrichtungen, mit allen möglichen Instrumenten. 50 000 Besucher zählte der Veranstalter im Vorjahr zur Jubiläumsauflage – bei 39 000 Einwohnern, die Neu-Isenburg hat.

Dass es dieses Jahr wieder so viele werden, glaubt Michael Kercher nicht. Aber natürlich hoffen alle – die Stadt als Veranstalter, die 12 Löwen als Organisatoren und die Kinderhilfestiftung als Nutznießer –, dass er sich täuscht.

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