Lade Inhalte...

Nippon Connection Japan-Kino in Frankfurt zu sehen

Das weltweit größte japanische Filmfestival findet vom 29. Mai bis 3. Juni in Frankfurt statt. „Nippon Connection“ zeigt mehr als 100 Filme. 77 Gäste aus der japanischen Filmwelt werden erwartet.

Nippon Connection in Frankfurt
Mehr als 100 Filme werden an sechs Tagen gezeigt. Foto: Nippon Festival

Das weltweit größte japanische Filmfestival gibt es nicht in Tokio, sondern in Frankfurt. Es ist beeindruckend, was die überwiegend ehrenamtlich agierenden Organisatoren und Mitarbeiter des nun zum 18. Mal stattfindenden Nippon Connection Filmfestivals auf die Beine stellen.
Mehr als 100 Filme werden gezeigt, 58 davon als Premieren. 77 Gäste aus dem japanischen Film werden erwartet. Schauspieler, Regisseure und Produzenten, teils von internationalen Rang. 50 kulturelle Veranstaltungen und Workshops bereichern das Festival, das sich auf fünf Orte in Frankfurt erstreckt.

„Kommen Sie sechs Tage und erleben Sie ganz Japan“, sagt Marion Klomfaß, die im Jahr 2000, damals noch als Filmstudentin, mit ihrem Kommilitonen Holger Ziegler das Festival ins Leben gerufen hat. Geplant war eine einmalige Veranstaltung mit 13 Filmen. „Wir haben mit 1500 Besuchern gerechnet, gekommen sind 10 000“, erinnert sich Marion Klomfaß. 

Warum damals vor 18 Jahren so viele Besucher gekommen sind, kann sie sich damals nicht erklären. „Aber danach war klar, wir führen die Nippon Connection als Festival weiter“, sagt Klomfaß, „als ein Festival, in dem kein roter Teppich Besucher und Filmschaffende trennt.“ Denn die japanischen Gäste, die vom 29. Mai bis zum 3. Juni, der Dauer des Festivals, in Frankfurt sein werden, können nicht nur gesehen, sondern im persönlichen Kontakt hautnah erlebt werden. 

Die Podiumsdiskussionen mit den Gästen sind mittlerweile Tradition. Ebenso, dass viele der Regisseure ihre Premieren auf den Festival persönlich begleiten und vorstellen. „Und danach kann man bei einem Bier an der Bar in das direkte Gespräch miteinander kommen“, sagt Klomfaß.

Unter den Gästen ist auch Shinobu Terajima, die, in Japan längst berühmt, 2010 mit „Caterpillar“ auch ihren internationalen Durchbruch schaffte. Auf der diesjährigen Nippon Connection wird sie mit dem Honor Award ausgezeichnet. Ein Preis, mit dem das Festival Personen ehren will, die sich um den japanischen Film in besonderer Weise verdient gemacht haben. Wie auch Terajima, erschienen die drei vorigen Preisträger persönlich, um den Award in Empfang zu nehmen.

Die Reisebereitschaft könne aber auch an dem Ruf liegen, den Nippon Connection in Japan genießt, sagt Mircea Ogrin, der Pressesprecher des Festivals. „Die Resonanz in der japanischen Filmwelt ist riesig.“ Viele Filmemacher würden die Kosten der Reise nach Frankfurt sogar aus eigener Tasche bezahlen. „Selbst jetzt, am 22. Mai, kriegen wir noch täglich Emails mit neuen Anmeldungen“, erzählt Organisatorin Marion Klomfaß.

Und dabei ist das gesamte Spektrum des japanischen Films beim Festival vertreten. Nippon Cinema zeigt die Größen des japanischen Kinos, Nippon Visions die Independentproduktionen. Hier ist die Europapremiere „Occult Bolshevism“ von Hiroshi Takahashi zu nennen. Bekannt ist Takahashi, der persönlich auf dem Festival erscheinen wird, für das Drehbuch zu dem J-Horror-Klassiker „The Ring“. 

Nippon Animation widmet sich dem japanischen Trickfilm. Dabei ist das kindergerechte „Mary and the Witch’s Flower“ von Hiromasa Yonebayashi, der lange für das bekannte Studio Ghibli arbeitete. „Violence Voyager“ des Filmemachers Ujicha ist ebenfalls Animation, verlässt dabei aber inhaltlich wie stilistisch erprobte Pfade und richtet sich explizit an ein erwachsenes 
Publikum. Nippon Retro zeigt schwerpunktmäßig einem Brennpunkt der japanischen Filmgeschichte, dieses Jahr den der Samuraifilme der 60er Jahre. 

Neu dazu kommt dieses Jahr Nippon Docs. Dabei sind Dokumentationen über den Umgang der japanischen Gesellschaft mit Minderheitenrechten und Überalterung. Auch das japanische Fernsehen, genauer die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt NHK, wird mit „Die lebende Ninja-Legende“, „Tsurukos Tee-Reise“ und „Kurara: Das schillernde Leben von Hokusais Tochter“ drei Dokumentationen auf dem Festival zeigen. Zu diesen drei Vorführungen ist der Eintritt frei.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen