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Neuerscheinung Brandheißer Groove in Frankfurt

Der Frankfurter DJ und Produzent Rey & Kjavik präsentiert sein Debüt-Album „Rkadash“ in seiner Heimatstadt.

Kultur in Frankfurt
Bespielt die Szene mittlerweile als Solokünstler mit offenem Visier: Rey & Kjavik. Foto: Promo

Rey & Kjavik gehört in diesen Tagen zu den Durchstartern der Frankfurter Produzentenszene. Hinter dem Pseudonym eines vermeintlich isländischen DJ-Duos verbirgt sich tatsächlich ein Künstler im Singular: Alexander Schomann. Lange hat er ein Geheimnis um seine Identität gemacht, seit einigen Monaten bespielt er die Szene aber mit offenem Visier. Als ehemaliger Promoter des Clubs U60311 und Booker der „BY awake Agentur“ wollte er nicht, dass ihm sein Ruf vorauseilt. „Ich hatte kein Interesse an den in der Szene üblichen Deals. Eine Hand wäscht ja oft die andere und wenn du mich buchst, buche ich dann dich. Ich wollte es mit meiner Musik schaffen“, berichtet Schomann.

Dabei war Schomann an sich gar kein Musiker. „Ich habe nicht aufgelegt, keine Musik produziert. Aber als Booker wusste ich immer, was gute Musik ist. Und auch, was ein guter Künstler braucht.“ Sein Agen-turkollege Matthias Grein habe ihn wegen seiner Expertise quasi dazu genötigt, auch selbst Musik zu machen. „Am Anfang wollte ich gar nicht so richtig“, erinnert sich Schomann. Aber Grein habe einfach nicht locker gelassen und so habe er sich sukzessive alles selbst beigebracht. Das Auflegen, das Produzieren, die ganze technische Seite der elektronischen Musik.

Und diese Idee mit dem Pseudonym, die sei ihm einfach beim Fußballschauen gekommen. Eine spontane Eingebung, während Islands Kicker den Ball bearbeiteten. Sein Pseudonym hat Stil, wirkt exotisch und hip. Und es sorgt für angenehme Verwirrung. „Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich nicht mehr gefragt wurde, ob ich nun Rey oder Kjavik bin – und wo mein Kollege steckt“, sagt Schomann mit breitem Grinsen.

Die ersten Jahre von Rey & Kjavik waren von einer musikalischen Selbstfindungsphase geprägt. Schomann produzierte gute, solide Clubmusik. Und das relativ schnell auch mit internationalen Engagements. Dann spielte er auf dem Burning Man, einem riesigen Kunst-Festival im US-Bundesstaat Nevada. „Und da habe ich vor dem Auflegen gesehen, dass all das, was ich in meiner Playlist habe, gar nicht passt.“

Schnell habe er nach den abseitigen Nummern in seinem Repertoire gesucht und diese gespielt. Eine Erfahrung, die sein gesamtes künstlerisches Schaffen grundlegend verändert habe. „Das hat mir fast schon die Augen geöffnet und seitdem mache ich viel mehr das, was wirklich in mir steckt.“ Der Erfolg gibt ihm Recht – die Zahl der Bookings von Rey & Kjavik steigt stetig. Wegen der guten Musik, aber auch aufgrund des stylishen Namenskonzepts.

Das Geheimnis um seine wahre Identität habe er irgendwann lüften müssen, weil jemand das Pseudonym missbraucht habe. „Obwohl ich wegen logistischer Probleme einen Gig gar nicht wahrnehmen konnte, habe ich dann im Internet gesehen, dass ich aufgelegt hätte“, erinnert er sich. Der Veranstalter habe einfach irgendjemanden hinter die Plattenteller gestellt und behauptet, dass das Rey & Kjavik sei. Dramatisch ist das nicht, hat Schomann mit seinem Projekt doch längst die Ebene von „eine Hand wäscht die andere“ verlassen. Er ist selbst gefragter DJ.

Nun, nach einigen erfolgreichen Jahren, steht die Albumveröffentlichung an. Schomanns Album erscheint am 7. Juli beim Berliner Label „Katermukke“, in diesen Tagen ebenfalls ein Qualitätssiegel für kreative elektronische Musik. „Die haben mich einfach machen lassen. Das fand ich gut“, sagt Schomann. Sein erster Longplayer trägt den Titel „Rkadash“ und – man möge den etwas abgedroschenen Ausdruck entschuldigen – entführt die Hörer auf eine Reise auf den indischen Subkontinent. Versetzt mit Soundschnipseln, Hindu-Gesängen und Gesprächen in fremden Zungen wird auf „Rkadash“ vor allem eins: tanzbar gegroovt.

Was sich auf dem Album nach Field-Recordings anhört, ist in Wirklichkeit ein wildes Sammelsurium. „Ich war nicht in Indien, um das Album zu produzieren. Die meisten Soundfiles stammen aus Dokus und anderen Filmen“, erklärt Schomann. Mit viel Geschick hat Schomann die Klangschnipsel mit der Tanzfläche verwoben. Zu schätzen wissen das Tänzerinnen und Tänzer überall auf dem Globus, auch wieder beim Burning Man in der Wüste Nevadas. Und – zur Feier des neuen Albums – die Frankfurter und ihre Freunde am Freitag, 16. Juni, im AMP, Gallusanlage 2, in Frankfurt.

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