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Museen in Hessen Wo Otto Ubbelohde malte

Eines der romantischsten Museen in Hessen steht in Großfelden bei Marburg. Es ist das perfekt erhaltene Wohnhaus des Jugendstil-Malers Otto Ubbelohde. Auch der Garten ist traumhaft.

Museen in Hessen
Otto Ubbelohdes Atelierhaus wurde 1900 in den Lahnauen bei Goßfelden errichtet. Foto: B. Seitz

Vor gut hundert Jahren war der Maler Otto Ubbelohde in Deutschland gradezu märchenhaft bekannt – denn seine schwarz-weißen Illustrationen zu den Grimm’schen Geschichten waren weit verbreitet und mit ihren schwungvollen Jugendstillinien höchst populär. Mit den Märchenbuch-Zeichnungen setzte der 1867 in Marburg geborene Künstler seiner mittelhessischen Heimat ein Denkmal. Dornröschen, Frau Holle oder das Rotkäppchen tragen die hiesige Tracht und bevölkern die Landschaft und historischen Bauwerke der Region. 

Besonders gerne hat Ubbelohde, der 1922 starb, die Landschaft rund um sein eigens für ihn gebautes Atelierhaus in Goßfelden an der Lahn gemalt und gezeichnet – und war dabei ein früher Umweltschützer. „Er bezahlte den Bauern Geld dafür, dass sie Bäume stehen ließen oder neue pflanzten“, erzählt Barbara Seitz, eine der Ehrenamtlichen, die sich um Haus und Garten kümmern. Ubbelohde habe die Zerstörung der Landschaft schon vor mehr als hundert Jahren sehr erzürnt, sagt Seitz, die auch Führungen anbietet. „Er hat mal gesagt, die Wolken seien das einzige, was man nicht in ein Quadrat pressen kann.“

Das Haus in den Lahnauen, das immer in Familienbesitz war und seit 20 Jahren einer Stiftung gehört, sieht immer noch so aus, als sei der Künstler nur verreist. Bis heute lebt eine Großnichte des Malers in einem Teil des Hauses. „Das ist schon ziemlich einmalig, dass das erhalten ist“, sagt Seitz. „Es ist ein Glücksfall, dass Ubbelohde es so in die Aue gebaut hat. Näher am Dorf wäre es sicher alles schon zugebaut.“

In dem Ortsteil der Gemeinde Lahntal nördlich von Marburg steht so eines der schönsten kleinen Museen Hessens, das auch eine weitere Anfahrt durchaus wert ist. Zu sehen sind hier Gemälde Ubbelohdes, dazu Sonderausstellungen, wie aktuell die atmosphärischen, duftigen Wolkenbilder des Malers, und immer auch einige der berühmten Märchenzeichnungen. 

Betreut wird es fast ausschließlich von Ehrenamtlichen wie dem engagierten Vorsitzenden Ludwig Rinn oder eben Barbara Seitz, die seit 1973 in Goßfelden lebt. „Bevor ich hierherzog, hatte ich den Namen Ubbelohde noch nie gehört“, sagt sie. Haus und Garten waren damals nicht zugänglich. Heute schwärmt sie von den Bildern. Dürfte sie sich eines aussuchen, dann wäre es wohl ein Wolkenbild wie das oben abgebildete. Wer einen schönen Sommertag erwischt, kann im Garten sitzend beobachten, wie meisterhaft der Künstler sie verewigt hat.

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