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Mousonturm in Frankfurt Schrille Szene im Mousonturm

Gewagt, verrückt und großartig: Der Frankfurter Mousonturm hat große Pläne für die neue Spielzeit – und erwartet sogar außerirdischen Besuch, der sich für wiederaufgebautes Fachwerk interessiert.

Mousonturm in Frankfurt
„Celestial Sorrow“ der berühmten Choreografin Meg Stuart wird am 16. und 17. November erstmals im deutschsprachigen Raum aufgeführt. Dazu gehört auch eine fragile Lichtinstallation des indonesischen Künstlers Jompet Kuswidananto. Foto: Laura van Severen

Eine „Invasion vom Planet der Affen“ dürfte die Besucher der wiederaufgebauten Frankfurter Altstadt demnächst ziemlich irritieren. Denn noch vor der groß angekündigten offiziellen Eröffnung Ende September kommen vom 12. bis 15. des Monats Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas aus dem berühmten Science-Fiction-Film zur Besichtigung dieser für sie fremden Welt und bestaunen die neuen Fachwerkfassaden – und vermutlich auch die zahlreichen Touristen vom Planeten Erde, die sich hier tummeln. Surreale Begegnungen sind bei der schrillen Koproduktion des Medienkollektivs Ligna mit dem Mousonturm wohl vorhersehbar.

Auch das sonstige Programm des Künstlerhauses in der eindrucksvollen ehemaligen Mouson-Seifenfabrik im Frankfurter Ostend verspricht für die neue Saison 2018/19 Schräges, Verrücktes, Witziges und Bewegendes – wie es ja von der Avantgarde-Einrichtung erwartet werden darf. 

Tabus werden gleich zu Beginn der Spielzeit am 31. August und 1. September gebrochen, wenn She She Pop aus Berlin mit Hilfe der Übertitelanlage im Saal die Besucher dazu bringen will, über das wohl bestgehütete Geheimnis der Deutschen zu sprechen, nämlich über Geld und sonstigen Besitz. Im Chor geht das vielleicht besser... 

Und noch so ein verrücktes Stück, eindrucksvoll aufwendig: Die inzwischen weltweit bekannte Theatergruppe „Rimini Protokoll“, deren Karriere im Jahr 2000 mit „Kreuzworträtsel Boxenstopp“ im Mousonturm begann, produziert im kommenden Frühjahr „1440 Szenen für eine Stadt wie Frankfurt“ mit insgesamt 1440 Frankfurter Mitwirkenden. Gemeinsam spinnen die Akteure so die Geschichte eines Tages, der übrigens genauso viele Minuten hat. Für die Produktion arbeiten Mousonturm und Schauspiel Frankfurt zusammen – die ungewöhnliche Partnerschaft haben die beiden Bühnen bereits in diesem Jahr ausprobiert.

Ein Riesending ist auch die Trilogie Stadt-Land-Fluss. In diesem Jahr ist das Land dran, und das liegt einige Kilometer von Frankfurt entfernt bei Runkel an der Lahn. Dort ziehen Daniel Kötter und Hannes Seidl eine Landkommune in einem Aussiedlerhof auf und bitten die Nachbarn um Hilfe. Von der Konfirmandengruppe bis zum Stammtisch haben Vereine und ähnliches sich daran beteiligt, die Künstler haben das in drei endlosen Fünf-Stunden-Filmen mit festen Kameras aufgenommen und vertonen das Opus. Besucher im Mousonturm können vom 15. bis 17. September auch ein Picknick mitbringen und sich vom ländlichen Tempo, den Geräuschen und der Musik verzaubern lassen. 

Natürlich ist das noch längst nicht alles, was in der kommenden Saison im Mousonturm laufen wird. Geboten wird wieder ein Tanzprogramm mit großen Namen und außergewöhnlichen Stücken, dazu noch die Tanzplattform, der Tanztag und das Tanzfestival Rhein-Main Anfang November, Performance-Auftritte von Künstlern aus dem Iran, Frankreich oder Belgien, Konzerten, Lesungen und nicht zuletzt wieder Feste und Partys. 

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