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Tour 91 (8/2012) Die Pfade der Pfalz

Die MTB-Tour 91 verläuft komplett in Rheinland-Pfalz – und verspricht dennoch eine der genialsten Trail-Strecken der FR-Tourensammlung. Das liegt ganz einfach daran, dass nach einem wunderschönen Rhein-Panorama der absolute Profi-Bikeparcours bei Stromberg in die Route integriert ist.

07.08.2012 19:09
Von Alexander Kraft
Zünftige Biker-Rast im Schweizerhaus hoch über dem Rhein Foto: Alexander Kraft

Die MTB-Tour 91 verläuft komplett in Rheinland-Pfalz – und verspricht dennoch eine der genialsten Trail-Strecken der FR-Tourensammlung. Das liegt ganz einfach daran, dass nach einem wunderschönen Rhein-Panorama der absolute Profi-Bikeparcours bei Stromberg in die Route integriert ist.

Mountainbiker haben es mit Zahlen. Alles muss möglichst exakt sein. Da reicht bei der Länge der Tour nicht eine schnöde Angabe wie „gut 40 Kilometer“. Am besten auf den Meter genau sollte es sein – und die Höhenmeter sowieso! Die werden ja, so es genügend sind, wie Trophäen gehandelt. Doch bei unserer Mountainbiketour 91 ist das anders. Genau genommen ist bei der Tour fast alles anders. Doch der Reihe nach.

Gewiss, wir hätten jetzt angeben können, dass die Runde mit Start und Ziel in Bingen 40,87 Kilometer lang ist und 981 Höhenmeter zu bewältigen sind. Doch eigentlich verführt sie den Biker zu einer Endlosschlaufe. Was ganz einfach daran liegt, dass wir mit dem Bike-Parcours bei Stromberg die ultimative Pilgerstätte für Gelände-Radler aus der ganzen, etwas weiter gefassten Region in die Tour eingebaut haben. Wer die 5,8 Kilometer einmal absolviert hat, wird sich wahrscheinlich nur von der hereinbrechenden Nacht bremsen lassen. Oder konditionellen Schwächeanfällen. Ansonsten wird man kreiseln, bis das Murmeltier grüßt.

Aber Achtung: Der „Flowtrail Stromberg“ ist durchaus anspruchsvoll. Oder besser: Man kann wählen, wie heftig man es will. Bei der einfachsten Linie fährt man auf normalen Waldwegen hoch und umkurvt hinab die Hindernisse und Sprünge ganz locker. Der neue „No Jokes Trail“ dagegen hält einige Absätze parat, wo es über einen Meter runter geht. Wir haben übrigens mit unserer Tour exakt die Eröffnung dieses Spezialisten-Trail abgepasst: Er geht jetzt am Samstag (11. August) erstmals in Betrieb!

Bevor der Autor nun aber sich und die Leser in eine Stromberg-Endlosschlaufe schießt, ein paar Worte zu den restlichen 35 Tourkilometern. Denn da finden sich einige der feinsten Ziele, die wir in diesem Jahr ansteuern. Das fängt gleich schon auf den ersten Kilometern an. Ziemlich entspannt schraubt sich die Route nach dem Start in Bingerbrück (Hauptbahnhof Bingen) das steile, waldreiche Mittelrheintal empor. Im Soonwald, so heißt jener Teil des Rheinischen Schiefergebirges, eröffnen sich grandiose Aussichten auf Vater Rhein mit Binger Loch, den Mäuseturm und darüber das Niederwalddenkmal.

Ein etwas spleeniges Ausflugslokal, das 1842 ein Preußenprinz baute, beendet dieses wunderbare Kapitel: Am Schweizerhaus biegen wir mit einer kleinen Steilstrecke ins Hinterland und landen in einem der schönsten Seitentäler des Rheins überhaupt. Was das Morgenbachtal so angenehm macht, sind zwei Aspekte: Zum einen geht es ausgesprochen zahm bergan. Zum anderen muss man sich angesichts der breiten Piste keine Gedanken über Wegebreiten machen, denn: Wir sind in Rheinland-Pfalz und da ist alles ganz anders als in Hessen. Es darf nur auf „Waldwegen“ gefahren werden. (Wie allerdings im Unterschied dazu „Fußwege“ aussehen, erklärt das Gesetz nicht.)

Egal wie: Wir halten uns dran! Und zwar auch im Folgenden. Womit eine Charakteristik der Tour beschrieben ist: Wir rollen flott auf meist ziemlich gut befestigten Strecken voran. Was uns bei der Tourkonzeption mit dem Wissen um die wunderbare Pfadlandschaft oberhalb von Stromberg aber auch höchst angemessen erschien. Apropos Stromberg: Der Ort hat noch mehr zu bieten als Biken. Die hochmittelalterliche Stromburg etwa soll die Geburtsstätte des deutschen Michel sein. Es gibt zwar eine historische Figur dazu – aber seriöse Historiker bezweifeln heftig, dass jener 1574 dort zur Welt gekommene Johann Michael Elias Obentraut das Vorbild des Michel ist. Außerdem residiert dort Fernseh-Starkoch Johann Lafer. Da seine Küche aber vor dem Flowtrail liegt, haben wir uns für die Einkehr das Land- und Golfhotel danach (Schindeldorf) überlegt.

Über Michel, Lafer und Waldwegegesetze kann man sich auf dem Weg zurück nach Bingen viele Gedanken machen. Denn die Strecke stellt uns bikerisch nicht mehr voll allzu große Herausforderungen. In sanften Wellen reiten wir übers Land, zum Teil wunderschön durch die Weinberge und zum Schluss mit träumerischem Blick auf die Nahe.

Karte und Höhenprofil - siehe Roadbook

Bitte beachten: Flowtrail Stromberg nur von 1. April - Ende Oktober offen mit wechselnden Uhrzeiten (siehe Service-Anhang)

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