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Tour 56 (9/2006) Känguru-Sprünge an der Bergstraße

Von Weinheim bis Eberstadt im stetigen Auf und Ab - neun Burgen und ein Kloster beim Parforce-Ritt mit dem Mountainbike durch die Weinberge

Andreas Arnold
Burg Frankenstein Foto: A.Arnold

Die FR-Bike-Tour 56 beschert uns mit knapp 78 Kilometern zwar nicht die längste all unserer Routen, mit gut 2200 Höhenmetern aber definitiv die gewaltigste. Und zum "blutigen" Abschluss auch noch Burg Frankenstein. Zu viel? Zu lang? Zu hart für den Herbst? Kein Problem. Die Bergsträßer Känguru-Tour haben wir so variabel und flexibel gestrickt, dass man jederzeit problemlos den Einkehrschwung zu einem nahe gelegenen Bahnhof hinkriegt, wie ein Blick auf unsere kleine Übersichtsskizze beweist.

Wie wir aus Erfahrung wissen, kann es angesichts kürzer werdender Tage höchst beruhigend sein, wenn man die Strecke um ein Erkleckliches abkürzen darf. So haben wir Varianten mit 29 Kilometern, 41,5, gut 53 und 67 Kilometer vorgesehen. Damit ist es genug der harten Zahlen.

Wenden wir uns den weichen Standortfaktoren zu. Wie stets im Herbst suchen wir eine der Weinbauregionen im Umland auf. Zwar waren wir schon mehrfach an der Bergstraße, doch so konsequent wie hier haben wir das Gebiet noch nie bearbeitet. Die Route lässt uns stets mit "kleinen" Sprüngen zwischen Rheintal und Odenwald pendeln. Wie, das zeigt sich gleich beim ersten Anstieg in Weinheim: Der Baden-Württemberger liebt den steilen Weg. Dafür dürfen wir mit der Burg Wildeck und der Wachenburg gleich die ersten zwei Burgen auf unsererListe abhaken.

Der Abstecher nach Birkenau bringt uns ins hessische Hinterland, das wir aber prompt verlassen, um über den Kreuzberg wieder das Rheintal zu entern. Auf halber Hanghöhe spuren wir nördlich bis kurz vor Heppenheim. Auch drehen wir noch mal eine Schleife auf ein paar besonders schönen Wegen, die uns schließlich hoch zur Starkenburg katapultieren.

Bei der Gelegenheit: Hatten wir schon gesagt, dass es eine Tour wird mit unzähligen Aussichtspunkten? Gut, das wäre geklärt, denn nun geht’s aufs flache Land. Genauer: nach Lorsch. Mit dem gekachelten Kloster (hoffentlich liest das kein Historiker) haken wir einen weiteren Posten auf unserer Biker-Landkarte ab, nämlich das letzte uns noch unbekannte Stück Weltkulturerbe in der Region.

Tief beeindruckt und nachhaltig belehrt, radeln wir wieder zurück Richtung Odenwald. Geschwind geht es durch Bensheim (das wäre übrigens der erste ernst zu nehmenden "Ausstiegspunkt") und dann umso mühsamer den Kirchberg hinauf zu einem wirklich höchst empfehlenswerten Ausflugslokal.

Bestens gestärkt passieren wir das Fürstenlager, ein Flächendenkmal, um am nächsten Berg - hinauf zum Auerbacher Schloss - für jedes Fitzelchen Brennwert dankbar zu sein. Nun kommt eine höchst eigene Passage: Wir mäandern auf fast gleichbleibender Höhe um den Melibocus, der Weg dazu heißt trefflicher Weise Commoder Weg.

Das wird nach dem nächsten Etappenziel, dem Alsbacher Schloss, anders. Wir hüpfen rauf und runter, über den Darsberg ins Balkhäuser Tal, wieder hinauf zu Schloss Heiligenberg - eine Lehrerfortbildungsstätte des Landes! - und erneut hinab nach Jugenheim. Aber nur, um Anlauf für den nächsten Hupfer zu nehmen: hoch zur Ruine Tannenberg.

Der rauschenden Abfahrt folgt der letzte Gipfelsturm der Strecke. Und mit Burg Frankenstein ausgerechnet der längste und fahrtechnisch anspruchvollste. Dazu sei noch folgender Warnhinweis gegeben: Man sollte die Tour nicht an Halloween machen - sonst kriegt man da oben Blutsauger und Monster gratis! Dafür erwartet uns in jedem Falle hinab zum Ziel aller müden Waden, dem Bahnhof von Eberstadt, eine Abfahrt, die zum Beeindruckendsten zählt, das die Rhein-Main-Region (biketechnisch) aufzubieten hat.

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