Lade Inhalte...

MTB-Tour 83 (5/2011) Achterbahn im Weschnitztal

Ein weites Tal, ein markanter Höhenzug und die schönsten Pfade im Überfluss: So präsentiert sich die Südwestecke des hessischen Odenwald. Die Runde bei Fürth und auf die Tromm mit dem tollen Aussichtsturm ist wie gemalt für dieses trockene Frühjahr.

30.05.2011 15:47
Bizarre Felsformationen im Odenwald: das Bügeleisen. Foto: Alexander Kraft

Ein weites Tal, ein markanter Höhenzug und die schönsten Pfade im Überfluss: So präsentiert sich die Südwestecke des hessischen Odenwald. Die Runde bei Fürth und auf die Tromm mit dem tollen Aussichtsturm ist wie gemalt für dieses trockene Frühjahr.

Die FR-Mountainbike-Tour 83 ist definitiv der Gegenentwurf zur ersten Tour des Jahres, die ja gemächlich zu Füßen des Vogelsberg dahinkurvte: Hier geht es jetzt kurz und bucklig zur Sache, gespickt mit kernigen Pfaden. Wer die FR-Routen kennt, ahnt, worauf diese Attribute in unserer Region verweisen. Genau, den Odenwald. Für das späte Frühjahr haben wir eine Ecke des südlichsten hessischen Mittelgebirges erkundet, die wir bislang nur ein, zwei Mal kurz gestreift haben: das Weschnitztal. Die Gegend um Fürth zeichnet sich durch das freundliche, weit schwingende Tal aus – mächtig überragt allerdings vom Höhenzug der Tromm, mit dem es so seine Bewandtnis hat und den wir natürlich erklimmen. Genau genommen klettern wir sogar zwei Mal bis fast auf den Kamm. Das trägt erstens zu den für eine „nur“ 42 Kilometer lange Runde zu bemerkenswerten 1150 Höhenmetern bei. Und außerdem ist dies sowie die Figur der Route auch der Grund, weshalb wir den Ausflug in die Südwest-Ecke des Nibelungen-Gebirges einen Achterbahn-Kurs genannt haben.

Start ist in Fürth in Richtung Westen. In kleinen Wellen gewinnen wir langsam an Höhe. Aber eine kleine Warnung sei ausgesprochen: Das Profil der ersten 20 Kilometer verführt dazu, kräftig Gas zu geben. Das kann sich aber später, wenn die zwei satten Hauptanstiege zu bewältigen sind, rächen – ist ja auch eine eher seltene Kombination: Der erste Teil hat den Charakter von einem Cross-Country-Rennen, der zweite von einem Bike-Marathon. Während wir uns darüber noch Gedanken machen, ist die erste Rastmöglichkeit, die Gaststätte am Steigkopf erreicht. Auf urigen Pfaden ziehen wir weiter unsere Bahn und haben nach fünf Kilometern die Juhöhe erklommen. Dort gibt es gleich mehrere Möglichkeiten zur Einkehr.

Auf hübschen Wegen geht es dann zurück ins Weschnitztal – wobei man ab und an eine kleine Pause einlegen sollte, denn: Es bieten sich reichlich ausgesprochen hübsche Aussichten: Entweder gegenüber auf den Höhenzug der Tromm, in zahlreichen Blickwinkeln über das weite Tal und auch zu zwei Fernzielen, die wir bei früheren Touren kennen gelernt haben: der Königstuhl bei Heidelberg und die Wachenburg (oberhalb von Weinheim).

Virtueller Flug über die Tour im 3D-Panorama

(Animation: Alexander Kraft / mit freundlicher Unterstützung von magicmaps, www.magicmaps.de)

Bei der Passage unten durchs Weschnitztal und Rimbach kann man die Beine ein wenig schonen, denn nun drohen fette 400 Höhenmeter am Stück. In breiten Serpentinen erobern wir die Tromm, wobei die letzten Kilometer auf dem geologisch interessanten Höhenrücken auf eher flachen, aber um so hübscheren Pfaden verlaufen. Zwischendurch bietet der Schardhof nochmals die Chance, Kalorien und Flüssigkeit aufzutanken.

Für Geologen spannend an dem waldigen Massiv ist: Er ist die Trennlinie von kristallinem Odenwald (auch der vordere und zum größten Teil in Hessen gelegene Teil) sowie dem Buntsandstein-Odenwald, der sich östlich bis Bayern und im Süden bis ins Baden-Württembergische Bauland zieht. Einen grandiosen Blick darüber kriegen wir nun auch gleich: Am Kiosk kann man sich nicht nur versorgen, dort verkauft Familie Oberle auch für kleines Geld das Ticket, um auf den Ireneturm hinauf steigen zu dürfen. Die hundertjährige Holzkonstruktion auf dem Gipfel der Tromm (577 Meter) serviert ein fantastisches 360-Grad-Panorama.

Schöne Trails sind Umwege wert

Bevor einem ob des Wissensschubs nun Kopf und Beine schwer werden, stürzen wir uns in eine jener wunderbaren Odenwald-Abfahrten und verjuxen 300 Höhenmeter auf allerschönsten Trails – aber nur, um gleich noch mal auf den Höhenzug zu klettern. Diesmal allerdings nur bis zu Brandschneiders Kreuz (Tipp: da kommen wir auch beim ersten Anstieg vorbei, wer also abkürzen will ...). Der Zweck der kleinen Zusatzrunde liegt auf der Hand: Wir wollten den knackigsten Weg hinab zum Ausgangspunkt in Fürth erwischen. Ein schön steiniges Ding ist das, und bei dem aktuell trockenen Wetter ziehen wir eine ganz schön staubige Spur da hinab. Das Ausrollen ist locker, und wer noch ein wenig Muße hat (oder auf den Zug warten muss), kann entspannt im Biergarten der Bahnhofsbodega die Zeit überbrücken.

Zusammengefasst: Über Einkehrmöglichkeiten muss man sich keine Gedanken machen, da ist alles bestens. Ein Wort aber zu den Wegen: Das extrem trockene Frühjahr lädt geradezu ein, auf den schönsten Naturpfaden zu cruisen. Das allerdings sollte man, wenn die Böden mal wieder tief sind, lassen. Deshalb ist diese Route wenig geeignet für nasse Perioden!

Streckenplan und Höhenprofil: Siehe Roadbook

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum