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MTB-Tour 82 (4/2011) Kirche, Kloster, Kelten

Den Start in die Mountainbike-Saison 2011 führt zu einem spannenden neuen Museum: dem Keltenmuseum am Glauberg. Der lockere Ausflug im Übergangsgebiet von Wetterau zu Vogelsberg präsentiert aber noch mehr Highlights, etwa das Kloster Engelthal oder das Ysenburger Schloss zu Staden.

Ein grandioser Bau und ein grandioses Ausflugsziel (auch) für Biker: das neue Keltenmuseum am Glauberg Foto: FR/Hoyer

Den Start in die Mountainbike-Saison 2011 führt zu einem spannenden neuen Museum: dem Keltenmuseum am Glauberg. Der lockere Ausflug im Übergangsgebiet von Wetterau zu Vogelsberg präsentiert aber noch mehr Highlights, etwa das Kloster Engelthal oder das Ysenburger Schloss zu Staden.

Rad fahren erlebt einen Boom wie selten. Ob neue Messe in Frankfurt, neue Radwege in Rhein-Main oder eine neue Technik, die sich mit den E-Bikes anschickt, das Rad zu revolutionieren – alles neu (aber wir haben ja auch schon Mai). Da wollen wir mit den Mountainbike-Touren nicht hintan stehen, sondern kräftig mitmischen.

Mit Tour 82 betreten wir Neuland: Zum einen – natürlich – in dem wir ein Stück Land beackern, das unsere Stollenreifen noch nicht gesehen hatten. Zum anderen, und das ist die viel einschneidendere Neuerung: Wir haben die Präsentationsform der Touren heftig modernisiert! Statt der traditionellen Beschreibung in epischer Textform gibt es nun Miniaturskizzen plus Kurztext, die den Biker wie ein Navi ans Ziel führen. Am besten, das Roadbook gleich mal vornehmen und einfach austesten. Darin eingebunden sind auch die Karte und das Höhenprofil zur Tour.

Wenn wir für Tour 82 Neuland versprechen, so stimmt es – mit einer entscheidenden Ausnahme. Denn wir steuern den Glauberg an, jenen Ort, an dem es vor 17 Jahren den archäologische Sensationsfund jener bizarren Figur gab, die schnell den Spitznamen „Mickey-Maus-Fürst“ weg hatte. Gemeint ist natürlich die Sandsteinstatue des Keltenfürsten.

Ein Museumsbau wie selten einer

Dem Fundort hatten wir 2002 mit Tour 28 schon mal einen Besuch abgestattet. Wenn wir es nun im Frühjahr 2011 erneut tun, dann, weil sich dort Großes getan hat: Wo früher nur der kahle Grabtumulus übers Seemenbachtal gen Büdingen blickte, eröffnet am 6. Mai ein Museum, das wahrlich als einzigartig in Hessen gelten darf. Inhaltlich ist der Name des neuen Landesmuseums „Keltenwelt am Glauberg“ Programm, wird dem Besucher dieses teilweise immer noch rätselhafte Volk aus vorchristlicher Zeit näher gebracht. Doch der eigentliche Clou ist der Bau selbst. Bei den Meinungen darüber wird es kein „Dazwischen“ geben. Wer dort hin kommt, wird entweder hellauf begeistert sein – oder dem „rostigen Schrotthaufen“ wünschen, dass der Blitz einschlägt. Beim Teutates!
Diesen Höhepunkt der Runde haben wir uns allerdings für den Schluss aufgespart. Zuvor touren wir durch einen Landstrich, der geografisch am besten als Übergang von der Wetterau zum Vogelsberg beschrieben sein dürfte. Wellig ist es, auch mal mit kurzen Steigungen, doch keinesfalls richtig bergig. Da durfte die Runde dann auch mal ein wenig länger geraten, als unsere die FR-MTB-Frühjahrsklassiker in anderen Jahren.

62 Kilometer stehen am Ende auf dem Tacho und 800 Höhenmeter. Klingt recht kräftig, ist aber angesichts von vielen bestens befestigten Wegen ausgesprochen flott zu fahren und viel leichter als tiefe Waldwege. Zumal wir abschnittsweise auch auf Nidda-Radweg und dem Klassiker der Tourenradler schlechthin, dem Vulkanradweg, unterwegs sind. Garniert allerdings, so viel Mountainbike muss sein, mit einigen ausgesprochen aparten Trail-Passagen. (Hinweis: Sollte es nach dem ultra-trockenen Frühjahr demnächst einen patschnassen Sommer geben, so wird man die Tour trotzdem ziemlich problemlos fahren können, da sich der Anteil der Naturwege in Grenzen hält.)

Virtueller Flug über die Tour im 3D-Panorama

(Animation: Alexander Kraft / mit freundlicher Unterstützung von magicmaps, www.magicmaps.de)

Tourstart ist in Glauburg-Stockheim, das übrigens per Regionalexpress eine Direktverbindung nach Frankfurt hat. Im munteren Wechsel geht es in Wald und Wiese voran, durch kleine Weiler, an Bächen entlang und auch über die Nidda. An Echzell rollen wir etwas grußlos vorbei, obwohl das einst auch ein wichtiger Befestigungspunkt der Römer war. Von hier öffnet sich aber ein wunderbar weiter Blick über das Land, das der Limes umschloss, die Wetterau, bis hinüber zum Taunus. Wenige Buckel später ist Staden erreicht – Zeit für eine kleine Zwischenrast. Und mit dem Ysenburger Schloss respektive dem darin untergebrachten Schlosshotel und -café fällt die ausgesprochen famos aus.

Viele flache Kilometer an der Nidda

Wer zu kräftig zulangt, hat Glück: Die nächsten Kilometer eignen sich für entspanntes Kalorien verbrennen, bis hinter Florstadt rollen wir flach an der Nidda entlang. Und auch für die zwei nächsten Ziele, die der Tour ihren Namen gegeben haben, braucht es nicht wirklich das Bergziegen-Klettergen. Zunächst die Wallfahrtskirche Maria Sternbach: Die gibt es seit 778 – der heilige Ort im Wald ist also älteren Datums als die große Stadt Frankfurt.

Auf hübschen Wegen steuern wir mit einer längeren Waldpassage Kloster Engelthal an. Die Jahrhunderte alte Heimstatt von Zisterzienserinnen war lange unbewohnt, erst seit 50 Jahren sind die Nonnen wieder eingezogen – und stellen heute ihr Kloster schwer auf ökologisch um.

Wenig später, bei Kilometer 50, ist Altenstadt erreicht. Das bedeutet dreierlei: Erstens Einkehr im Café Kastell, zweitens ein Bahnanschluss (wer also die Tour vorzeitig beenden will ...) und schließlich der Vulkanradweg. Der ultraglatte Asphalt lässt die letzten Kilometer bis Glauburg geradezu dahin schmelzen. Letzte Anstrengung dann: Die 70 Höhenmeter hinauf zum Keltenmuseum; wer bis aufs alte Plateau mit Resten einer staufischen Reichsburg will, muss noch mal 50 drauf legen. Der Rest bis zum Ausgangspunkt in Stockstadt ist dann wirklich nur noch ein Klacks.

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