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Matthias Schweighöfer "Ich habe hier immer tolle Zeiten"

Eigentlich lebt der Schauspieler Matthias Schweighöfer auf einem Bauernhof in Brandenburg. Aber auch in Frankfurt, wo er bei „What a man“ zum ersten Mal Regie führte, findet er liebenswerte Ecken - die er im FR-Interview verrät.

25.08.2011 16:30
Der Regisseur Schweighöfer setzt seinen Star Schweighöfer gern groß ins Bild. Foto: 20th Century fox

Mit dicker, brauner Opa-Brille setzt sich Matthias Schweighöfer auf die Couch im Kaminzimmer der Villa Kennedy. Die trägt er in seinen Filmen nie. Auch nicht in seinem Regiedebüt „What a man“, das er vergangenen Herbst in Frankfurt gedreht hat.

Der Berliner Schauspieler ist auch Co-Autor und Produzent der romantischen Komödie. Und so gibt er viele, viele Interviews. Er wirkt viel kleiner (knappe 1,74 Meter) und zierlicher als auf der Leinwand. Aber er ist genauso sympathisch und niedlich. Am liebsten möchte man ihm die ganze Zeit in die Wange kneifen oder ihm zumindest ein Eis kaufen.

Schweighöfer bestellt sich Tee. Er ist sehr blass und hat Watte im linken Ohr. Auf die Frage, ob er krank sei, antwortet er mit einem Lächeln: „Ich bräuchte dringend Urlaub, aber ich halte die Energie noch hoch.“ Matthias Schweighöfer (30) mag es nicht, wenn er gesiezt wird. „Bitte dutz mich“, sagt er in seinem fröhlichen Berliner Dialekt.

Dein Name löst bei vielen Frauen Quietsch-Alarm aus. Bei wem schreist du los?

Ganz klar bei Johnny Depp. Als ich 2009 „Friendship!“ gedreht habe, war ich auch in L.A. Dort rief mich ein Freund an und sagte: ,Ey Johnny Depp ist gerade im Jeansstore auf dem Sunset Boulevard: Komm her, komm her.‘ Aber ich habe es leider nicht mehr rechtzeitig geschafft. (Er zieht sein iPhone aus der Hosentasche.)

Sorry, ich warte, die ganze Zeit auf eine Mail von Philipp Poisel. Er wollte mir doch den Klavierpart schicken. (Der Singersongwriter hat für „What a man“ das Lied „Eiserner Steg“ geschrieben, Anm. d. Red.) Philipp und ich haben uns jetzt noch mal zusammen ans Klavier gesetzt für eine zweite Version des Lieds. Da singe ich ein bisschen beim Refrain mit.

Willst Du jetzt etwa Popstar werden?

Ich habe mir zwar das Klavierspielen autodidaktisch beigebracht, weil ich es liebe, Musik zu machen. Aber eine Musiker-Karriere will ich jetzt nicht starten.

Aber eine als Regisseur. Wie kam es dazu?

Ich habe ja am Drehbuch mitgeschrieben und so natürlich auch sehr den Humor des Films mitgeprägt. Für einen anderen Regisseur wäre es sehr schwierig geworden, diesen genauso umzusetzen. Viele der Szenen sind auch autobiografisch.

Welche denn zum Beispiel?

Ich hatte wie mein Protagonist Alex wirklich mal eine Freundin, die mich betrogen hat (lacht). Und das ganze kam raus, weil sie sich beim Sex mit dem anderen Mann die Rippen gebrochen hat. Auch die Szene mit dem ,Kannst du mal hochgehen und dem Nachbarn sagen, dass er leiser laufen soll?‘ ist mir wirklich so passiert. Seine Antwort war wie die von Thomas Kretschmann im Film: ,Ich kann dir ja deinen Arsch über den Kopf ziehen, dann hörste gar nichts mehr.‘

In deinem Film versuchst du als Softie Alex ein richtiger Mann zu werden. Seit wann fühlst du dich erwachsen?

Seitdem ich meine Tochter habe und ich Verantwortung trage. Das war der Punkt, an dem ich vom eigenem Egoismus, das alles um mich selbst kreist, abgerückt bin.

Warum hast du Frankfurt als Drehort und nicht deine Heimatstadt Berlin ausgewählt?

Frankfurt ist für mich eine anonymere Stadt als Berlin. Hier gehen bei mir sofort Fantasien los, was man hier drehen könnte, weil ich hier nicht lebe. Und die Stadt ist so schön fotogen. Meine Heimatstadt Berlin ist auch ganz toll, aber ist schon für andere Filme so oft benutzt worden. Und ich wollte bei meinem Regiedebüt nicht in den Zugzwang kommen, ähnliche Bilder wie bei „Keinohrhasen“ oder „Männerherzen“ zu haben, die dann verglichen werden.

Frankfurt wirkt im Film so romantisch wie eine Rosamunde-Pilcher-Verfilmung. Wie sehr magst du die Stadt?

Ich liebe Frankfurt sehr. Ich hatte hier einfach immer tolle Zeiten. Vor zwei Jahren habe ich den Tatort „Weil sie böse sind“ hier gedreht, da war gerade meine Tochter Greta geboren. Und auch im Herbst war ich für „What a man“ länger hier.

Wo warst du nach Drehschluss unterwegs?

Die meiste Freizeit habe ich mit meiner Familie am Schweizer Platz verbracht. Um die Ecke hatten wir eine Wohnung gemietet. Wir waren sehr oft in der „Dulce“-Eisdiele. Oder um die Ecke im Jasper’s und auch im Morton’s Steakhouse im Westend habe ich gerne gegessen. Ganz herziehen will ich aber erst mal nicht. Aber wer weiß, ich bin ja erst 30. Vielleicht lebe ich irgendwann doch hier.

Willst du hier wieder arbeiten?

Im Dezember drehe ich meinen zweiten Film als Regisseur. Er heißt „Der Schlussmacher“. Es ist ein Roadmovie, das durch ganz Deutschland führt. Und ich hoffe, dass Frankfurt auch dabei ist.

Du hast kürzlich gesagt, dass du eine Kontaktanzeige für deine Mutter schalten würdest. Würdest du das auch für dich selbst tun, wenn du Single wärst?

Nein, auf keinen Fall. Denn ich müsste mich als sehr ungeduldig und viel zu nett beschreiben. Das ist schon eine blöde Kombi.

Interview: Kathrin Rosendorff

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