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Jüdische Kulturwochen in Frankfurt Die jüdische Gemeinde präsentiert sich

Länger, jünger, zeitgemäßer – so sollen die Jüdischen Kulturwochen 2017 sein. Von 15. Oktober bis 5. ovember präsentiert sich die jüdische Gemeinde Frankfurt kulinarisch, theatralisch und musikalisch modern.

Jüdische Kulturwochen
Hip und koscher: Yossi Elad kocht drei Wochen lang im Bahnhofsviertel. Foto: Lottermann & Fuentes

Irgendwann gegen Ende der Vorstellung des Programms fasst Marc Grünbaum den Grundgedanken der diesjährigen jüdischen Kulturwochen in einem kurzen Satz zusammen: „Wir wollten weg von den Klischees.“ Und zwar auf allen Ebenen, wie der Kulturdezernent der jüdischen Gemeinde Frankfurt betont. Es sei bei der Planung für 2017 darum gegangen, möglichst viele Facetten modernen jüdischen Lebens zu zeigen, ohne die Tradition zu vernachlässigen – oder gar zu leugnen.

„Wir wollten einfach mal was zeigen, was nicht intellektualisiert ist; das Programm in diesem Jahr sollte die Lebendigkeit der jüdischen Gemeinde repräsentieren.“ Lebendigkeit heißt für ihn und sein Team vor allem: Die jüdischen Kulturwochen vom 15. Oktober bis 5. November sollen die Stadt beleben, die Organisatoren wollen dorthin, wo das Leben spielt, „rein in die Stadt, in die Mitte der Gesellschaft“, wie Grünbaum sagt.

Und daher fallen dann auch Begriffe wie Pop-up-Gastronomie und DJ-Clubnight. So wird Starkoch Yossi Elad vom 17. bis 28. Oktober im Club Michel, Münchener Straße 12, abends koscher kochen. „Und nach 22 Uhr ist dort dann Party“, sagt Grünbaum.

Party ist auch angesagt bei der Clubnacht „Livesaver Saturday“ am 21. Oktober mit den DJs Moscoman, Muallem und Ata, die in Kooperation mit dem Robert Johnson in Offenbach veranstaltet wird – dieser Schritt über die Stadtgrenze war Grünbaum wichtig. Ebenso die Ausdehnung der Kulturwochen auf drei statt bisher zwei Wochen, um eben noch mehr Vielfalt zeigen zu können.

Als weiteres Highlight kündigt er neben dem Eröffnungs-Auftritt der L-E-V Dance Company am 15. Oktober im Bockenheimer Depot die Installation „Datum“ des jungen Künstlers Lukas Sünder an, die vom 19. Oktober an auf der Frankfurter Zeil zu sehen und vor allem: zu begehen sein wird. Sünders Werk in leuchtendem Orange dürfe man sich wie eine Pforte vorstellen, die vermeintliche Parallel-Welten verbindet. So wird über dem Tor aus Plexiglas neben der aktuellen Weltzeit eben auch das Datum des jüdischen Kalenders angezeigt, nach dem aktuell das Jahr 5778 geschrieben wird.

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