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Jahrhunderthalle Geschichten aus Sand

Paris, London, Frankfurt: In 80 Bildern aus Sand führt die russische Künstlerin Irina Titova um die Welt. Am 1. März kommt sie in die Jahrhunderthalle.

Jahrhunderthalle
Die Sandmalerin Irina Titova, hier bei einer Probevorführung im Club der Frankfurter Jahrhunderthalle. Foto: peter-juelich.com

Eben noch lag hier einfach nur Sand, nun ist der Eiffelturm zu erkennen. Filigran schießen die Finger der Künstlerin Irina Titova über den von unten beleuchteten Glastisch und formen die Silhouette des Pariser Wahrzeichens. Eine Kamera filmt das Kunstwerk ab und zeigt das Ergebnis an einer großen Wand. Die russische „Queen of Sand“ beweist eine erstaunliche Präzision in ihrer Show „Sandsation – In 80 Bildern um die Welt“, in Anlehnung an das Buch von Jules Verne.

Kommenden Donnerstag, 1.  März, tritt sie damit im Club der Jahrhunderthalle in Frankfurt auf.
Zu der Sandmalerei läuft französische Musik. Die Stimme des Sprechers Joachim Kerzel, der bereits Dustin Hoffman und Anthony Hopkins synchronisiert hat, beginnt dazu mit einer Erzählung. Es ist die Geschichte des französischen Dieners Jean Passepartout, der für den britischen Gentleman Phileas Fogg arbeitet. Fogg geht eine Wette ein: In 80 Tagen könne er um Welt reisen. Das Abenteuer beginnt.

Titova streut, wischt und zeichnet mit ihrem Finger und dem Sand. Aus einem perfekten Kreis entsteht eine Uhr, mit ein paar Fingerbewegungen schreibt sie die Zahlen des Ziffernblattes. Parallel zur Musik und zur Stimme des Sprechers hört man ein Ticken. Die Künstlerin träufelt erneut Sand auf den Tisch, mit ein paar Bewegungen formt sie aus der Uhr einen Globus, erneutes Wischen lässt den Globus zu einem Ballon werden, in dessen Korb Fogg und Passepartout ihre Reise beginnen.

Titovas Kunst ist nicht für die Ewigkeit bestimmt, in der Aufführung gibt es einen regen Wechsel von Sandbildern auf dem Leuchttisch. Ob es nicht schwierig für sie ist, das Kunstwerk gleich wieder zu zerstören? „Nein“, sagt sie und lächelt. „Ich zerstöre die Kunst ja nicht, ich transformiere ein Bild in das nächste.“ Damit setze sie die Geschichte und auch das Kunstwerk fort. Parallelen zieht die Künstlerin dabei zum Dasein: „Wir leben in diesem Moment, nicht in der Vergangenheit oder in Zukunft.“

Für die Arbeit braucht Irina Titova das richtige Material. Bevor sie den Sand auf den Glastisch streut, gibt sie ein antistatisches Spray auf die beleuchtete Platte. Dadurch könne sie den Sand besser bewegen und er klebe nicht. Auch beim Sand habe sie lange ausprobiert. Am besten gefalle ihr bezüglich der Konsistenz und der Farbe eine Mischung aus vulkanischer Asche und Sand aus dem Flussbett. „Mit dem Material sehe ich nicht nur das Bild, ich fühle es auch“, sagt sie.

Gemeinsam mit Regisseurin Katrin Edtmeier hat sie die Show entwickelt. Als Edtmeier die Sandkünstlerin vor eineinhalb Jahren zum ersten Mal sah, war sie gleich begeistert. „Dieses Reduzierte ist faszinierend. Da steht einfach eine Frau mit ihrem Sand und einer Leinwand.“ Das sei ein Gegenentwurf zum heutigen Schneller und Höher.

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