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Internationale Apfelweinmesse Stöffche aus Japan und Kanada

Apfelwein gibt es nicht nur in Hessen. Das hiesige Kultgetränk ist in vielen anderen Ländern bekannt, wovon sich Besucher auf der internationalen Apfelweinmesse im Palmengarten überzeugen können.

21.03.2016 11:55
Von Alex Wehnert
Apfelwein ist nicht nur in Hessen bekannt und geschätzt. Foto: imago stock&people

Gerd Sundermeyer ist stolz auf seine Züchtung. „Wir haben sie Vampira getauft“, sagt der Hildesheimer Obstbauer. Tatsächlich ist der Apfel, den er in der Hand hält, auch von innen blutrot. Sundermeyer hat es in jahrelanger Arbeit geschafft, die Frucht haltbar zu machen und aus ihr Saft und Wein zu pressen.

Mit diesem und vielen weiteren neuen Trends wirbt die „Apfelwein Weltweit“-Messe in diesem Jahr. Die achte Auflage der Veranstaltung findet am 10. April im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens statt.
„Wir haben mit 70 Ausstellern angefangen, jetzt sind es über hundert“, sagt Robert Mangold, Geschäftsführer der Gesellschaftshaus GmbH.

In den Anfangsjahren hatte die Messe im Römer ihr Domizil. Seitdem sie vor drei Jahren ins Gesellschaftshaus zog, sei die Qualität auch auf Seiten der Aussteller gestiegen. Mangold und die Veranstalter können sich durchaus vorstellen, das Messegelände noch zu vergrößern. Das zieht auch mehr Besucher an, 1800 waren es im vergangenen Jahr. Dieses Mal soll ein neuer Rekord aufgestellt werden. Dafür können die Gäste 400 verschiedene Apfelweine probieren.

Die Deadline für Aussteller war Anfang Februar abgelaufen. Als jedoch ein Importeur für kanadischen Eis-Cidre auf den Plan trat, holte man auch ihn noch mit ins Boot. „Wir haben uns 2007 schon die Eisapfelernte in Montréal angeschaut und waren begeistert“, sagt Michael Stöckl, gemeinsam mit Andreas Schneider Gründer der „Apfelwein weltweit GbR“. Um Eis-Cidre zu gewinnen, würden gefrorene Äpfel gepresst. So erhalte man puren Nektar.

Mild und trocken aus Japan

Auch in Japan steigt die Popularität von Apfelwein laut den Veranstaltern stetig. Deshalb ist es als diesjähriges Gastland besonders präsent. „Japanischer Apfelwein ist milder, trockener und hat mehr Schmelz“, sagt Schneider.
Er habe sich aus der Reiswein-Kultur entwickelt.

Im Gesellschaftshaus ist zur Messe mit Yoshiko Ueno-Müller auch eine echte Sake-Samurai dabei. Auch mit dem japanischen Filmfestival „Nippon Connection“, das dieses Jahr zum 16. Mal stattfindet, kooperiert die Messe. Im Vorfeld gibt es deshalb Veranstaltungen wie ein japanisches Filmdinner mit internationalen Apfelweinen. Das japanische Generalkonsulat unterstützt die Veranstaltung seit dem Reaktorunglück in Fukushima 2011. Aus der damals für die Opfer eingelegte Schweigeminute, von der sich die japanischen Gäste berührt zeigten, habe sich eine Freundschaft entwickelt.

„Dabei gab es in Japan bis Anfang des 19. Jahrhunderts nur Wildäpfel“, so Schneider. Heute seien in dem asiatischen Land schon über 2000 Apfelsorten heimisch. Sie seien ursprünglich von den Amerikanern eingeführt worden.
Länder wie Schweden und Polen sind laut Stöckl in der Apfelweinbranche ebenfalls nicht unbekannt, auch sie werden auf der Messe Eisweine präsentieren. „Apfelweinkultur heißt nicht nur Essen und Trinken“, so Stöckl. So will er die Besucher der Messe auch insgesamt für die teilnehmenden Länder interessieren.

Dabei sollen die regionalen Obstbauern aber auch ihre Wertschätzung erfahren: Handel und Gastronomie sollen den Ruf der Weine weitertragen. Die besten 20 Weine der Messe werden von Edeka ausgewählt und im Scheck-in Center in der Ferdinand-Happ-Straße verkauft werden.
„Es kann gut sein, dass es in Münchener Drei-Sterne-Restaurants bald Apfelwein gibt“, sagt Schneider. Sundermeyer jedenfalls will seine „Vampira“ weiter verfeinern. Sie soll noch haltbarer werden. Das Wichtigste sei, die Säure herauszubekommen. Als Zugabe zu Longdrinks könnte ihr Saft bald die Bars erobern.

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