Lade Inhalte...

Ilja Schierbaum Der eigene Weg

Der Liedermacher Ilja Schierbaum lässt auf dem Album „Schiffe Schräg“ sein Talent aufblitzen und spielt heute live im Bett.

12.04.2012 16:35
Stephan Loichinger
Ilja Schierbaum singt vom Leben in Bewegung. Foto: promo

Ilja Schierbaum ist kein schlechter Name für einen Liedermacher. So heißt sonst keiner, dazu hat sich der 35-Jährige schon als Sänger der Band Schrottfisch, als Theaterschauspieler und als Teil der DDR-Radioserie „Was ist denn heut bei den Findigs los?“ einen Namen gemacht. Für seine Karriere als Solomusiker suchte sich Ilja Schierbaum dennoch Unterstützung.

Sein aktuelles Album „Schiffe Schräg“ wurde gefördert von der Initiative Musik der Bundesregierung, der frühere Viva-Chef Dieter Gorny ist hier Aufsichtsratsvorsitzender. Als Schierbaum noch bei Schrottfisch war, bekam er mit der Band den Förderpreis John Lennon Talent Award. Teil des Preises war, dass er sich einen Mentor suchen durfte.

Er wählte Niels Frevert, an dessen Art des Textens „Schiffe Schräg“ erinnert. Wie Frevert, mit dem er sich dann öfter traf und austauschte, gewinnt Schierbaum seine Liedzeilen aus der Beobachtung von scheinbar Nebensächlichem: Menschen im Internetcafé, im Hafen liegende Schiffe, Zeitungsschlagzeilen wie die über Problembär Bruno. Wie auf Freverts Album „Du Kannst Mich An Der Ecke rauslassen“ taucht gleich im ersten Stück auf „Schiffe Schräg“ eine Baustellen-Metapher auf. Es ist ein Leben in Bewegung, von dem hier die Rede ist.

Es ist klar hörbar, dass Ilja Schierbaum zwischen all den mehr oder weniger großen Namen – am Album wirkte auch der frühere Blumfeld-Produzent Chris von Rautenkranz mit – nach seinem eigenen Weg sucht.

Musikalisch macht er das, indem er auf die klassische Barband-Besetzung vertraut: Akustikgitarre, Bass, Schlagzeug, Klavier, dazu als farbiger Tupfer ein Akkordeon im kompositorisch spannendsten Stück des Albums, dem Titelsong. Das klingt nicht neu, aber eben auch nicht überladen. Seine Texte sind nicht zu gefühlsduselig, auch wenn er mal zu dick aufträgt, wenn er zum Beispiel aufjauchzt: „Das ist unser Tag, das gibt ein schönes Feuerwerk, wenn wir unsere Welten zusammenwerfen.“ Generell muss man aber um jeden neuen Sänger froh sein, der nicht wie Xavier Naidoo klingen will oder alles macht, was Dieter Bohlen ihm sagt.

Ilja Schierbaum, 12.4., 20 Uhr, Frankfurt, Das Bett, Schmidtstraße 12, Abendkasse

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen