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Freizeit-Tipp für Frankfurt Song-Slam Hessen gastiert in Frankfurt

Beim Song-Slam Hessen treten in Frankfurt Liederpoeten in freundschaftlichem Wettstreit gegeneinander an. Gewinner ist dabei nur das Publikum.

Song-Slam Hessen in Frankfurt
Liederfreund Bischler aus Heidelberg Foto: Promo

Der Song-Slam rollt durch Hessen. Er ist nicht mehr aufzuhalten. Kulturaktivist Tilman Döring hat den Liederwettstreit zusammen mit der Konzertagentur Bahl auf die nächste Stufe gehoben. Song-Slams sind bislang regionale Angelegenheiten gewesen. Es treten dort zwar schon immer Künstler aus der ganzen Republik auf, aber eben im lokal begrenzten Rampenlicht eines jeden Slams. Dabei kocht jeder vornehmlich seine eigene Suppe kochen. Beim Song-Slam Hessen ist das ein bisschen anders.

Der ist als Reihe angelegt. Es gibt mehr Konzerte, mehr Aufmerksamkeit, mehr Applaus, das ganze überregional vernetzt. Bereits in der zweiten Runde treten in dieser Saison Liederpoeten aus dem ganzen Land gegeneinander an. Am Freitag, 29. Juni, gastiert der Zirkus im Frankfurter Club „Das Bett“ an der Schmidtstraße 12. 

Stilistische Vorgaben gibt es keine. Pop, Country, Punk, Rap, Schnulze, Schlager – erlaubt ist, was gefällt. Die Musiker können klassisch mit der Gitarre auftreten und singen. Sie können wie Dylan schräg in eine Mundharmonika pusten. Oder ganz modern eine Loopmaschine einsetzen, bei der sie vor Publikum mehrere Stimmen hintereinander aufnehmen und übereinander schichten. Das gilt auch Puristen noch als „live“ gespielt, nicht wie ein Halbplayback, bei der die Musik vom Band kommt und der Interpret nur singt. 

Bislang stehen acht Künstler auf dem Programmzettel. Vier Einzeltäter und zwei Duos. „Traurige Liebeslieder“ singt Elis C. Bihn aus Frankfurt. Bekannt ist er als die Hälfte des Duos „Welthits auf Hessisch“. Marie-Christin Sommer vereint hinter ihrem Künstlernamen „Mori“ Musik, Kunst und Poesie. In der Rhein-Neckar-Gegend gewinnt sie damit Kleinkunstpreise. Die dortige Presse lobt, sie bringe „charmant, humorvoll, nachdenklich und tiefsinnig aktuelle Themen ihrer Innen- und Außenwelt auf den Tisch“.

Über Louis und Alex aus Frankfurt schreibt die Presse noch nichts, das Duo steht am Anfang der Künstlerkarriere. Patrick Bischler aus Heidelberg ist dagegen ein alter Hase, der selbst einen Song-Slam im pfälzischen Frankenthal organisiert. Er produziere melancholischen deutschen Sänger-Liederschreiberkram, sagt er über sich. Entstanden unter Einfluss von Kaffee und Tagträumerei.

Dann wäre da noch Malte Schöning, ein selbst ernannter Zwerchfell-Masseur und Lagerfeuer-Poet. Der 21-jährige Hamburger schreibt über Sex, Liebe, Träume und den alltäglichen Wahnsinn. Das Duo Micah & Tommy aus Mannheim bewegt sich im Genre Indie-Folk. Die beiden schwören auf melodiöse Melancholie. Die Moderation des Abends obliegt Ole Bechtold (selbst Slam-Poet und Musiker) und Dirk Hülstrunk (Universalgelehrter mit Schiebermütze und seit Jahren Song-Slam-Veranstalter). 

Die Jury ist das Publikum selbst. Den Gästen obliegt es, zu entscheiden, welcher Poet ihre Herzen am meisten rührt oder das Zwerchfell am elegantesten durchrüttelt. Warum das so ist, hat der Songschreiber Jimmy Buffet (Schöpfer des zeitlosen Klassikers Margaritaville) vor Zeiten erklärt: „Songwriters write songs, but they really belong to the listener.“ Also: Liedermacher schreiben zwar die Lieder, diese gehören aber den Zuhörern.

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