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Freizeit Kunst für alle

Ob Klassik, Jazz, Rock, Pop, Filmmusik oder Musical: Meike Kolodziejczyk stellt das Programm für die Saison 2018/19 in der Alten Oper vor.

Marina Abramovic
Die Performance-Künstlerin Marina Abramovic entwickelt für die Alte Oper ein Musikprojekt. Foto: Dusan Relfin

Eine Geräuschkomposition für zwölf UKW-Radios, 24 Ausführende und einen Dirigenten (John Cage: „Imaginary Landscape No.4“), ein Konzert mit Vogelstimmen morgens um 6.30 Uhr im 38. Stock des Opernturms (Olivier Messiaen: „Catalogue d’oiseaux“), eine interaktiv funktionierende Wunderkiste zum Musik hören und machen („Unboxing Mozart“ mit dem Mahler Chamber Orchestra): Es wird modern, neu und vielfältig in der kommenden Saison in der Alten Oper Frankfurt. Und unbedingt spannend. Das jedenfalls lässt das Programm für die im September beginnende Saison 2018/19 erwarten.

Die wunderbare Broschüre liegt nun vor, erhaben gepunktete und gestreifte Rhododendronblätter zieren den Titel. „Unser entscheidendes Anliegen ist“, betont Intendant Stephan Pauly bei der Programmvorstellung, „dass man der Alten Oper anmerkt, was die Intension der Künstler ist.

„Anders hören“

Mit Marina Abramovic wird in ziemlich genau einem Jahr eine der international renommiertesten Künstlerinnen der Gegenwart nach Frankfurt kommen. Ihre Performance „The Artist is Present“, die sie 2010 im Museum of Modern Art in New York inszenierte, ist legendär. Mehr als 700 Stunden saß sie zu den Öffnungszeiten des Moma schweigend auf einem Stuhl, vor ihr ein Tisch, gegenüber ein weiterer Stuhl, auf dem Besucher Platz nehmen und ihr in die Augen schauen konnten.

Vom 17. bis 24. März 2019 entwickelt die 1946 in Belgrad geborene Künstlerin ein eigens für die Alte Oper konzipiertes Musikprojekt, Titel: „Anders hören: Die Abramovic-Methode für Musik“. Ihre Kunst bestehe darin, skizziert es Intendant Pauly, „ihren Körper und ihren Geist in extreme Situationen zu bringen“. Um diese „krassen Erfahrungen ihrem Publikum mitzuteilen“, und zwar in abgemilderter und gefilterter Form, habe sie über Jahrzehnte hinweg die nach ihr benannte Methode geschaffen.

In den Übungen geht es etwa darum, Reiskörner zu zählen, auf Farbflächen zu blicken oder absolute Stille zu erleben, alles mit dem Ziel, die Sinne zu schärfen, den Geist zu fokussieren und zu sich selbst sowie zu anderen Menschen zu finden. In „Anders hören“ soll die Methode mit Musik zusammengeführt werden, am Ende steht ein fünfstündiges Konzert, das nur besuchen darf, wer zuvor an der Abramovic-Methode teilgenommen hat.

Marina Abramovic erläutert das Projekt in einer Video-Botschaft: In einem Konzertsaal herrschten bestimmte Regeln, das Publikum gehe mit bestimmten Haltungen und Erwartungen hinein – und vor allen Dingen: Niemals ohne Handy. In „Anders hören“ müsse das Mobiltelefon draußen bleiben, und auch ansonsten ereigne sich einiges „außerhalb der normalen Erfahrung in einem Konzertsaal“, sagt die Künstlerin. „Wir stellen alles auf den Kopf.“

Die Teilnehmer könnten frei entscheiden, welche Übungen für sie in Frage kämen und welche nicht. An sich sei Kunst sehr elitär, dabei sollte „wahre Kunst demokratisch sein, sodass jeder sie erleben kann“, fordert Abramovic. Entsprechend sind alle Menschen ab 16 Jahren in dem Projekt „Anders hören“ willkommen. Details zu Anmeldung, Ablauf und Programm werden im Herbst bekanntgegeben.

Musikfest: „Atmosphères“

Im Herbst beginnt dann auch die neue Saison in der Alten Oper mit dem Musikfest, das immer an eines der großen Werke der Musikgeschichte geknüpft ist. Vom 15. bis zum 30. September steht heuer György Ligetis Orchesterwerk „Atmosphères“ aus dem Jahr 1961 im Zentrum. Es sei ein „starkes Stück mit großem Orchester“ und werde vier Mal gespielt, sagt Intendant Pauly: Im Eröffnungskonzert am Sonntag, 16. September, 11 Uhr, mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester, zum Abschluss am Sonntag, 30. September, 19 Uhr, mit den Bamberger Symphonikern, sowie zwei Mal mit dem HR-Sinfonieorchester. Am Samstag, 22. September, 19 Uhr, wird „2001: A Space Odyssey“ von Stanley Kubrick auf großer Leinwand gezeigt. Der Regisseur hatte die „Bodenlosigkeit“ von Ligetis Musik begriffen und sich diese in seinem 1968 erschienene Film zu eigen gemacht. Zur Originalversion der Weltraumreise spielt das HR-Sinfonieorchester die Filmmusik.

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