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Frankfurt und Offenbach Nacht der Museen feiert die Kultur

In der „Nacht der Museen“ haben an diesem Samstag 40 Ausstellungshäuser in Frankfurt und Offenbach bis in die frühen Morgenstunden geöffnet. Ein Überblick.

Nacht der Museen
Auch in diesem Jahr können Besucher der Nacht der Museen in Frankfurt wieder mit alten Straßenbahnen fahren. Foto: Rolf Oeser

Wer am kommenden Samstag im Historischen Museum die Augen schließt, kann sich von George Clooney einen Liebesbrief, adressiert an sich selbst, vorlesen lassen. So oder so ähnlich. Denn das Historische Museum, das sich nach der Eröffnung des neuen Gebäudes 2017 in diesem Jahr das erste Mal im großen Stil an der Nacht der Museen beteiligt, hat den Synchronsprecher Detlef Bierstedt eingeladen.

Sandra Betzel vom Historischen Museum freut sich: „Wir sind sehr gespannt auf die Lausch-Lounge, das wird sicher sehr lustig, denn es gibt dafür ja gar kein festes Programm.“ Vorgelesen wird nämlich, was die Zuschauer mitbringen – von der finnischen Bedienungsanleitung bis zur Hochliteratur. Oliver Rohrbeck, der im Film „Nachts im Museum“ Ben Stiller spricht, wird in der Nacht der Museen Bierstedts Co-Partner sein. Um 20 und um 22.30 Uhr legen sie ihre Leserunden ein. Einlass ist eine halbe Stunde vorher, eine Voranmeldung ist nicht möglich. Neben halbstündlich startenden Führungen zur stadthistorischen Ausstellung „Frankfurt Einst? und Frankfurt Jetzt!“ spielt der Max Clouth Clan mit dem indischen Gastmusiker Santosh Ghante. Außerdem können an der Gin-Bar ausgefallene Kreationen wie Bembel-Gin probiert werden.

Im Eintrittspreis von 14 Euro sind alle 40 teilnehmenden Museen in Frankfurt und Offenbach sowie die Nutzung von Shuttle-Bussen, historischen Straßenbahnen, Call-a-Bike-Rädern und dem Shuttle-Schiff enthalten.Ermäßigte Tickets kosten 9 Euro. Familienkarten gibt es ab 29 Euro. Geöffnet bleiben die Türen von 19 Uhr bis meistens 2 Uhr.

Erst unlängst hat in der Caricatura die Otto-Ausstellung eröffnet. Wem bekannt war, dass der Otto Waalkes nicht nur Komiker, sondern auch Maler ist, dem wird nicht jedes Gemälde neu sein. Gern zitiert Otto weltberühmte Gemälde wie Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“, Edward Munchs „Der Schrei“ oder Johann Heinrich Füsslis „Nachtmahr“. Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule, die in der Caricatura, dem Museum für Komische Kunst, in einer weiteren Ausstellung ihre Werke präsentieren, werden nicht für weniger Lacher sorgen.

Das Spardosen-Terzett spielt dort ab 21 Uhr Jazz, Country und Blues, Zeichner Leonard Riegel von der Titanic gibt eine Comic-Lesung zu „Seltsam verschlüsselten Botschaften aus dem All“.
Zu den bestbesuchten Ausstellungen der vergangenen Monate in Frankfurt gehört „Jil Sander. Präsens“. Der Modeschöpferin ist im Museum Angewandte Kunst die gesamte Fläche von 3000 Quadratmetern gewidmet. Passend dazu ist dort eine Modenschau geplant. Ein DJ aus dem Offenbacher Club Robert Johnson legt elektronische Musik auf.

Die populärsten Museen für Bildende Kunst zeigen den flämischen Barockmaler Peter Paul Rubens im Städel, in der Schirn den afroamerikanischen Graffitikünstler Jean-Michel Basquiat. Das Filmmuseum zeigt passend dazu am 5. Mai die Deutschlandpremiere einer Dokumentation über Letzteren. Sie ist kein Bestandteil der Nacht der Museen. Stattdessen ist am Abend dort die Ausstellung zu Stanley Kubricks Space Odyssey „Die Zukunft ist jetzt“ geöffnet, denn die Entstehung des Films jährt sich in diesem Jahr zum 50. Mal.

Die echten Sterne sieht man am besten von der Sternwarte, Robert-Mayer-Straße 2, aus, die nach längerer Umbaupause zur Nacht der Museen wieder den Blick auf die Milchstraße ermöglicht.

Wer lieber selbstbestimmt Wege einschlägt und sich ungern durch Menschenmengen schieben lässt, sollte Geheimtipps aufsuchen, die die Nacht der Museen ebenfalls bereit hält: Die Ausstellungen des Kriminalmuseums, des Dommuseums und der Zoo bieten bei Nacht ein außergewöhnliches Ambiente. Ein Rendezvous mit den Weltreligionen findet im Bibelhaus statt.

Hippielook, Swinging London, Mod-Style und Minirock sind bei der Modenschau im Museum Giersch angesagt. Auf dem Programm zum 68er-Jubiliäum gehört auch Live-Jazz von bekannten Vertretern der Frankfurter Musikszene. Musikalisch bietet auch das Goethe-Museum Ausgefallenes: Passend zu Goethes „West-östlichem Divan“ wird dort persische Folklore zu hören sein. Im Struwwelpetermuseum läuft alles unter dem Motto „Vive le Struwwelpeter“. Gesungen werden Chansons und französischen Illustratoren zeigen Struwwelpeter, allerdings neu frisiert. Im Archäologischen Museum ist Georgien zu Gast: Sowohl mit einer Percussioneinlage, als auch mit 200 000 Jahre alten Funden.

In Offenbach sind Museen und der City Tower zugänglich, von dort aus die Nacht der Museen von oben aus zu sehen.

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