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Frankfurt Geldmuseum zeigt Goldschatz Deutschlands

Das war noch nie zu sehen: Das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank in Frankfurt zeigt bis zum 30. September gut gehütete Stücke aus einem der größten Schätze der Welt.

Geldmuseum in Frankfurt
270.000 Goldbarren hütet die Deutsche Bundesbank - es sind die zweitgrößten Edelmetall-Reserven der Welt. Foto: Christoph Boeckheler

Gold. Kostbar, selten, geheimnisvoll. Schuld am Aufstieg und Untergang großer Reiche. Kein anderer Stoff, Blut vielleicht abgesehen, dürfte so mythenschwer sein wie das nahezu unverwüstliche Edelmetall, das auch nach Jahrzehnten am Finger oder Jahrtausenden in einem Grab immer noch glänzt wie neu. Das Geldmuseum der Frankfurter Bundesbank widmet dem schönen Material nun eine Sonderausstellung, auch um selbst einem Mythos entgegenzutreten. „Gold. Schätze der Deutschen Bundesbank“ heißt sie und ist bis zum 30. September zu sehen.

Das Thema passt ganz ausgezeichnet, denn die Bank hütet den zweitgrößten Goldschatz der Welt, 270 000 Barren zu jeweils etwa 12,5 Kilo, insgesamt 3374 Tonnen, die hauptsächlich in den blühenden Zeiten des Wirtschaftswunders angeschafft wurden. „Kein Barren gleicht dem anderen“, sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele, „und jeder ist ungefähr so viel wert wie ein Einfamilienhaus.“ Insgesamt sind das immerhin 1,8 Prozent der weltweiten Goldreserven. Zum alten Bestand der Reichsbank gehört kein Teil des aktuellen Goldschatzes, der wurde beim Ende des Zweiten Weltkriegs von den Alliierten konfisziert.

Gut die Hälfte des bundesdeutschen Staats-Goldes lagert seit einiger Zeit streng bewacht in Frankfurt. Wo genau, das ist ein gut gehütetes Geheimnis. Zu sehen bekommt die Öffentlichkeit diesen Schatz nicht, der früher in den USA lagerte und seit dem Ende des Kalten Krieges und der Wiedervereinigung in den vergangenen Jahren Stück für Stück nach Deutschland geholt wurde.
Dass dieser Goldberg so groß, aber gleichzeitig auch so unzugänglich ist, beschäftigt natürlich auch die Verschwörungstheoretiker. Da wurde auch schon behauptet, es gäbe die Goldbestände gar nicht oder sie seien heimlich durch Imitate ersetzt worden. Die Bank trete dem mit möglichst großer Transparenz entgegen, sagt Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Die Inventarnummern aller Barren sind inzwischen online abrufbar, und ja, es schaut demnach so aus, als ob es den Bestand tatsächlich gäbe.

Ein Teil der Transparenz-Offensive ist auch die aktuelle Ausstellung, die Hendrik Mäkeler und Alexander Ruske vom Geldmuseum konzipiert haben. Schon in der Dauerausstellung fasziniert ein Goldbarren, den die Besucher anfassen und sogar hochheben dürfen. „Beim Tag der offenen Tür stehen die Leute bis zu zwei Stunden an, um das mal zu versuchen“, sagt Thiele. „Das zeigt schon etwas von der Faszination.“

Verblüffend ist das Gewicht des nicht besonders großen Barrens in der Tat. „Würde man eine Ein-Liter-Milchtüte, die ein Kilo wiegt, in Gold nachgießen, wäre diese 18 Kilogramm schwer“, sagt Thiele.

In der aktuellen Schau zeigt die Bundesbank nun erstmals acht Goldbarren aus ihren Beständen und erklärt anhand der Stempel, woher das Gold stammt und wie es nach Frankfurt kam. Dazu hat Ruske verschiedene Gold-Währungen von der Antike bis zur Gegenwart – es gibt auch noch 100-Euro-Goldmünzen – ausgewählt, die die Verbindung von Edelmetall und Währung zeigen. Alle stammen aus dem riesigen Bestand des Geldmuseums, neben Berlin, Dresden und München eine der vier großen Münzsammlungen in Deutschland.

Hier ist tatsächlich alles Gold, was glänzt. Verblüffend ist jedoch die große Vielfalt, da leuchtet es rotgolden, dort hat ein Barren oder eine Münze einen intensiven Gelb- oder auch Grünstich.
Und dann gibt es noch einen faszinierenden profanen Bereich – denn letztlich ist Gold auch nur ein Material, das behandelt wird wie alle anderen. Zu sehen sind hier Metallcontainer, die in den Goldlagern zur Aufbewahrung der Barren dienen, und Karren, mit denen die Milliarden verschoben werden. Würden sie durch ein Ersatzteillager oder einen Baumarkt rollen, sie würden nicht als ungewöhnlich auffallen.

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